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In neuem Licht © Moni Fellner/Electric Church

Sergio Manoel Flores Musikalisches Mastermind hinter der Electric Church ist Star-DJ und Producer Sergio Manoel Flores.

© Moni Fellner/Electric Church

Sergio Manoel Flores Musikalisches Mastermind hinter der Electric Church ist Star-DJ und Producer Sergio Manoel Flores.

Redaktion 26.05.2017

In neuem Licht

Electric Church verwandelt die Wiener Kirche am Hof in ein visuelles und musikalisches Spektakel.

WIEN. Am 20. und 21. Oktober wird das Programm „Gabriel” in Wien gefeiert. Bei einem 90-minütigen Konzert treffen die Welten von elektronischen Beats, Klassik und Pop aufeinander und verschmelzen in der Wiener Kirche am Hof miteinander. Die Konzerttournee Electric Church widmet sich inhaltlich dem Erzengel Gabriel, der in elf Kurzgeschichten einen kritischen Blick auf die Menschheit wirft und sich mit Themen wie Mut, Sünde und Liebe befasst. Hinter dem eindrucksvollen Programm steckt Star-DJ, Producer und Komponist Sergio Manoel Flores.

medianet:
Herr Flores, wie haben Sie damals reagiert, als Electric Church-Gründer ­Robert Otto im Jahr 2013 auf Sie zukam und Ihnen die Idee des Konzepts erzählte?
Sergio Manoel Flores: Ich war natürlich von der Möglichkeit begeistert, mich in so einem Rahmen kreativ ausleben zu dürfen, zumal es keine künstlerischen Vorgaben gab. Welcher Künstler wäre das nicht? Eine Kirche in neuem Licht und Klang zu präsentieren, das war eine echte Herausforderung, die ich natürlich dankend angenommen habe. Ich war mir aber auch der Verantwortung bewusst, die diese Aufgabe mit sich bringt, und wollte deshalb für dieses Projekt bewusst auf keine klassische DJ-Situation zurückgreifen, sondern auf ein zusammenhängendes Werk hinarbeiten, welches auch inhaltlich in diesem Kontext und in so einem Bauwerk eine Berechtigung findet.

medianet:
Electric Church bezeichnet sich selbst als Konzert­reihe, und das neue Programm sogar als Oper – was können Konzertgäste erwarten?
Flores: Die Electric Church ist zunächst einmal ein Konzert­erlebnis. Sie verbindet elektronische Klänge mit alternativen Pop-Songs sowie Elementen aus der klassischen Musik. Also Synthesizer mit Streichquartett und elektronische Drums mit großartigen Pop-Sängern. Die Electric Church nutzt und verwandelt das Bauwerk Kirche durch ein ausgeklügeltes Visual- und Lichtkonzept, das mit der Musik ein Gesamtwerk bildet. Die ­Church ist also vieles und daher nicht leicht zu kategorisieren, wir tasten uns daher mit dem Begriff der Elektrosymphonik heran. Aber was sie nicht ist, ist eine Oper. Dazu fehlt uns schon mal der Souffleur (auch wenn ich ab und zu gern wen auf der Bühne hätte, der mir einsagt …).

medianet:
Gibt es bestimmte Kriterien für die Auswahl der Kirchen?
Flores: Es gibt viele Faktoren, die bei der Auswahl der Kirche ausschlaggebend sind. Dazu gehören die allgemeine Atmosphäre, die akustischen Eigenschaften, die Eignung für die Visuals, die ja eine gewisse ­Anzahl an freien Flächen benötigen, aber auch andere profanere organisatorische Auswahl­kriterien. Wir hatten ja bereits die grosse Ehre und das Vergnügen, mit dem letzten Programm im Stephandom zu gastieren. Diese Mal besuchen wir eine nicht minder majestätische Kirche. Mit der Kirche am Hof im ersten Wiener Gemeinebezirk, haben wir die perfekte „Location” gefunden, sie nennt sich auch die Kirche der Engel und gibt dem Titel Gabriel noch mehr Bedeutung.

medianet:
Das neue und gleichnamige Programm dreht sich um den Erzengel Gabriel. Würden Sie sich als eine religiöse Person bezeichnen?
Flores: Ich habe das Konzept und die Komposition nicht unbedingt als eine religiöse Arbeit angelegt. Es soll hauptsächlich wirklich Unterhaltung für alle Konfessionen und Glaubensrichtungen bieten. Die Figuren, Themen und Geschichten in der Bibel finde ich aber sehr faszinierend, weshalb ich gern auf sie zurückgreife. In ‚Gabriel' geht es um einen Blick auf die Menschheit aus der Perspektive eines Wesens, das fast perfekt geschaffen wurde, sich seiner Aufgaben vollkommen und zweifellos bewusst ist und daher teils fasziniert, teils verständnislos auf uns und unser Sein blickt. Es geht in der Show also in Wirklichkeit um den Menschen. Ich selbst bin in einem ständigen Dualismus: ­Einerseits will ich glauben, auf der anderen Seite bin ich Realist. Das zieht sich auch durch andere Lebensbereiche. Romantiker und Realist im Dauerzwist.

medianet:
Welche Erwartungen haben Sie bezüglich der kommenden Tour von Electric Church?
Flores: Das neue Programm wird sowohl musikalisch, als auch visuell anders werden als bisher: atmosphärischer, noch elektronischer und zeitgemäßer. Ich bin sehr gespannt, wie das beim Publikum ankommt. Ich hoffe natürlich auf volle Kirchen, und dass die Leute mit einem Funkeln in den Augen das Konzert verlassen. Ich bin auch guter Dinge, dass die Church bald an viele weitere Orte kommen wird, zu Leuten, die sie bisher noch nicht erlebt haben und denen wir eine für sie vielleicht neue und schöne Erfahrung der Kirche als Ort des Erlebens und der Begegnung bieten können. (red)

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