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Ein Bekenntnis zum gedruckten Wort © Kleine Zeitung/Jürgen Fuchs
© Kleine Zeitung/Jürgen Fuchs

Redaktion 21.10.2016

Ein Bekenntnis zum gedruckten Wort

Erstmals seit 2003 verpasst die Styria der Kleinen ­Zeitung, der nationalen No. 2, einen Relaunch.

WIEN. Die zweitgrößte Tageszeitung Österreichs, die Kleine Zeitung, bekommt ein neues Aussehen. Morgen, am Samstag, erscheint die erste Ausgabe im neuen Design. Das rote Logo auf der Titelseite spannt sich künftig als horizontaler Balken über die gesamte Seite.

Es ist dies der erste Relaunch seit 2003, als die Zeitung vom Designer Mario Garcia als „tägliches Magazin” neu konzipiert wurde.

„Feierliches Print-Bekenntnis”

„Wir wollen mit dem Relaunch ein feierliches Bekenntnis zu Print abgeben und verstehen das Projekt als selbstbewusstes Zeichen gegen das Krisengeraune”, sagte Chefredakteur Hubert Patterer gegenüber der APA. Die Kosten liegen im fünfstelligen Bereich.

Der Relaunch der Printausgabe ist der Abschluss einer inhaltlichen Gesamtkomposition und Neuausrichtung der Marke „Kleine Zeitung”, die im Jahr 2014 mit der App begonnen wurde.
Ziel sei die inhaltliche Ausdifferenzierung der Plattformen, so Patterer. Mobile stehe dabei für die Inszenierung der Echtzeit, bei der Webseite gehe es um Aktualität, Dialog und Bibliothek, bei der gedruckten Zeitung liege der Fokus auf Betonung und Weiterentwicklung der Orientierungsfunktion.

Anker der Information

Der Print-Relaunch folge dem Prinzip der Entschleunigung sowie der Vermittlung von Verlässlichkeit – „die Zeitung als Anker in den Sturzfluten der digitalen Information”, wie Patterer erklärt. Gesetzt werden soll dabei verstärkt auf die klassischen Tugenden von Printjournalismus – auf Reportagen, Hintergründe, Kommentare und Analysen. Das neue Design – mehr Weißraum, schlankere Titelschrift, reduzierte Bildsprache – solle dies unterstützen.

Patterer greift auch den Trend auf, Journalismus konstruktiver zu machen. Die „Fixierung auf das Dysfunktionale, auf das Defizitäre und das, was misslingt”, soll überwunden werden. Dazu dienen das neue Format „Lichtblick” auf der „Tribüne” sowie die neue tägliche Sektion „Besser leben”.
Das Relaunch-Projekt wurde vor zwei Jahren unter Eva Weissenberger – nun News-Chefredakteurin – begonnen und nach ihrem Wechsel von Uwe Sommersguter, Mitglied der ­Kleine-Chefredaktion in Kärnten, übernommen und gemeinsam mit Art-Director Erich Repe umgesetzt. Die Leitlinien für das Design stammen vom gebürtigen Klagenfurter Lukas Kircher, einem der renommiertesten Zeitungsdesigner mit Sitz in Berlin; Kircher ist für den Look zahlreicher österreichischer und deutscher Print- und Onlinemedien verantwortlich.

„Kleine” als Tages-Navigator

Neu ist auch ein doppelseitiger Einstieg in die Zeitung, der die wichtigsten planbaren Ereignisse des anbrechenden Tages aufbereitet und die Leser informiert, wie und ab wann sie digital am Laufenden gehalten werden.

Patterer will die Zeitung als Navigator für den Tag positionieren und vom Vortag abrücken. „Die Zeitung wird noch stärker in den Tag hinein gedreht.” Nach dem Vorbild des Familiy-Supplements des ­Guardian gibt es ab Samstag auch eine neue ­Wochenendbeilage. (APA/fej)

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