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Eine Expansion, gleich auf mehreren Ebenen © medianet
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05.05.2015

Eine Expansion, gleich auf mehreren Ebenen

Weekend Verlag Im Gespräch mit medianet spricht Weekend-Verlag-Eigen­tümer Christian Lengauer über die starke Regionalisierung und erzählt, in welche Partner­schaften das Unternehmen seit vergangenem Jahr investiert.

Wien. Seit zehn Jahren am Markt, seit vier Jahren österreichweit, eine Auflage von 1,1 Mio. und zahlreiche neue Kooperationen: Weekend-Verlag Eigentümer Christian Lengauer sieht mit Freude in die Zukunft: „Jetzt sind wir wieder an dem Punkt angekommen, wo die Werbekunden sehr wohl sehen, dass Print im Mediamix durchaus seine Berechtigung hat.”

Im Gespräch mit medianet spricht er über die starke Regionalisierung und erzählt, in welche Partnerschaften das Unternehmen seit vergangenem Jahr investiert.

Auf der Sonnenseite

Zwar war das Jahr 2014 auch für den Weekend Verlag durchwachsen, Lengauer ist dennoch sehr zufrieden: „Wir sind mit unserer hohen Auflage natürlich auf der Sonnenseite.” Dies ist ihm zufolge durchaus auf die Dezentralisierung des Magazins zurückzuführen. „Da wir in jedem Bundesland vertreten sind, haben wir lokale Kunden, Kunden aus den Bundesländern und auch auf nationaler Ebene. Im letzten Jahr war zwar kein Wachstum möglich, aber die Umsätze waren stabil.”

Regionalisierung ist Trumpf

Lukrativ sei das Printgeschäft auf alle Fälle. Lengauer ist davon überzeugt, dass dies auch noch viele Jahre so sein wird. Dies jedoch nur, wenn auch das Produkt stimmt: „Wenn manche Verlagskollegen ehrlich zu sich sein würden, dann müsste man manche Titel vom Markt nehmen”, findet er harte Worte.
Gratismedien haben ihm zufolge einen klaren Vorteil. So profitiere die Gattung von der jahrelangen Erziehung der Leser zu gratis Content. „Mit unserer Auflage und Reichweite können wir daher auch die Werbekunden überzeugen.”
Als weiterer Erfolgsgarant erwies sich die starke Regionalisierung des Magazins. „Natürlich hat z.B. in Wien ein Herr Lugner eine Berechtigung. In den anderen Bundesländern ist er aber uninteressant”, erklärt er und ergänzt: „Es ist wie ein Buffet – jeder Chefredakteur der Bundesländer kann auf nationalen Content zurückgreifen und selbst bestimmen, was er nehmen möchte. Außerdem bleibt es jedem offen, welche Inhalte er regionalisiert. Es war daher unabdingbar, dass wir Redakteure und eigene Teams in den jeweiligen Bundesländern vor Ort haben.” Mit knapp 130 Mitarbeitern wird diese Aufgabe derzeit gestemmt.
Um auch in der Zukunft weiter vorn mitzuspielen, investiert der Weekend Verlag vor allem ins Digitalgeschäft. „Wir haben 49 Prozent an der wohnnet Medien GmbH übernommen, die das Portal Wohnnet.at mit knapp 500.000 Unique Clients betreibt”, schildert Lengauer; „zudem sind wir bei guteküche.at eingestiegen.” Das Genussportal kann mit 1 Mio. Unique Clients sensationelle Zahlen aufweisen. Weiters konnte man im heurigen Jänner endlich mit weekend.at starten – bis dato war diese Domain leider von einem Domaingrabber blockiert.
Das Credo ist ganz klar: „Wir überlassen negative Nachrichten unseren Mitbewerbern. Bei uns lesen die Leute nur ‚good news'. Unsere Aufgabe ist es, mit positiven Geschichten den Konsum anzuschieben.” Dies sei ein bewusstes Konzept des Verlags.
Diese Beteiligungen sind für den Geschäftsführer ein klares Zeichen in die richtige Richtung. Dennoch sieht er das Digitalgeschäft nüchtern: „Wenn man seriös arbeitet und Journalisten beschäftigt, die guten Content liefern, dann kostet das auch einiges Geld.”
Der Preisdruck im Onlinegeschäft erfordert daher ähnlich wie im Printbereich immer wieder innovative Werbeformen. Neben den Investitionen in das Digitalgeschäft beteiligte sich der von Lengauer bezeichnete „Lifestyle-Verlag” zudem am Radiosender LoungeFM. Derzeit verfügt man über Zulassungen in OÖ, Salzburg, Tirol, Kärnten, Steiermark.
In Wien sendet man zwar derzeit auf einer Eventradio-Frequenz, versucht aber eine eigene Zulassung zu erhalten.

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