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Gesucht wird zwar mobil, gebucht aber am Desktop
02.04.2015

Gesucht wird zwar mobil, gebucht aber am Desktop

Flexibel Bei der Suche nach Informationen und Produkten switchen User mehrfach zwischen Mobile & Online hin und her

Große Marken bevorzugen laut einer Studie immer mehr den „Always-Connected”-Konsumenten.

Der moderne Internet-User ist ein Smart-Shopper, der bei der selben Suche parallel auf mehreren digitalen Ebenen recherchiert.

San Francisco. Eine neue Untersuchung von weltweit aktiven Werbetreibenden, die zusammen mehr als sieben Milliarden US-Dollar für Online-Anzeigen ausgeben, zeigt eine mögliche Verschiebung der Prioritäten großer Marken, die künftig Mobile an erste Stelle setzen könnten, um den „Always-Connected”-Konsumenten zu erreichen.

Die Folge dieser Entwicklung: Einst ein „Nice-to-have”, soll demnächst mobile Werbung die Mehrheit der Online-Werbeausgaben auf sich vereinnahmen. So zumindest der Tenor eines Reports von Marin Software, eines weltweit agierendes Werbetechnologie-Unternehmens. Das Fazit der Studie: Angetrieben dadurch, dass die Verbraucher mobile Endgeräte so schnell annehmen und gleichzeitig die Klicks und Conversions auf mobile Anzeigen rasant ansteigen, würden Werbe­treibende Ende 2015 mehr für mobile Anzeigen als für Desktop-Anzeigen ausgeben, so der Report. Kuriosität am Rande: Der Report zeigt, dass die Verbraucher mobile Endgeräte für die Produktsuche nutzen, aber trotzdem die meisten Online-Käufe über den Desktop tätigen. Für Werbetreibende sei es daher essenziell, ihre Cross-Channel-Werbestrategien so anzupassen, dass sie die Konsumenten über Endgeräte und Plattformen hinweg erreichen.

Die globalen Werbetrends

Die Benchmark-Studie „Mobile Advertising Around the Globe: 2015 Annual Report” beinhaltet Statistiken und Trends, die durch die Auswertung des Marin Global Online Advertising Index hervorgehoben wurden. Der Index basiert auf Werbedaten von führenden globalen Marken, die pro Jahr digitale Werbekampagnen im Gesamtwert von mehr als 7 Milliarden US-Dollar über die Marin-Plattform steuern und verwalten. Die Daten repräsentieren alle wichtigen Branchen sowie 13 Länder und Regionen, einschließlich USA, UK, Eurozone, Japan und China.Eine weitere Zahl: Zwischen Jänner und Dezember 2014 ist der Anteil der SEA-Klicks über mobile Endgeräte von 32 auf 44% angestiegen. Es wird erwartet, dass Mitte des vierten Quartals 2015 die Klicks aus der bezahlten Suche über mobile Endgeräte mehr als 50% des gesamten SEA-Markts ausmachen werden. Als Antwort auf diesen Trend wird erwartet, dass Werbetreibende Ende 2015 mehr für mobile Suchanzeigen ausgeben werden als für Anzeigen in der Desktopsuche.Obwohl Mobile wächst, zeigt der Report, dass die Konsumenten mobile Endgeräte eher für die Produktsuche nutzen und auf mobile Anzeigen klicken, den Kauf letztendlich aber, wie schon erwähnt lieber am Desktop abschließen. Die Click-Through-Raten (CTR) von mobilen Search-Anzeigen liegen bei durchschnittlich 2,7%, während die durchschnittliche CTR für Desktop-Anzeigen im Search bei 2,1% liegt.

Aufstieg von Mobile Display

Dasselbe Muster trifft bei mobilen Social-Anzeigen (0,6% CTR) und bei mobilen Display-Anzeigen (0,4% CTR) zu. Wenn es dann aber um die Conversion geht, ist noch immer Desktop führend. Suchanzeigen auf dem Desktop hatten eine durchschnittliche Conversionrate von 10,3% , Social-Anzeigen auf dem Desktop 1,1% und Desktop-Display-Anzeigen 3,1%. Im Vergleich dazu erreichen die mobilen Conversionrates 7,1% (Search), 0,4% (Social), 2,6% (Display).Die Klicks auf mobile Display-Anzeigen sind von Jänner bis Dezember 2014 um 60% gewachsen; zu Beginn lagen sie bei 32%, am Ende bei mehr als 50%. Am Ende des Jahres kam die Mehrzahl der Klicks auf Display-Anzeigen von Smartphones und Tablets. Wieder nahmen die Smartphones den Desktop-PCs die Klicks weg. Der Anteil an den Klicks hat sich zwischen Jänner und Dezember 2014 nahezu verdoppelt.

Smartphone & Tables rules

Wenn diese Trends anhalten, wird zu Beginn des vierten Quartals 2015 der Prozentsatz an Klicks auf Display-Anzeigen nur über Smartphones (Tablets nicht eingerechnet) die Mehrzahl der digitalen Display-Klicks verbuchen.Mobile Endgeräte machen bereits die Mehrheit der Ausgaben für Social-Anzeigen aus. Mehr als 55% der Budgets für Social Advertising fließen in Smartphone- und Tablet-Kampagnen. Es ist kein Wunder, dass Unternehmen reichlich in mobile Anzeigen investieren. Denn sie funktionieren: 62% aller Klicks auf Social-Anzeigen kommen von Smartphones und Tablets.Während Verbraucher noch hauptsächlich am Desktop Videos anschauen, holen mobile Endgeräte schnell auf. Daten von eMarketer zeigen, dass Smartphones und Tablets 30% aller Online Video-Views im dritten Quartal 2014 auf sich vereinten; dieser Prozentsatz ist steigend.

„Mobile” Konsumenten

„Der Aufstieg von Mobile ist erstaunlich. Aber es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass die meis-ten Menschen zwischen Desktop und mobilen Endgeräten mehrfach hin- und her springen, wenn sie recherchieren oder Produkte kaufen”, sagt Matt Ackley, CMO of Marin Software. „Unsere neuen Daten zeigen, dass Werbetreibende ihre Strategien anpassen müssen, um die Verbraucher über mehrere Kanäle zu erreichen. Dazu müssen sie Tools einsetzen, die es ihnen ermöglichen, exakte Attribution für mobile Anzeigen vorzunehmen. Klicks auf mobile Anzeigen führen nicht immer direkt zur Conversion. Aber sie beeinflussen sehr oft Käufe, die über den Desktop oder im Ladengeschäft abgewickelt werden.” (red)

Für zusätzliche Insights und Daten rund um Global Mobile Advertising sorgt ein Blick in den „Mobile Advertising Around the Globe: 2015 Annual Report” unter:http://bit.ly/1GYbSq3

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