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Das ePaper, mit dem man telefonieren kann © Mediaprint (2)
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Dinko Fejzuli 09.09.2016

Das ePaper, mit dem man telefonieren kann

Krone und Kurier bieten einen Sprach- bzw. Datentarif an – das jeweilige ePaper gibts gratis dazu.

••• Von Dinko Fejzuli

Unter den Brands „Krone mobile” und „Kurier mobil” präsentiert Mediaprint als größtes privatwirtschaftliches Medienhaus Österreichs kürzlich einen eigenen Telefon- und Datentarif. Das besondere Asset: Um 12,90 € im Monat gibts zum jeweiligen Mobilfunkvertrag auch ein ­ePaper von Krone oder Kurier gratis dazu.

Beide Angebote nutzen das Netz von Österreichs Marktführer A1 und sind reine SIM-only-Tarife ohne Vertrags- und Servicegebühr. Weitere zielgruppenadäquate Tarife, wie unlimitiertes Surfen oder Talk only, sind geplant. medianet sprach mit Horst Pensold, Leiter Sales& Services bei Mediaprint.


medianet:
Herr Pensold, die ­Mediaprint ging vor wenigen Tagen mit ‚Krone mobile' und ‚Kurier mobil' mit einem eigenen Mobil- bzw. Datentarif auf den Markt. Welche Motivation steckt hinter dem neuen Produkt? Werden Sie jetzt Mobilfunker und steigen in den ­ohnedies harten Preiskampf am heimischen Markt ein?
Horst Pensold, Leiter Sales & Services bei Mediaprint: Wir treten nicht an, um einen Vergleich über den Preis zu gewinnen, sondern um unseren Leserinnen und Lesern ein faires Paket anzubieten, um unsere Inhalte nutzen zu können. Wir sehen uns nicht als neuer Mobilfunker. Wir sind noch immer ein Verlag.

medianet:
Als Mobilfunkpartner fiel Ihre Wahl auf A1 …
Pensold: … wir wollten für unsere Kunden einen fairen Tarif gestalten und da fiel die Wahl auf den Marktführer – auch, weil wir hier beide auf die selben Attribute wie Langlebigkeit und Verlässlichkeit Wert legen.

medianet:
Apropos fair. Dieses Attribut heben Sie bei der ­Bewerbung der neuen Produkte besonders hervor. Warum?
Pensold: Wenn wir sagen, der Tarif kostet 12,90 Euro, dann meinen wir auch 12,90 Euro. Keine versteckten Kosten bei etwaiger Datenvolumenüberschreitung, keine Anmeldegebühren, irgendwelche jährlichen Pauschalen und wir übernehmen, falls Kunden von ihrem derzeitigen Mobilfunker zu A1 wechseln, sogar die Portierungskosten.

medianet: Kunden bekommen bei Ihnen für diese 12,90 aber nicht nur ein Telefonie- bzw. Datenpaket.
Pensold: Richtig. Das besondere Asset von Krone mobile und Kurier mobil, so der Name der beiden Produkte, ist, dass das ePaper des jeweiligen Mediums inkludiert ist.

medianet:
Derzeit sind es ja zwei reine Telefonie- bzw. Datentarife ohne Gerätezugabe …
Pensold: … zu einem späteren Zeitpunkt sind Bundles mit Smartphones oder Tablets durchaus vorstellbar. Wobei auch dann die Auswahl der entsprechenden Geräte immer darauf ausgerichtet sein muss, dass unsere Kunden vor allem unsere Inhalte konsumieren können.

medianet:
Für wen sollen die neuen Produkte vor allem interessant sein?
Pensold: Unsere Zielgruppe definiert sich über unsere Abonnenten, die zum einen durchaus über dem nationalen Altersdurchschnitt sind; aber wir sprechen natürlich etwa auch Familien mit Kinder an, denn das Thema Smartphone wird bereits im Volksschulalter immer wichtiger.

medianet:
Über wen werden die Kunden abgerechnet?
Pensold: Die Kunden sind Kunden von A1 und so wird es ihnen gegenüber auch kommuniziert.

Wir sehen unser Engagement im Bereich Mobilfunk – wenn Sie so wollen – als Mittel zum Zweck, als sehr kompetitives Angebot und als zusätzliches Service, damit unsere Kunden unsere Inhalte noch leichter kommunizieren können. Denn jedes Produkt für sich – der Mobilfunkvertrag mit 2.000 Minuten und 3 GB Datenvolumen einerseits sowie das ePaper-Abo andererseits – kann mit einem Wert beziffert werden, der einzeln schon mit dem 12,90 Euro darzustellen wäre. Bei uns erhalten die Kunden beide Produkte zum Preis von einem. Mobilfunkkunden, die bereits Print-Abonnenten des jeweiligen Titels sind, bekommen zusätzlich ein weiteres Gigabyte Datenvolumen gratis on top.


medianet:
Das Thema Bezahlschranke ist ja eines, das die ­gesamte Branche beschäftigt.
Pensold: Absolut richtig. Wir sind davon überzeugt, dass das Bedürfnis nach gut recherchierter journalistischer Leistung ungebrochen ist, genauso wie die Bereitschaft, dafür zu bezahlen. Unsere Aufgabe ist es, gemeinsam die Barriere der Bezahlschranke für unsere Kunden aus dem Weg zu räumen und das tun wir auch.

medianet:
Apropos gemeinsam. Wie kann man sich die Kooperation von Kurier und Krone, zwei auf dem Markt konkurrierenden Medien, bei diesem neuen Produkt vorstellen?
Pensold: Das geht und ging nur durch eine offene Kommunikation. Die Vorteile für beide lagen aber so offen da, dass es in Wirklichkeit ein Leichtes war.

medianet:
Wird es gemeinsame Marketingaktivitäten von Krone und Kurier geben?
Pensold: Innerhalb meiner Mannschaft gibt es ein eigenes Vertriebsmarketing-Team für den Kurier und eines für die ­Krone. Wir leben im Vertriebsmarketing die Markendifferenzierung bereits jetzt und das wird auch bei Krone mobile und Kurier mobil so sein.

medianet:
Und welche Ziele haben Sie sich mit dem neuen Angebot für das ePaper gesteckt?
Pensold: Wir haben die Zahl unserer ePaper in den letzen Jahren um ein Vielfaches gesteigert, auch wenn dies zunächst von einem niedrigen Niveau aus passiert. Wir sind uns aber bewusst, dass das ePaper allein sinkenden Auflagen nicht kompensieren kann. Generell glauben wir aber, dass gerade das ePaper in den nächsten fünf Jahren vor großen Veränderungen im Bezug auf seine Art steht.

Nicht zuletzt deshalb überarbeiten wir gerade unsere Apps und schaffen etwa beim ePaper die Möglichkeit, direkt von diesen auf die Website, quasi durch ein Fenster der Aktualität, wechseln zu können.


medianet:
Wie schätzen Sie den Servicebedarf etwa bei jenen Kunden ein, die von einem anderen Mobilfunker zu A1 portieren, und wie weit stehen Sie hier bereit zu helfen?
Pensold: Wir haben ein Callcenter mit gut einer Million Kundenkontakten pro Jahr. ­Allein damit zeigen wir, dass wir hier wirklich gute Servicequalität auch für dieses spezifische Produkt bieten werden können. Generell zur Portierung: Das, was die Kunden bei einem Wechsel selbst tun müssen, ist absolut bewältigbar. Wir bieten dafür auch eine userfreundliche Internetseite und eine App an. ­Zusätzlich unterstützen wir unsere Kunden technisch, etwa mit einer Installations-SMS und ähnlichen Dingen.

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