MARKETING & MEDIA
Erzählenswert © Philipp Sanz/Pipart (2)

Team Das Board der Marketing Natives beim Event#1.

© Philipp Sanz/Pipart (2)

Team Das Board der Marketing Natives beim Event#1.

Gianna schöneich 10.03.2017

Erzählenswert

Jede Brand hat eine Geschichte – die Marketing Natives ­luden mit Event#1 zum Jahresauftakt.

••• Von Gianna Schöneich

WIEN. Über 400 Besucher folgten am Weltfrauentag (8. März)der Einladung der Marketing Natives (powered by DMVÖ). Beim Jahresauftakt der Nachwuchsplattform für junge Marketing-Experten im A1 Saal waren Keynote-Speaker, die selbst Influencer sind, sowie Agentur- und Markenvertreter geladen.

Influencer, Blogger, Talents und Instagramer hier, Öffentlichkeit, Reichweite und Interaktionsraten da. Die digitale Marketing-Welt wird – nicht zuletzt aufgrund der hohen Social Media-Zuwachsraten in den vergangenen Jahren – von Influencer Marketing als Trend der Stunde dominiert. Die Pflege von Beziehungen zu wichtigen Meinungsführern gehört in der modernen Unternehmenskommunikation mittlerweile zum guten Ton und hat einen Fixplatz eingenommen.

Kooperationen

Der Zenit scheint dabei jedoch noch nicht erreicht zu sein. Was Marketeers beim Beziehungsaufbau zu Influencern beachten sollten und wie Erfolg versprechende Kooperationen zwischen namhaften Marken und reichweitenstarken Influencern aussehen können, erläuterten die sechs Speaker am Mittwochabend.
Lifestyle-Bloggerin Vicky Heiler und Mode-Blogger Ilja Jay ­Lawal starteten mit einem Dialog rund um Geschlechterunterschiede bei Bloggern.

Laut Heiler ziehen Lifestyle-Bloggerinnen generell eine breite Masse an, männliche Mode-Blogger würden laut Lawal nach eine viel spitzere Zielgruppe ansprechen, da „männliche Lifestyle-Blogger in einem anderen Teich schwimmen”.

Selektive Zusammenarbeit

Beide Influencer sind sich einig, dass Unternehmen im Jahr 2016 viel Budget für Blogger Relations in die Hand genommen haben. Nun gehe der Trend mehr in Richtung selektive Zusammenarbeit mit Influencern, die perfekt zur Marke passen und sich damit identifizieren können.

Heiler ist davon überzeugt, dass hohe Reichweiten immer das Endprodukt von regelmäßigem, qualitativ hochwertigem Content seien.
Travel-Bloggerin Marion Vicenta Payr ist Instagramerin, Blogger-Pionierin und „Geschichtenerzählerin”. Bei ihr stehen authentische Reise-Storys mit exzellenten Fotos im Vordergrund. Instagram sei ihrer Meinung nach deshalb für viele Unternehmen ein wichtiger Kanal, weil rund 1,6 Mio. Österreicher zwischen 13 und 29 Jahren täglich etwa 21 Minuten auf der Plattform verbringen würden.
„2017 geht der Trend in Richtung Micro Influencer”, ist sich Payr sicher. Ihr Tipp für große Marken: „Influencer brauchen ihre kreative Freiheit und keine Detailbriefings. Nur dann erzählen sie authentische Geschichten, die mit Leben gefüllt sind.”

Generation Y prägte die Krise

Konstantin Jakabb und Karin Hermann von Virtue Austria berichten, dass die Generation Y mit Krisen aufgewachsen sei und das Vertrauen in Institutionen und Medien verloren habe.

„Wir haben aber die stärkste, vernetzte Generation aller Zeiten, uns stehen zahlreiche Kommunikationsplattformen zur Verfügung. Jeder ist ein Publisher und kann Inhalte verbreiten”, meint Jakabb. Warum manche Influencer-Kampagnen ein Flop seien?
Sie würden sich zu wenig mit dem „Need” der Zielgruppe auseinandersetzen. Ideen würden oft in den Köpfen eines Managements-Boards entstehen – und in den Köpfen der potenziellen Konsumenten sterben. Auch Hermann beobachtet den Trend der Micro Influencer – sogenannte Talents.
Letztlich gilt unabhängig von der Reichweite des Influencers: „Jede Brand hat eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden.”

Ruf nach Professionalisierung

Last but not least stand Bastian Scherbeck von der Hamburger Agentur Kolle Rebbe am Rednerpult. Seiner Meinung nach seien Influencer eine der wichtigsten Zugangsquellen zu Hirn und Bauch der Konsumenten, daher sei eine Professionalisierung des Influencer Marketings und Managements von Bloggern unerlässlich. Sein Branchen-Tipp: „Blogger sollten ein professionelles Management haben, sinnvolle Pricing-Modelle und sich vor einer Kampagne eine Ergebnis-Definition überlegen.”

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema