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Nicht ohne mein Handy: Zahlen, Daten, Fakten © Panthermedia.net/Pxhidalgo
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PAUL CHRISTIAN JEZEK 23.09.2016

Nicht ohne mein Handy: Zahlen, Daten, Fakten

Mobile Marketing Association Austria & MindTake Research präsentieren den Mobile Communications Report.

••• Von Paul Christian Jezek

 

Den neuesten Zahlen der Mobile Marketing Association Austria (MMAA) zufolge nutzen hierzulande bereits unglaubliche 92% (von mehr als 1.000 mithilfe des Online-Panels von MindTake Research Befragten aktuell ein Smartphone.

Denn die ersten Aktionen von Herrn und Frau (und Kind!) Österreicher in der Früh sehen so aus: Wecker abschalten, SMS, WhatsApp oder E-Mail-Nachrichten lesen und natürlich Social Media-Netzwerke besuchen. „Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass immerhin 45% die Push-Funktion in Apps aktiviert haben”, meint MMAA-Präsident Andreas Martin. Die Bluetooth-Funktion nutzen 79% der Befragten, WLAN haben 58% permanent aktiviert, und 11% haben auch NFC bereits zumindest einmal genutzt. Die genutzten mobilen Betriebssysteme sind zu 61% Android, zu 2% Apple iOS und zu 5% Windows Phone. Spannend: Rund ein Zehntel weiß nicht, welches Betriebssystem im eigenen Smartphone installiert wurde. 77% nutzen ein Datenpaket, 20% der Vertrags-Handys haben Datenpakete mit einem Volumen von zwei bis 3 GB pro Monat.
Und auch die Tablet-Marktdurchdringung ist erneut gestiegen: 58% nutzen eines oder mehrere Tablets.
Mobile Advertising kommt in Österreich – im doppelten Wortsinn – an: 70% nehmen mobile Werbung häufig bis weniger häufig wahr. Wenn die Werbung zum Inhalt passt, findet das immerhin ein Viertel gut.
Und: Knapp 70% der mobilen Nutzer haben kein Interesse daran, mobile Werbung mit einem kostenpflichtigen Zusatzpaket des Mobilfunkanbieters zu blockieren, auch wenn weiterhin 78% (Vergleichswert 2015: 81%) der mobilen Internet-User Werbung am Handy allgemein als störend empfinden.

Gute Akzeptanz

Wie wichtig das Handy bereits für Online- wie Offline-Händler ist, zeigt sich aktuell an den Zahlen der mobilen Internet-Nutzer, die online Preise vergleichen (60%), die mit dem Handy ein bestimmtes Geschäft oder eine Filiale suchen (59%) oder sich über Produkte informieren (58%). „Das Smartphone ist ein nützlicher Helfer beim Einkauf im stationären Handel”, bestätigt Martin. Die beliebtesten eCommerce Apps der Österreicher sind Amazon (64%) und willhaben (60%).

Die beliebtesten Artikel, die im letzten halben Jahr direkt übers Handy gekauft wurden, sind Bekleidung und Schuhe (44%) sowie elektronische Geräte (34%). Bei den mobilen Einkaufstrends sind zwischen den Geschlechtern aber klare Präferenzunterschiede zu verzeichnen: Top-Seller bei den Frauen sind Bekleidung und Schuhe (61%), bei den Männern liegen elektronische Geräte (51%) ganz vorn.

Mehr Mehrwert muss her

„Der Paradigmenwechsel im Handel ist eingeleitet – das bedeutet jedoch nicht, dass alles Neue das Alte ersetzt”, sagt Martins MMAA-Co-Präsident Harald Winkelhofer. „Es geht um die Kombination von Offline und Online mit einem klaren Mehrwert für den User.” Der Beweis aus dem Mobile Communications Report: Wenn Produkte im Handel nicht wesentlich teurer sind also Online, entscheiden sich noch immer 44 % für den Kauf im stationären Handel. „Die User sind bereits stark in der Nutzung vorangeschritten”, weiß Winkelhofer. Nun sei es höchst an der Zeit, intelligente und durchdachte mobile Dienstleistungen und Verknüpfungen seitens des stationären Handels nachzuziehen: „Damit das gelingt, gibt es vier Erfolgsfaktoren: Technologie, Integration von Offline und Online, Data und Kreativität.” Beliebtestes Zahlungsmittel bleibt die Kreditkarte, gefolgt von der Online-Überweisung bzw. PayPal.

94% verwenden Apps und 92% der Befragten haben sich auch schon mobile Anwendungen aus dem App-Store heruntergeladen.
Nur wenige App-Nutzer greifen auf kostenpflichtige Anwendungen zurück: 26% nutzen eine bis fünf kostenpflichtige Apps und 8% sechs oder mehr; 73% nutzen standortbezogene Apps.

Die App-Landschaft

Ein zu kleiner Bildschirm (37%), die hohen Roamingkosten im Ausland und nicht optimierte mobile Seiten (jeweils 36%) gehören in Österreich nach wie vor zu den Top-Aufregern beim Surfen übers Handy. Mehr als ein Drittel (34 %) stört sich außerdem an langen Ladezeiten von Webinhalten.

„Regional betrachtet, sind es unterschiedliche Störfaktoren, die bei den Bundesländern ganz vorn liegen: In Niederösterreich (44,3%) und der Steiermark (43,1%) sind es besonders wenig mobiltaugliche Websites, die mobile Internet-User ärgern und im Burgenland (35,3%), Oberöster­reich (46,4%), Tirol (49,3%) und Vorarlberg (44,1%) liegen hohe Roamingkosten an der Spitze”, berichtet Martina Neidhart, Research Director bei MindTake Research. „In Salzburg regt man sich hingegen gleichermaßen über den zu kleinen Bildschirm (44%) und hohe Roamingkosten (44%) auf.”

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