MARKETING & MEDIA
Die vierte Gewalt? © VÖZ/Katharina Schiffl

Speaker Keynote-Speaker Udo Di Fabio, VÖZ-Präsident Thomas Kralinger, Alfred Pfabigan, Philosophische Praxis März­straße, News-Medienredakteurin Julia Schnizlein-Riedler, Armin Thurnher, Falter, Rainer Nowak, Die Presse.

© VÖZ/Katharina Schiffl

Speaker Keynote-Speaker Udo Di Fabio, VÖZ-Präsident Thomas Kralinger, Alfred Pfabigan, Philosophische Praxis März­straße, News-Medienredakteurin Julia Schnizlein-Riedler, Armin Thurnher, Falter, Rainer Nowak, Die Presse.

Redaktion 02.12.2016

Die vierte Gewalt?

Der VÖZ stellte seinen Public Value-Bericht vor und ­verwies auf den Stellenwert der Presselandschaft.

WIEN. Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) hat am Donnerstag anlässlich der Präsentation seines heurigen „Public Value-Berichts” den Stellenwert der Presselandschaft für eine offene Demokratie beschworen und sich mit den Schwerpunkten Medienökonomie und Demokratie beschäftigt.

VÖZ-Präsident Thomas Kralinger ging in seinem Statement auf die aktuelle Debatte über „Fake News” ein: „Eine funktionierende Öffentlichkeit ist der Sauerstoff einer freien Gesellschaft.” Man dürfe den öffentlichen Diskurs nicht den gefälschten Nachrichten überlassen, erklärte der Kurier-Geschäftsführer.
Vertrauen sei ein menschliches Grundbedürfnis, und Medienmarken, die es schafften, dem Publikum dies auch in Zukunft zu bieten, würden erfolgreich sein, zeigte er sich überzeugt. ­Allerdings brauche es dafür auch „zeitgemäße gesetzliche Rahmenbedingungen und Regeln” und „faire Spielregeln” durch die nationale und europäische Politik. Der Public Value-Bericht umfasst 204 Seiten, hier widmen sich Herausgeber und Geschäftsführer von Medien, Chefredakteure, Journalisten, Kommunikationswissenschaftler, Medienökonomen, Werbetreibende und nationale sowie internationale Experten schrieben dem Mehrwert der österreichischen Zeitungen und Magazine im Strukturwandel der Öffentlichkeit. VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger betonte in seinem Beitrag die gesellschaftliche und demokratiepolitische Notwendigkeit von journalistischem Mehrwert angesichts der drohenden postfaktischen Zeitenwende – immerhin überflügelten auf Facebook in den letzten drei Monaten des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 erstmals „Fake News” die echten Nachrichten: „Wir können kein Interesse daran haben, dass Bürgerinnen und Bürger in der Filterblase mit digitalen Echokammern leben, sich vom Staat, seinen Institutionen und Entscheidungen abwenden und Falschmeldungen Glauben schenken. Professionellen Journalismus braucht es heute mehr denn je.”

Soziale Medien zivilisieren

Im Anschluss diskutierten Di Fabio, Rainer Nowak, Herausgeber und Chefredakteur der Tageszeitung Die Presse, Alfred Pfabigan, Leiter der Philosophischen Praxis Märzstraße, und Armin Thurnher, Herausgeber und Chefredakteur des Falter, zu der Frage, ob die Rolle der Medien als vierte Gewalt heute in Auflösung begriffen sei.
Pfabigan konstatierte: „Soziale Medien stecken in der Pubertät und müssen zivilisiert werden – genau wie das bei anderen Medien früher auch schon geglückt ist.” (APA/red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema