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„Ich bereue nichts” © Sascha Wurzinger (2)

Hillinger-Wein 1990 übernahm Leo Hillinger das verschuldete Weingut seines Vaters und baute es zu einem der größten privaten Weingüter Österreichs aus.

© Sascha Wurzinger (2)

Hillinger-Wein 1990 übernahm Leo Hillinger das verschuldete Weingut seines Vaters und baute es zu einem der größten privaten Weingüter Österreichs aus.

Nataša nikolić 16.09.2016

„Ich bereue nichts”

medianet bat den „Entrepreneur of the Year” 2012, den Winzer und Vermarktungsprofi Leo Hillinger, zum Interview.

••• Von Nataša Nikolic

WIEN/JOIS. Einer der bekanntesten Winzer Österreichs, Leo Hillinger, sprach mit medianet über seinen Schlüssel zum Erfolg, die Wichtigkeit von Networking und darüber, warum eine gute Idee noch lange nicht reicht, um Erfolg zu haben.

medianet:
Sie erzählen in Ihren Vorträgen vor jungen Leuten gern, wie Sie es geschafft haben, von einem eher unmotivierten jungen Mann zum Vorzeige-Winzer Österreichs zu mutieren. Wie lautet Ihr Erfolgsrezept und haben Sie es je als Last empfunden, das Weingut Ihres Vaters zu übernehmen?
Leo Hillinger: Mein Erfolgs­rezept heißt Konsequenz, Konsequenz, Konsequenz. Das Weingut selbst habe ich komplett aus eigenen Kraft aufgebaut. Von meinem Vater habe ich den Weinhandel und Schulden übernommen, das würde ich heute so nicht mehr machen. Da sich alles aber sehr gut entwickelt hat, bereue ich nichts.

medianet:
Bei der Übernahme hatten Sie Schulden in Höhe von 400.000 Euro. Gab es Momente, in denen Sie am liebsten alles hingeschmissen hätten?
Hillinger: Ich bin ein sehr zielstrebiger Mensch. Aufgeben tu ich nur einen Brief. Wenn du von einer Sache überzeugt bist, bist du auch motiviert, und das war ich immer!

medianet: Was raten Sie Jungunternehmern, die gerade dabei sind, ein Business aufzubauen?
Hillinger: Man muss sich auf seine Stärken konzentrieren und es mit Passion und Leidenschaft ausführen. Es bringt nichts, wenn du in einem Bereich Schwächen hast, dich damit zu verzetteln; hol dir den richtigen Mann dafür und konzentriere dich auf das, was du kannst. Bei mir war es das Verkaufen und Vermarkten, da liegen meine Stärken. Administration & Co ist nichts für mich, da habe ich meine perfekten Leute dafür!

medianet:
Was braucht es aus Ihrer Sicht, um erfolgreich zu sein? Reicht es, eine gute Idee zu haben, oder ist das nur ein Bruchstück?
Hillinger: Eine gute Idee allein reicht definitiv nicht. Qualität ist die Basis und dann geht es darum, das Ganze richtig zu vermarkten – das ist die große Herausforderung.

medianet:
Und welche Rolle spielt das richtige Netzwerk dabei – gerade für Start-ups?
Hillinger: Ein Netzwerk ist ­extrem wichtig, nicht nur für Start-ups. Ich liebe es, zu networken, damit sollte man schon im Kindergarten starten!

medianet:
Sie sind im Oktober Referent bei der For Sale-Tagung in Velden. Ihr Vortrag heißt ,Von der Idee zum durchschlagenden Erfolg – über Stolpersteine zur unverwechselbaren Marke'. Was waren denn die größten Stolpersteine, die Sie überwinden mussten, und wie schwer war dieser Weg rückblickend?
Hillinger: Es gab einige Stolpersteine, und es wird sicher immer wieder welche geben. Aber dann gehe ich einen Schritt zurück und nehme Anlauf.

medianet:
Und abschließend: Welche Bedeutung hatte für Sie die Auszeichnung zum ,Entrepreneur of the Year'? Gab Ihnen das zusätzliche Bestätigung, dass Sie beruflich alles richtig machen?
Hillinger: Ich bin sehr stolz auf diese Auszeichnung, da ich auch der erste Winzer bin, der diese erhalten hat; natürlich motiviert einen das noch mehr und man weiß, dass man was richtig gemacht hat.

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