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Fehlerkultur? Fuck the Rules! © Vice/Samuel Colombo/Optical Engineers (2)

Talkrunde v.l. Rainer Nowak (Die Presse), Moderator Jakob Steiner, Markus Lust (Vice), Lisa Totzauer (ORF), Martin Thür (ATV) und im Vordergrund Stefan Häckel, CEO Vice CEE.

© Vice/Samuel Colombo/Optical Engineers (2)

Talkrunde v.l. Rainer Nowak (Die Presse), Moderator Jakob Steiner, Markus Lust (Vice), Lisa Totzauer (ORF), Martin Thür (ATV) und im Vordergrund Stefan Häckel, CEO Vice CEE.

Redaktion 09.06.2017

Fehlerkultur? Fuck the Rules!

Vice Austria feiert seinen zehnten Geburtstag mit einem prominent besetzten Talk zu einem spannenden Thema.

WIEN. Happy Birthday, Vice Austria feiert seinen Zehnten! Den Auftakt machte am Dienstag dieser Woche eine Panel-Diskussion zum Thema „Fuck the Rules – Fehlerkultur im Journalismus”. Corinna Milborn (Puls 4), Martin Thür (ATV), Lisa Totzauer (ORF), Rainer Nowak (Die Presse), Markus Lust (Vice) und Moderator Jakob Steiner (Vice) diskutierten über den Status quo des heimischen Journalismus und die Fehlerkultur in den österreichische Medien – über Fehler, Fuckups und Regelbrüche.

Einigkeit herrschte darüber, dass Fehler nicht zwingend als Verstöße gegen journalistische Sorgfaltspflichten betrachtet werden müssen. Vielmehr ermutigten die Panel-Teilnehmer insbesondere den Nachwuchs, gängige Konventionen und Regeln zu hinterfragen. Denn nur so könnten junge Leute nicht nur „eine notwendige Prise mehr ‚Fuck the Rules' in die Medienhäuser bringen, sondern auch mehr Selbstreflexion und mehr Innovationen”.

Wenig Zeit, wenig Ressourcen

Im Journalismus machen österreichische Medien im Großen und Ganzen einen guten Job, waren sich die Diskutanten einig – trotz eines gravierenden „Ressourcenproblems”. Mit „viel reproduktiver Tätigkeit” skizzierte Milborn den journalistischen Alltag in vielen Medien. Es bliebe heute oft weniger Zeit dafür, eigene Themen aufzutun und aufzubereiten.

Nowak beschrieb die Presse am Sonntag als gelungenes Beispiel dafür, abseits der „Nachrichten-Nachbereitung” auch neue Wege zu beschreiten, einen anderen Zugang in Themenwahl und Aufbereitung anzubieten – und damit auch andere Leserkreise anzusprechen. „Fehler” stünden auch für das Zulassen neuer, spannender, innovativer Ideen – sie zuzulassen, hieße auch, den Handlungsspielraum einer Redaktion zu erweitern. Und wer seiner Redaktion den Rücken stärkt, wenn doch etwas passiert, so Totzauer, erziehe Mitarbeiter letztendlich auch dazu, von vornherein weniger Fehler zu machen. Im Fokus der Diskussion standen auch Themen wie der Umgang mit Meinungsjournalismus – etwa während der Flüchtlingskrise – und die Schere im Kopf, die seit der permanenten Begleitung des Journalisten durch die Sozialen Medien manchmal zu vorauseilender Selbstzensur verleite. (sb)

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