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Kein CCA. Kein Vorstand. Kein Interview. © leadersnet.at/Christian Mikes
© leadersnet.at/Christian Mikes

Gianna schöneich 21.04.2017

Kein CCA. Kein Vorstand. Kein Interview.

Der Creativ Club hat sich verändert. Warum das nötig war, erklärt Vorstand Alexander ­Hofmann auf Nachfrage von medianet.

••• Von Gianna Schöneich

 

Wenn sich jemand im letzten Jahr verändert hat, dann war es der CCA. Nach dem Branchenaufreger 2015 – dem Ausstieg von Demner, Merlicek & Bergmann aus dem Creativ Club Austria, der zugehörigen Rückholaktion, Umstrukturierungen und zahlreichen Neuerungen, stellte sich bereits im Februar ein völlig neuer CCA der Presse.

Statt einem Präsidenten gibt es nun einen Vorstand, man setzt auf Verjüngung, auf Öffnung.
Diese Neuerungen fanden wohl großen Zuspruch. Über 646 Einreichungen kann der CCA heuer verzeichnen – das sind mehr als 50% Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr; die 120 Einreicher stammen aus allen neun Bundesländern.
Gleichzeitig darf man sich über das 45-jährige Jubiläum freuen und gefeiert wurde vergangenen Donnerstag; dabei wurde der Begriff „Gala” abgeschafft – „wir übersiedeln auch in das Museum für angewandte Kunst; auch dies ist ein Signal, jünger und offener zu werden. Es ist kein Gala-Abend mehr, und die Karten werden auch nur 60 Euro kosten”, so CCA Vorstandssprecher Alexander Hofmann bei einer Pressekonferenz im Februar.
Auf Nachfrage von medianet sprach Hofmann unter anderem über verlorene und gewonnene Mitglieder und weshalb der CCA jünger werden musste.


medianet:
Herr Hofmann, der CCA hat sich im vergangenen Jahr einigen Änderungen unterzogen. Sorgt die Umstellung der Struktur mit einem Vorstand statt einem Präsidenten für mehr Transparenz, oder welche Vorteile hat man sich davon versprochen?
Alexander Hofmann: Mit Transparenz hat das weniger zu tun. Es ging uns nur darum, nicht eine Person in den Vordergrund zu stellen sondern die ­Gruppe als Ganzes. Wir empfanden diese Struktur als zeitgemäßer. Eine diverse Gruppe, in der jeder gleich viel zu sagen hat.

medianet:
Sie sprechen nun von einer Award-Show, haben diese vom Konzerthaus ins MAK verlegt, und die Karten für den Event kosten sehr viel weniger (Anmerkung: von 125 auf 60 €); in einer Pressekonferenz sprach man von einer Verjüngung des CCA. Warum muss der CCA jünger werden?
Hofmann: Weil er sonst irgendwann ausstirbt. Und neue, junge Teilnehmer bringen neue Sichtweisen. Auch ist ‚Jugendförderung' ein wichtiger Aspekt des CCA. Gerade für junge Kreative ist der CCA eine riesige Chance, sich neuen Agenturen zu zeigen und auf sich bzw. sein Können aufmerksam zu machen. Viele große Kreativ- und auch Berater-Karrieren wurden auf der Bühne des CCA beschleunigt.

medianet:
Über 646 Arbeiten wurden eingereicht – sehen Sie das als eine Bestätigung für die Umstrukturierungen?
Hofmann: Ja, wir werten das als Erfolg. Genau wie die stark gestiegenen Bewerbungen.

medianet:
Zwar konnten Sie 28 Mitglieder neu für den Club gewinnen, allerdings verabschiedeten sich auch acht Mitglieder. Was sind die Gründe für neue bzw. vergangene ­Mitgliedschaften?
Hofmann: Eine Netto-Bilanz von +20 in 18 Monaten ist sehr, sehr gut. Dass nicht alle gewisse Neuerungen mittragen würden, war klar und eingerechnet.

medianet: Weshalb wurde die neue Kategorie PR eingeführt?
Hofmann: Weil PR ein integraler Bestandteil moderner Kommunikation ist. Ideen, die keine PR erzeugen können, greifen heute zu kurz. Dem wollten wir Rechnung tragen und eine neue Kategorie widmen. Es gab auch bisher immer Arbeiten, die in diese Kategorie gefallen wären, aber dann eben in anderen, weniger passenden eingereicht wurden. Das haben wir mit heuer korrigiert. Und die Einreichzahlen geben uns hier recht.

medianet:
Wie haben sich Jurysitzungen und Juryzusammensetzung verändert – welcher Zweck wird damit verfolgt?
Hofmann: Wir haben wieder externe Juroren eingeführt, um mehr Transparenz in die Jurys zu bringen und den – ungerechtfertigten – Vorwurf ‚da ­schanzen sich die Mitglieder gegenseitig Preise zu' auszuhebeln. Die Jurys werden rein nach kreativem Können und kreativer Leistung zusammengesetzt – Leute, die in den letzten Jahren bei Wettbewerben relevante Preise gewonnen haben. Und die die richtige, positive, faire, aber dennoch harte Einstellung zum Jurieren haben. Keine Motzer, Schlecht­reder, aber eben auch keine Schulterklopfer und Goldverteiler.

medianet:
Für wen ist der CCA eigentlich relevant? Orientieren sich mögliche Kunden an den Auszeichnungen?
Hofmann: Die wichtigste Zielgruppe für den CCA sind die Kreativen und Agenturen. Diese matchen sich hier und werden im Wettbewerb miteinander besser. Quasi als Abstrahl­effekt entsteht hier auch eine Relevanz für die Kunden. Der CCA ist der mit Abstand größte und wichtigste Wettbewerb Österreichs. Keine andere Jury arbeitet dermaßen professionell, hart und fair.

Wenn man da an manch andere Awards denkt, bei denen man heute noch für seine eigenen Arbeiten stimmen kann, wird klar, auf welch hohem Level der CCA hier agiert.


Weitere Informationen rund um den Creativ Club finden Sie online: www.creativclub.at

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