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Der mobile War for Talents © Panthermedia.net/Maksym Poriechkin

Zu kompliziert

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Zu kompliziert

PAUL CHRISTIAN JEZEK 23.09.2016

Der mobile War for Talents

Der Trend weg vom klassischen PC hin zum Smartphone ist auch im Recruiting angekommen.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. Schon rund ein Viertel der heimischen Top 100-Unternehmen offeriert bereits eine mobile Bewerbungsmöglichkeit – und sogar mehr als die Hälfte hat die generelle Unternehmens-Website für mobile Besucher optimiert. Dies ist auch dringend geboten, da laut einer aktuellen Studie sonst bis zu 75% der Bewerber verloren gehen.

Optimierung tut not

Deutlich über 50% aller Web-Zugriffe kommen bereits von Smartphones, zeigt die monatliche Zugriffsstatistik der ÖWA (Österreichische Webanalyse).

Es hat sich aber noch nicht überall herumgesprochen, dass klassische Websites auf kleinen Smartphone-Displays kaum bedienbar sind und daher angepasst werden müssen.
Dies trifft natürlich auch auf den Personalbereich zu, denn Bewerbungen werden längst online durchgeführt. Auch hier wechseln die User zunehmend auf das Smartphone, doch der Wandel auf der Recruiterseite steht erst am Beginn.
„Interessanterweise wären schon 60 Prozent der Firmenwebsites für Smartphones optimiert, doch bei der Hälfte dieser Unternehmen endet die Optimierung bei der Bewerbungsmöglichkeit”, sagt Jürgen Melmuka, Gründer von instapp.at.
„Der mobil surfende Job-Interessent kann sich zwar über das Unternehmen informieren, doch wenn er im Anschluss eine Bewerbung abgeben will, muss er auf einen Desktop-PC wechseln oder sich mühsam durch nicht optimierte Seiten kämpfen.”

Es muss einfach sein

Im viel zitierten Kampf um die besten Talente ist dies ein gravierender Nachteil, weil durch solche Hürden viele Bewerber verloren gehen – und womöglich sogar die besten.

Der US-amerikanische Human Relations-Dienst­leister „appcast.io” hat 250.000 echte Recruiting-Vorgänge ausgewertet: Von allen Interessenten, die ein Inserat geklickt haben, kam es im Anschluss bei 12,5% zu einer Bewerbung („Click-to-Apply Ratio”), sofern der Vorgang in weniger als 5 Minuten zu erledigen war.
Dauerte der Bewerbungsvorgang mehr als 15 Minuten, waren nur mehr 3,6% der Bewerber übrig, es gingen diesen Unternehmen also 3 von 4 Interessenten verloren.
Ähnliches konnte Appcast bei der Länge von Bewerbungsfragebögen beobachten: Bis zu 25 Fragen sind für 10,6% der Bewerber akzeptabel, bei mehr als 50 zu beantwortenden Fragen bleibt nur mehr die Hälfte der Bewerber übrig (5,7%), der Rest verzichtet lieber.

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