MARKETING & MEDIA
Hass: Alltag im Netz © Business Riot/Pamela Rußmann

Hanna Herbst (Vice), Philipp Ikrath (jugendkulturforschung.de), Sandra Baierl (Kurier), Muna Duzdar (Staatssekretärin für Digitalisierung) und Angelika Simma (Caritas) vor Kurzem am Business Riot Festival in Wien.

© Business Riot/Pamela Rußmann

Hanna Herbst (Vice), Philipp Ikrath (jugendkulturforschung.de), Sandra Baierl (Kurier), Muna Duzdar (Staatssekretärin für Digitalisierung) und Angelika Simma (Caritas) vor Kurzem am Business Riot Festival in Wien.

daniela prugger 28.10.2016

Hass: Alltag im Netz

Den „Hass­postern” muss klar werden, dass das Netz kein rechtsfreier Raum ist, so Staatssekretärin Muna Duzdar.

••• Von Daniela Prugger

WIEN. Online ausrasten geht schnell – besonders häufig und gern in der Form von Hasspostings in Medienforen. „Hass im Netz” war auch ein Thema am diesjährigen Business Riot Festival. Schließlich stellt uns das Internet als Schauplatz von Mobbing und Lautsprecher von Hassbotschaften vor die drängende Frage: Wie kann politisch, rechtlich und gesellschaftlich gegen Hetze vorgegangen werden?

Angriffe gegen Frauen

„Man muss auf jeden Fall das Bewusstsein schärfen”, ist Muna Duzdar, Staatssekretärin für Digitalisierung, überzeugt. Das Netz sei kein Stammtisch und schon gar kein rechtsfreier Raum. Das müsse sowohl den Postern als auch den Betreibern von Foren selbst klar werden. Denn „wer eine Plattform betreibt, ist auch dafür verantwortlich was dort passiert”, so Duzdar.

Beleidigung, Verleumdung, Hetze – häufig richten sich negative Postings gegen die ­„Lügenpresse”, Minderheiten und Frauen. Die Angriffe gegen sie erfolgen auf einer sehr persönlichen Ebene, seien äußerst untergriffig, so Hanna Herbst von Vice. Auch mit Androhungen sexueller Gewalt, konkret Vergewaltigung, müsse sie umgehen – für Jugendkulturforscher Philipp Ikrath ein Macht- und Erniedrigungsinstrument, das hauptsächlich gegen Frauen eingesetzt wird.

Mehr Sensibilisierung

In diesen Fällen, so Duzdar, solle man sich mit Anzeigen auch nicht lang zurückhalten. „Es gibt Überlegungen, auch Online-­Anzeigeformulare zu machen”, so die Staatssekretärin. Im Innenministerium werde es in nächster Zeit diesbezüglich auch eine eigene Meldestelle geben, die Polizei und Staatsanwaltschaft jedenfalls müssten stärker sensibilisiert werden, denn „es soll sich einfach keine Frau mehr denken, dass sie solche Attacken runterschlucken muss”.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema