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Keine goldenen Nasen © designaustria/Bernhard Wolf

Severin Filek, Geschäftsführer von designaustria: Top-Verdiener sind die Ausnahme.

© designaustria/Bernhard Wolf

Severin Filek, Geschäftsführer von designaustria: Top-Verdiener sind die Ausnahme.

britta biron 30.06.2015

Keine goldenen Nasen

Das liebe Geld Spitzenverdienste sind sowohl bei Freiberuflern als auch angestellten Designern die Ausnahme

Einkommensreport: Erfahrung & Qualifikation entscheidende Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg.

Wien. Von dem Einkommen, das Branchenstars wie Karim Rashid beziehen, kann die Mehrheit der Designer in Österreich nur träumen. Durchschnittlich beträgt das Gehalt der Angestellten 2.800 Euro monatlich – das liegt um einiges unter dem Gehalts-Gesamtdurchschnitt. Spitzenverdiener mit Bezügen von mehr als 5.700 Euro pro Monat sind rar gesäht – ihr Anteil liegt bei gerade einmal drei Prozent, während mehr als jeder Fünfte weniger als 2.100 Euro monatlich verdient.

Viele Geringverdiener

Freiberufler kommen im Schnitt auf ein Jahreseinkommen von 46.300 Euro. Allerdings ist hier mit 8% die Quote der Top-Verdiener, die sich über mehr als 150.000 Euro freuen können, deutlich höher als bei den Angestellten. Auf der anderen Seite gibt es bei den Selbstständigen auch deutlich mehr Geringverdiener – immerhin bezifferte ein Drittel der für die Umfrage von designaustria, dem Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner (BDG) und dem Verband Deutscher Industrie Designer (VDID), Befragten ihre jährlichen Einnahmen mit weniger als 20.000 Euro.
„Industriedesigner sind im Schnitt finanziell etwas erfolgreicher als ihre Kollegen aus dem Kommunikationsdesign”, erläutert Severin Filek, Geschäftsführer von designaustria, die Ergebnisse. Dass die heimischen Designer insgesamt etwas schlechter abschnitten als ihre deutschen Kollegen, führt er vor allem darauf zurück, dass sich mehr junge Designer in Österreich an der Umfrage beteiligt hatten.
Und der wirtschaftliche Erfolg hängt entscheidend von Erfahrung und Qualifikation ab, wie die Queranalysen zeigen, die erstmalig einen detaillierten Blick auf die Beteiligten der Designbranche erlauben.
Mit jedem Jahr Berufserfahrung mehr steigen Gehalt und Honorar deutlich. Für Industriedesigner und angestellte Kommunikationsdesigner gilt: Je qualifizierter der Abschluss, desto höher Einkommen und Einnahmen. Bei den selbstständigen Kommunikationsdesignern hingegen kann man be-obachten, dass die Teilnehmer ohne akademischen Abschluss häufig zu den Besserverdienenden zählen. „Möglicherweise erwirbt diese Gruppe durch ihre Ausbildung mehr unternehmerische und organisatorische Kompetenzen, die für den Erfolg als Selbstständiger von Bedeutung sind”, vermutet Filek. „Noch wichtiger für den nachhaltigen Erfolg der Designer ist aber ein Markt, der seriöse Kalkulationen zulässt und Entwurfsleistungen fair honoriert. Der Report zeigt sehr deutlich, dass der Designmarkt für ein Viertel der Gestalter diese Fairness nicht hergibt.”
Der gesamte Report kann um 10 Euro bei service@designaustria.at angefordert werden.

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