MARKETING & MEDIA
Die eierlegende Wollmilch-Krake
Dinko Fejzuli 07.10.2016

Die eierlegende Wollmilch-Krake

Facebook ist für seine 1,7 Milliarden User nun auch eine Online-Kaufbörse. Gut ist das nicht.

Kommentar ••• Von Dinko Fejzuli

 

DER PLATTMACHER. Eines der evidentesten Opfer der Digitalisierung der Medienlandschaft waren die sogenannten Rubrikenmärkte in den Printmedien. Sie sind praktisch verschwunden. Ob Wohnungen, Autos oder sonstiger Krims-krams – heute ist das alles im Internet zu finden.

Aber nicht auf den Websites jener Zeitungen, die die Inserate früher in ihren Printausgabe hatten, sondern als verlegerfremde Online-Plattformen.
Eine der wenigen Ausnahmen ist hier willhaben.at, betrieben von der Styria, die es geschafft hat, das Thema auch digital gut zu besetzen.

Das Motto: Alles meins

Nun scheint aber auch das Feld der Kleinanzeigen für quasi „Diverses” einen neuen Platzhirsch zu bekommen, der alle anderen plattmachen könnte.

Facebook ist künftig mit seinen 1,7 Milliarden Usern auch der Betreiber der dann vielleicht potenziell größten privaten Verkaufsplattform.
Jetzt könnte man meinen, diese neue Aktivität würde eher globale Player wie eBay und andere betreffen.
Ich bin hier anderer Meinung. Erstens werden sich wohl auch heimischen Verkaufs-Plattformen – die in Österreich Steuern zahlen – auch warm anziehen müssen, und zweitens ist hier ein zweiter, noch wichtigerer Aspekt nicht außer Acht zu lassen: Facebooks Engagement als Verkaufsplattform ist meiner Ansicht nach nur der Beginn weiterer Aktivitäten, bei denen der quasi-Monopolist seine Marktstellung allein aufgrund seiner schieren Größe und Userzahl ungehindert ausnützen und auf einen Streich die Kunden von anderen auf seine Plattform ziehen kann.
Denn warum soll ich als Konsument womöglich auf fünf Plattformen meine Ware anbieten, wenn ich mit nur einer gleich das Tausendfache an potenziellen Käufern ansprechen kann.
Dass dies alles nur deshalb möglich ist, weil sich Facebook & Co nicht an die selben Regeln zu halten haben, wie heimische Akteure, wird irgendwann auch die Politik erkennen und handeln müssen.

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