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Hundert Lügen © Nelson Photography (2)

Team Steffen Schwarzkopf, Auslandskorrespondent N24, Markus Föderl, Torsten Rossmann (Geschäftsführer N24).

© Nelson Photography (2)

Team Steffen Schwarzkopf, Auslandskorrespondent N24, Markus Föderl, Torsten Rossmann (Geschäftsführer N24).

Gianna schöneich 30.06.2017

Hundert Lügen

Beim N24 Lunch ging es um Donald Trump und einen neuen gesellschaftspolitischen Talk für Österreich.

••• Von Gianna Schöneich

WIEN. Donald Trump bringt zahlreiche Menschen auf dieser Erde zur Verzweiflung. Gescheiterte Klimaabkommen, Lügen, leere Behauptungen, irrsinnige Ideen. Die New York Times brachte die Fakten auf den Tisch: 100 Lügen in 5 Monaten. Einer, der den US-Präsidenten genau beobachtet ist der N24-Korrespondent Steffen Schwarzkopf. Seit Mai 2016 ist er Leiter des N24-Studios in Washington. Vergangenen Montag war er zu Gast in Wien, um beim N24 Lunch im Le Moët Wien – Champagner Bar Wien im Talk über seine Erfahrungen zu berichten.

Mit schusssicherer Weste

Im Bademantel habe er Trump zwar noch nie gesehen, sehr wohl aber bei Pressekonferenzen, auch noch während des Wahlkampfs. Schwarzkopf bereiste schon viele Krisengebiete für den TV-Sender, häufig war er mit Helm und schusssicherer Weste unterwegs – in Washington stehe man auch irgendwie unter Beschuss, sagt er lachend.

Als Journalist unter der Regierung Trump hat man es nicht leicht. Doch nur selten würden Journalisten bei Pressekonferenzen Trump Vorlagen bieten und ihm applaudieren. Die Wortgefechte, die sich Journalisten mit Trump liefern, seien bei Obama unvorstellbar gewesen: „Vor ihm hatten die Reporter viel mehr Respekt”, sagt Schwarzkopf.
Dennoch betrachtet er Donald Trumps Verhalten als Geschenk: „Man hat als Korrespondent viel zu tun. Das ist schön. Der Nachteil ist, man ist häufig nachts im Einsatz.”
Im Spielzimmer seiner Kinder hat sich Schwarzkopf deswegen ein Mini-Studio eingerichtet, um von dort aus die Live-Schaltungen zu machen. Mit einer Sprachwissenschaftlerin konnte sich Schwarzkopf bereits über die Ausdrucksweise Trumps unterhalten.
Sein Wortschatz umfasse den eines Vierjährigen. Wörter wie „bad” oder „amazing” würden immer wieder wiederholt werden – die einfachen Botschaften würden sich allerdings gut manifestieren.

Unbewusstes Lügen?

Der Journalist, glaubt Trump, würde in seiner eigenen Welt leben: „Ich glaube nicht, dass er bewusst lügt. Er entscheidet, dass etwas so ist. Das ist für ihn dann die Wirklichkeit.”

Auch hält er es für wahrscheinlich, dass Trump wieder gewählt würde und tatsächlich, wie vom Präsidenten bereits angekündigt, acht Jahre im Amt bleiben könnte.
Den kommenden G20-Gipfel beschreibt Schwarzkopf mit folgenden Worten: „Es könnte heiß werden – die Temperaturen auf der Straße und politisch betrachtet.” Der Gipfel wird auf N24 jedenfalls ein Höhepunkt sein.

Keine Kooperationspartner

Seit einem Jahr ist N24 am österreichischen Markt – ein schwieriges Unterfangen, nennt das Geschäftsführer Torsten Rossmann. Es sei schwer, das deutsche durch ein österreichisches Signal auszutauschen, doch bisher habe man eine technische Reichweite von 67% erreicht. „Wir haben in Österreich alle Voraussetzungen, um unser Publikum zu finden”, so Rossmann.

Finden will man das Publikum nun mit einem österreichischen Programm.
Die Suche nach Kooperationspartnern hierfür war bislang nicht erfolgreich; man entschied sich für ein eigenes Format. Im Herbst, genauer am 27. September, soll ein gesellschaftspolitischer Talk jeden Mittwoch um 18:30 Uhr auf N24 Austria ausgestrahlt werden.
Moderator ist der österreichische Journalist Markus Föderl; dieser äußerte sich ebenfalls zum neuen Format: „Warum ich an diesem Projekt teilnehme? Weil ich glaube, dass es in diesem Bereich, den wir betreten, bisher eine Marktlücke in ­Österreich gibt. Ich glaube, dass es in Österreich viele spannende Persönlichkeiten gibt, die das TV bisher nicht gezeigt hat.”

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