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Lasst uns bitte wegschauen
Gianna schöneich 04.11.2016

Lasst uns bitte wegschauen

Erstaunliche Fakten aus Österreich, ungesunder Energy-Drink-Konsum und die US-Wahl.

Kommentar ••• Von Gianna Schöneich

IGNORANZ. Das Linzer Meinungsforschungs­institut Imas veröffentlichte eine repräsentative Meinungsumfrage. Eines der Ergebnisse: 37% der Österreicher sehen eine Spaltung im Land. Von dieser war vor allem im Zusammenhang mit der Bundespräsidentenstichwahl die Rede. Überraschend. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die erste Stichwahl ja 49,7% zu 50,3% ausging. Zweiteilung? Spaltung? Völlig neue Gedanken, die sich hier auftun. Wie man das bisher nur übersehen konnte … Einfach mal wegsehen und das Offensichtliche gekonnt ignorieren. In Zeiten wie diesen könnten wir damit sehr gut fahren, und das Leben wäre so viel schöner. Doch meist holt uns die Realität dann doch zurück.

Energy-Drinks sorgen für Energie, klare Sache. Da kann man schon mal vier, fünf täglich zu sich nehmen. Natürlich überschreitet man da vielleicht die ein oder andere Tagesdosis. Aber Ignoranz hilft. Dumm nur, wenn man dann doch mit akuter Hepatitis ins Krankenhaus eingeliefert wird.
Oft kommt es bei der Sache mit der Realität auch auf einen guten Zeitpunkt an. Nach den TV-Duellen zwischen Clinton und Trump gab es doch tatsächlich die Hoffnung, der mächtigste Mann der Welt würde nicht ein lügender Sexist werden. Und dann kam das FBI … James Comey, oder wie der FBI-Chef auch liebevoll genannt wird „Boy Scout”, hat zu einem denkbar blöden Zeitpunkt veröffentlicht, das FBI prüfe weitere E-Mails aus dem Umkreis Hillary Clintons.
Natürlich ist der Zeitpunkt rein zufällig, Comey ist ja auch kein Mitglied der Republikaner mehr und hat auch nur rein zufällig 2008 und 2012 den Wahlkampfgegner von Obama mit Spenden unterstützt. Eine Aufklärung des FBI werden wir vor der Wahl am 8. November nicht mehr erwarten dürfen. Doch wen interessiert überhaupt die Wahrheit oder die Fakten? Trump bewegt sich ­ohnehin im faktenfreien Raum und missachtet die Realität gnadenlos. Bleibt die Hoffnung, dass die Amerikaner bei der neuerlichen „Clinton-Affaire” einfach wegschauen.
Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Paul Eiselsberg auf Seite 14 dieser Ausgabe.

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