MARKETING & MEDIA
Frauen wollen mehr Vernetzung © Anna Konrath

Visionen Auf Basis der Ergebnisse des Female Founders Reports haben die Initiatorinen auch ein Visionspapier verfasst. Auf dem Bild zu sehen ist Lisa Fassl, Co-Gründerin von Fe­male Founders.

© Anna Konrath

Visionen Auf Basis der Ergebnisse des Female Founders Reports haben die Initiatorinen auch ein Visionspapier verfasst. Auf dem Bild zu sehen ist Lisa Fassl, Co-Gründerin von Fe­male Founders.

daniela prugger 16.12.2016

Frauen wollen mehr Vernetzung

Eine Studie zeigt: Frauen gründen deutlich weniger Start-ups als Männer. Aber warum eigentlich?

••• Von Daniela Prugger

WIEN. Die österreichische Start-up-Szene bleibt männerdominiert. Bei der Anzahl der Gründungen durch Frauen wurde zuletzt sogar ein Rückgang verzeichnet – ihr Anteil betrug im Jahr 2015 lediglich 15,5%, das belegte der European Start-up Monitor.

Mit den Hintergründen dieser Entwicklung hat sich vor Kurzem auch das Wissenstransferzentrum Ost (WTZ Ost) befasst und nun den Female Founders Report 2016 veröffentlicht. Die Studie beschäftigt sich mit 200 Frauen, die entweder schon einmal ein Unternehmen gegründet haben oder ebendies planen.

Großteil in Kreativwirtschaft

Der Großteil der befragten Frauen gründete in den Bereichen Kunst und Kultur (19%), Medien- und Kreativwirtschaft (18%), Consulting und Agentur (17%) sowie Marketing und PR (13%). Auch bei den zukünftigen Gründerinnen liegen diese Branchen hoch im Kurs. Nur wenige Frauen haben ein Unternehmen im Bereich Technik, IT oder Life Sciences gegründet.

Selbstbewusstsein

Im Report wurde auch die Motivation abgefragt. Bei beiden Gruppen (aktuelle und zukünftige Gründerinnen) wurde als Hauptmotivationsfaktor Selbstverwirklichung (34% bzw. 45%) und die Möglichkeit, die eigene Chefin zu sein (27% bzw. 23%), angegeben. Die Gründerinnen führen an, durch ihre Start-ups an Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen (24%) gewonnen zu haben und sich durch das „Tun” das notwendige Know-how zur Unternehmensgründung (19%) und Durchhaltevermögen (15%) angeeignet zu haben. Diese Erfahrungen stehen den zukünftigen Gründerinnen noch bevor und decken sich demnach mit den von ihnen angegebenen Ängsten: 42% der Frauen, die vorhaben, ein Unternehmen zu gründen, fürchten die finanzielle Unsicherheit.

30% haben Angst vor der Überforderung und fehlender Ausdauer im Gründungsprozess, und 11% befürchten, dass kein Interesse am Produkt oder der Dienstleistung bestehen könnte.

Wunsch nach Vernetzung

Nahezu die Hälfte der befragten Frauen ist älter als 36 Jahre. Bei den Frauen, die bereits ein Unternehmen gegründet haben, verfügen 91% über einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss. Die Mehrheit der Befragten (71%) wünscht sich von ihrer Ausbildungsstätte Unterstützungsleistungen im Gründungsprozess – also eine praxisorientierte Lehre, Vernetzung und die Vergabe von Förderungen und Stipendien. Vor allem Frauen, die erst vorhaben, ein Unternehmen zu gründen, wünschen sich längerfristiges Coaching und Mentoring.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema