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Grayling: Eine NeupositionierungFokus auf den Ausbau der digitalen Kompetenz, Vielseitigkeit als Erfolgskriterium und neue Chancen und Möglichkeiten. © Grayling/Inge Prader

Agenturchefin Sigrid Krupica (dritte von links) mit ihren fünf neuen Managing Directors bei Österreichs größter ­Kommunikationsagentur Grayling (v.l.n.r.): Günter Schiester, Nicole Hall, Ingrid Spörk, Elisabeth Totschnig und Dirk Moser.

© Grayling/Inge Prader

Agenturchefin Sigrid Krupica (dritte von links) mit ihren fünf neuen Managing Directors bei Österreichs größter ­Kommunikationsagentur Grayling (v.l.n.r.): Günter Schiester, Nicole Hall, Ingrid Spörk, Elisabeth Totschnig und Dirk Moser.

12.06.2015

Grayling: Eine Neupositionierung
Fokus auf den Ausbau der digitalen Kompetenz, Vielseitigkeit als Erfolgskriterium und neue Chancen und Möglichkeiten.

Im Gespräch Die neue Grayling-Führung um Sigrid Krupica über die Neupositionierung und das erste Jahr nach dem Wechsel an der Agenturspitze

Wien. Seit fast einem Jahr steht Grayling, Österreichs führende PR-Agentur, unter neuer Leitung. medianet traf Sigrid Krupica und Günter Schiester von der neuen Führungsriege und sprach mit ihnen über die Neupositionierung nach dem Ausstieg der langjährigen Geschäftsleitung im Sommer 2014 und über die kommenden Anforderungen und Herausforderungen an die Kommunikationsbranche.

Der Ausstieg des ehemaligen Agenturchefs Sepp Tschernutter habe Raum für persönliche Weiterentwicklung und einen Schub an Motivation mit sich gebracht. „Wir haben es geschafft, die Energie, die durch diesen Wechsel freigeworden ist, sehr gut zu kanalisieren und in die richtige Richtung zu lenken”, berichtet Geschäftsführerin Sigrid Krupica gegenüber medianet.

Vier Kernteams

Das Unternehmen beschäftigt derzeit 40 Berater aus den verschiedensten Disziplinen. Zu den wichtigsten Kunden zählen unter anderem Kapsch, Austrian Energy Agency, AMS Österreich, Mondelez, Austrian Development Agency und Emirates sowie der vor Kurzem gewonnene Pharmariese AstraZeneca. „Wir sind in insgesamt vier Kundenteams mit unterschiedlichen Branchenschwerpunkten aufgeteilt. Neben dem Consumer-Brands-Sektor mit Tourismus und Gesundheit gibt es den Bereich Technologie mit Media und Telekommunikation. Hinzu kommt der Industriebereich mit Professional Services und Finanzthemen und schlussendlich der Bereich Public Sector gemeinsam mit den Infrastrukturthemen”, schildert Krupica weiter. „Und selbstverständlich findet ein reger Austausch unter den Teams statt.”
Die Agentur in der Wiener Siebensterngasse hat in den letzten Jahren viel in den Ausbau der Social Media-Kompetenz ihres Teams investiert. „Unsere ganze Arbeitsweise musste sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Vor ein paar Jahren gab es mit diesem Thema bei einigen Kunden noch gewisse Berührungsängste, doch mittlerweile ist es nicht mehr wegzudenken”, rekapituliert Günter Schiester, Managing Director für Consumer Brands und Tourismus. „Unser Ziel ist es, immer einen Schritt voraus zu sein und zu wissen, welche Trends sich gerade entwickeln; unser internationales Netzwerk hilft uns, hier immer am Laufenden zu sein.”
Vielseitigkeit sei in der Kommunikationsbranche eines der wichtigsten Erfolgskriterien. Um den aktuellen Trends und gesellschaftlichen Entwicklungen gerecht zu werden, setzt Grayling deshalb auf Diversität im Team. „Bei uns arbeiten Menschen, die sich hinsichtlich Alter, Nationalität, Ausbildung und beruflicher Erfahrung unterscheiden. Dabei kommt viel an Know-how zusammen. Die Jungen sind beispielsweise mit den Sozialen Medien aufgewachsen und bringen dieses Wissen mit, und wir ergänzen es durch unsere langjährige PR-Erfahrung. Diese Vielfalt spiegelt die Gesellschaft wider und hilft uns dabei, in unseren Kampagnen und Kommunikationsstrategien den richtigen Ton zu treffen”, so Sigrid Krupica.

Wahre Geschichten

Einen weiteren wichtigen Aspekt im Daily Business der Agentur stellt das geflügelte Wort „Story Telling” dar; Krupica dazu: „Geschichten müssen dabei vor allem eines sein: wahr. In der PR geht es darum, die Wahrheit zu erzählen und diese mit Informationen, Fakten und Argumenten so interessant aufzubereiten, dass sie von den Konsumenten auch verstanden und aufgenommen wird.”
Die digitalen Revolution der letzten Jahre brachte auch in der PR-Königsdisziplin „Change Management und Krisenkommunikation” Veränderungen mit sich. Auf die Frage nach den größten Herausforderungen in diesem Bereich reagierte die Geschäftsleitung wie folgt: „Wir würden eher von neuen Chancen und Möglichkeiten sprechen, die sich hier ergeben. Krisen, die vor allem online und in Sozialen Medien ihre Öffentlichkeit finden, lassen sich mit den richtigen Tools für Analyse und Monitoring ganz anders lenken und begleiten als herkömmlich ablaufende Krisen.”

Parallele zum Fußball

Kritisch sieht die Grayling-Geschäftsführung die vielen Quereinsteiger in die PR-Branche und die starke Tendenz zum Preisdumping. Wo es früher wenige große Agenturen gab, tummeln sich heutzutage viele Einzelunternehmer, die oftmals ohne einschlägige Berufsausbildung PR-Beratung anbieten. Deren Billig-Angebote kommen ihren Kunden und ihnen selbst oft teuer zu stehen. „Es ist bei der PR so ähnlich wie beim Fußball, wo jeder glaubt, dass er Fußballtrainer ist”, stellt Günter Schiester fest.
Der Zukunft blickt Österreichs größte PR-Agentur freudig entgegen: „Es haben sich gleich am Anfang des Jahres viele spannende Projekte aufgetan, wir haben schöne Etats gewonnen, wie die Kroatische Zentrale für Tourismus, das Corporate Publishing für den Verbund sowie die Tourismusmarke Roter Hahn. Das internationale Geschäft liegt derzeit bei ca. 20-30%. Da wollen wir auf jeden Fall noch ein bisschen raufgehen. PR ist weiterhin ein boomendes Gewerbe und es gibt noch viel Luft nach oben – vor allem für professionell ­gehandhabte Beratung”, schließt Krupica.(hof/cnt)

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