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Media-Analyse: Nicht für alle ein Quell der Freude © Panthermedia.net/Peter Mautsch
© Panthermedia.net/Peter Mautsch

Michael Fiala 20.10.2017

Media-Analyse: Nicht für alle ein Quell der Freude

Die Media-Analyse 2016/17 hat wieder viele Ergebnisse ­hervorgebracht, die erst eingeordnet werden müssen.

••• Von Michael Fiala

 

Ob mit Spannung erwartet oder nicht, ob das Ergebnis für jeden selbst dann entsprechend so gedeutet werden kann, dass die Entwicklung passt oder nicht: Die Media-Analyse 2016/17 hat einige interessante Zahlen hervorgebracht – einige Medien können signifikante positive wie negative Änderungen verzeichnen. Alles in allem lesen 65,5 Prozent der Österreicher ab 14 Jahren Tageszeitungen – das sind 4,87 Mio. Menschen. Damit wird hier eine merkliche Delle von 2,1 Prozentpunkten im Vergleich zu 2015/16 verzeichnet – damals waren es noch 67,6 Prozent.

„Krone” kann sich behaupten

Auf dem Thron der Tageszeitungen aus nationaler Sicht konnte sich die Kronen Zeitung mit einer Reichweite von 30,1 Prozent (2,24 Mio. Leser) behaupten. Mit 812.000 Lesern (10,9 Prozent Reichweite) folgt die Kleine Zeitung auf Platz zwei, gefolgt vom Kurier, der einen Rückgang von 0,6 Prozentpunkte (auf 7,4 Prozent) hinnehmen musste und damit 551.000 Leser erreicht.

Positiv entwickelt hat sich zudem Der Standard, der sich von 5,4 auf 6,0 Prozent nationale Reichweite steigern konnte. Weniger gut hingegen ist die Bilanz von Fellners ­Österreich, das von 8,5 auf 7,2 Prozent gerutscht ist. Heute und Die Presse bleiben stabil bei 12,9 bzw. 4,1 Prozent Reichweite.
Eine Art Schallmauer haben die Titel der Regionalmedien Austria (RMA) durchbrochen: Mit einer Steigerung von 1,6 Prozentpunkten wurden 50,5 Prozent nationale Reichweite erreicht – oder in absoluten Zahlen: 3.759.000 Leser.

Magazine: Harter Kampf

Weniger positiv sind die Entwicklungen der Illustrierten und Magazine zu sehen.

Kommen wir zunächst zu den positiven Ausreißern: Der Falter darf sich wohl nicht zuletzt ob seiner medienwirksamen Geschichten in den vergangenen zwei Jahren über eine nationale Reichweitensteigerung von 1,6 auf 1,8 Prozent freuen. Stabil blieb zumindest Madonna mit 1,3 Prozent im Vergleich zu 1,5 Prozent zum Vorjahr – das ist innerhalb der Schwankungsbreite.
Die Verlagsgruppe News musste mit ihren Titeln durchwegs Verluste hinnehmen: TV-Media verlor von 10,6 auf 9,4 Prozent Reichweite, News verlor von 5,7 auf 4,4 Prozent, ­profil von 4,8 auf 4,2 Prozent. Der trend ging von 2,6 auf 1,3 Prozent zurück (Hinweis: dieser wurde vor der Einstellung des Format monatlich erhoben, jetzt wöchentlich).
Ebenso einen Rückgang verzeichnen musste Die Ganze Woche – und zwar von 10,8 auf 10 Prozent Reichweite; das entspricht aktuell 743.000 Lesern. Weekend ging ebenfalls um 0,8 Prozentpunkte auf 12,8 Prozent zurück.

14-tägige Titel

Auch bei den 14-täglich oder monatlich erscheinenden Titeln gab es nicht nur good news: Lust aufs ­Leben verlor von 2,0 auf 1,1, ­Medizin Populär sinkt von 3,4 auf 2,8 Prozent und The Red Bulletin verliert einen Prozentpunkt und liegt nun bei 9,3 Prozent.

Bei Gusto, Woman, Diva, Eltern, Miss, Wienerin, Top Gewinn und Gewinn waren die Kennzahlen auch nicht wirklich erfreulich.
Positiv hervorstechen in dieser Gruppe konnte das ARBÖ-Magazin Freie Fahrt, das sich von 4,7 auf 5,3 Prozent steigern konnte.

ePaper-Nutzung

Mit der MA 2016 wurde erstmals eine allgemeine Frage zur ePaper-Nutzung gestellt. Ermittelt wurde dabei, ob bestimmte Zeitungen oder Zeitschriften zumindest gelegentlich zusätzlich oder ausschließlich als ePaper gelesen werden.

Bei der Frage „Gibt es bestimmte Zeitungen oder Zeitschriften, die Sie – zumindest gelegentlich – zusätzlich oder ausschließlich als ePaper lesen?” wurden bis 1. Halbjahr 2016 die Antwortmöglichkeiten „Ja, ich lese zumindest eine Zeitung/Zeitschrift ausschließlich als ePaper” und „Ja, ich lese zumindest eine Zeitung/Zeitschrift sowohl gedruckt als auch als ePaper” mit entweder oder abgefragt.
Seit dem 2. Halbjahr des Jahres 2016 ist hier eine Mehrfachnennung möglich. Bei den Werten zur ePaper-Nutzung handelt es sich nicht um Reichweiten: Sie geben Auskunft über das zumindest gelegentliche Lesen von ePaper (Zeitung/Zeitschrift).
Die Ergebnisse im Detail für den neuen Kanal: Knapp 1,5 Mio. Leser nutzen ePaper-Angebote, 886.000 lesen gedruckt und digital, 655.000 ausschließlich als ePaper.

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