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Champions League nicht mehr im Free-TV © AFP/Filippo Monteforte

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Michael Fiala 16.06.2017

Champions League nicht mehr im Free-TV

Monatelang wurde die Entscheidung erwartet. Nun ist es so gekommen, wie viele Brancheninsider es seit ­Wochen prophezeit haben.

••• Von Michael Fiala

Seit Monaten hat sich die Entscheidung um die Übertragung der UEFA-Champions-League ab der Saison 2018/19 bis einschließlich 2020/21 angekündigt. Erstmals hieß es kurz vor den Osterfeiertagen im April, dass die Entscheidung unmittelbar bevorsteht. Dennoch hat es bis Mitte Juni gedauert, was Experten und Brancheninsider aber seit Wochen vorausgesagt haben: Die Königsklasse des Fußballs wird ab 2018/19 nur noch im Pay-TV zu sehen sein.

Sky Deutschland sicherte sich die Übertragungsrechte für alle Verbreitungswege. Sky wird die Übertragungen der UEFA Champions League weiterhin über Satellit, Kabel, IPTV und Web/Mobile (Sky Go und Sky Ticket) anbieten. Die Perform Group wird als Sublizenznehmer ihre Spiele über ihren Streaming-Dienst DAZN verbreiten.
Damit verschwindet der Live-Fußball komplett aus dem Free-TV, eine Entscheidung, die ORF-Sportchef Hans Peter Trost vor einigen Wochen bereits geahnt hat. „Wir haben der UEFA ein Angebot gelegt, das in etwa dem aktuellen entspricht. Die Entscheidung wurde uns noch nicht bekannt gegeben, aber nach den Berichten aus Deutschland schaut es für uns nicht gut aus”, so Trost im Mai gegenüber der Kronen Zeitung.
Generel kam für den ORF die Entscheidung nicht überraschend. „Es war die erwartete Entscheidung, die wir zur Kenntnis nehmen müssen. Für die Geldbörsen der Fußballfans ist das natürlich nicht erfreulich”, so Trost gegenüber medianet. Aus heutiger Sicht wird der ORF auf Nachfrage von medianet auch keine Zweitverwertungsrechte wie Zusammenfassungen der Champions League übertragen können. Carsten Schmidt, Vorsitzender der Geschäftsführung Sky Deutschland, meinte in einer gemeinsamen Aussendung mit DAZN: „Wir sind mit dem Ausgang der Rechte-Ausschreibung sehr zufrieden. Sky ist und bleibt damit auch in den kommenden vier Jahren die Heimat der UEFA Champions League in Deutschland und Österreich. Mit der Bundesliga, der UEFA Europa League, der Formel 1, ATP Tennis, der EHF Champions League und der European und US PGA Tour im Golf bieten wir unseren Kunden das Beste aus der Welt des Sports. Doch Sky baut nicht nur seine führende Position im Sport aus, sondern hat darüber hinaus auch sein Content-Angebot jenseits des Sports erfolgreich weiterentwickelt. Zu diesem Angebot gehören die Sender Sky 1, Sky Arts, aber auch Erfolgsformate wie die 7. Staffel von ‚Game of Thrones' und immer mehr deutsche Sky-Eigenproduktionen wie die kürzlich in Cannes schon vorab ausgezeichnete Serie ‚Babylon Berlin', die ab Oktober ausgestrahlt wird.”

Erfreulich für DAZN

Naturgemäß sehr zufrieden zeigte sich auch der Streaming-Dienst DAZN: „Wir sind extrem stolz, die UEFA Champions League ab der Saison 2018/2019 auf DAZN anbieten zu können. Dieses Recht ergänzt unser Live-Angebot an europäischem Spitzenfußball perfekt. Dazu erleben Fans bei DAZN die Premier League, La Liga, Serie A und Ligue 1 live sowie umfassende Highlights aller Spiele der Bundesliga und 2. Bundesliga. Dabei bleibt DAZN seiner ‚Fans first'-Philosophie treu – ein niedriger monatlicher Preis, jederzeit monatlich kündbar”, so James Rushton, Mitglied der Geschäftsführung der Perform Group & CEO von DAZN.

Aufteilung noch nicht bekannt

Wie die Aufteilung der Rechte genau aussehen wird, ist noch nicht kommuniziert worden. „Rechtzeitig vor Beginn der neuen Rechteperiode werden Sky und die Perform Group gemeinsam alle weiteren Einzelheiten zu dieser Vereinbarung bekannt geben”, heißt es in der aktuellen Aussendung.

Wie immer ein großes Geheimnis sind die Rechte-Summen, die damit eingenommen werden. Insgesamt geht es dem Vernehmen nach um eine Summe von 160 bis 200 Mio. €, die für die Champions League-Rechte pro Jahr für Deutschland und ­Österreich auf den Tisch geblättert wurden. Damit steht eine Verdoppelung der Rechtesumme im Raum.
Die Vergabe der Champions League-Rechte folgt jedenfalls dem Trend aus England, wo es bereits einen Rekordvertrag in der Höhe von 1,2 Mrd. £ für drei Saisonen, abgeschlossen mit BT Sports, gibt – eine Steigerung um satte 30%. Damit sind aber auch die Zusammenfassungen der Champions League im Free-TV Geschichte. BT Sports setzte sich in England damit übrigens auch gegen Sky durch.

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