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Okto tanzt aus der Reihe © Sebastian Philipp/Okto

Im Gespräch mit medianet sprach Christian Jungwirth über zehn Jahre Okto..

© Sebastian Philipp/Okto

Im Gespräch mit medianet sprach Christian Jungwirth über zehn Jahre Okto..

04.12.2015

Okto tanzt aus der Reihe

Das nichtkommerzielle Community-TV wird heuer zehn ­Jahre alt. Mit medianet sprach Geschäftsführer Christian Jungwirth über experimentelle Anfänge und die Zukunft.

WIEN. Unter dem Motto „Tanz aus der Reihe” feierte Okto vergangenen Samstag sein zehnjähriges Senderjubiläum.

Im Nachtclub „Grelle Forelle” tanzte der junge Teil der Okto-Zielgruppe zu Acts wie Johann Sebastian Bass oder Etepetete. Im Herbst 2005 gründete sich der Wiener Mit­machsender. Als nichtkommerzielles Communityfernsehen ist Okto eine mediale Plattform für eine pluralistische Gesellschaft. Finanziert wird der Sender durch die Mittel der Stadt Wien sowie der Rundfunk & Telekom Regulierungs-GmbH. Hinter Okto steht die gemeinnützige Community TV-GmbH und der ebenfalls gemeinnützige Verein zur Gründung und zum Betrieb offener Fernsehkanäle in Wien. „Es ist viel weniger ideologiegetrieben, als eine beinharte medienökonomische Überlegung. Für die Vermarktung müsste ich viel Geld in die Hand nehmen. Deswegen bleiben wir lieber ein explizit fokussierter Alternativanbieter”, so Christian Jungwirth, Geschäftsführer von Okto.
Im Gespräch mit medianet blickt er auf die Anfänge des Senders zurück: „Es ist hocherfreulich, dass wir heuer zehn Jahre feiern, wo uns doch viele nicht länger als ein bis zwei Jahre gegeben haben. Okto ist damals als großes Experiment gestartet, juristisch war Österreich auf ein solches Projekt nicht vorbereitet. 2005 war in den Linien des ORF eine gewisse Regierungstreue zu erkennen. Es war ein guter Zeitpunkt, mit einem komplementären Programm an den Markt zu gehen. Der Bedarf war erkennbar, und es brauchte eine Alternative.”

Zahlreiche Meilensteine

Trotz des anfänglich experimentellen Charakters konnte der Sender einige Meilensteine setzen: 2011 startete man mit einer Mediathek, in der Oktothek steht Usern das gesamte Sendearchiv zur Verfügung, seit 2012 strahlt der Sender via DVB-T aus und hat somit die Genehmigung zur digital-terrestrischen Programm­ausstrahlung. „Aufgrund unseres geringen Budgets konnten wir nie auf Lösungen vom Markt zurückgreifen, weswegen wir In-House-Lösungen gefunden haben”, so Jungwirth. Wer selbst produzieren möchte, ist bei Okto ebenfalls richtig: Der Sender unterstützt bei der Formatentwicklung, stellt die Sendezeit sowie das Equipment zur Verfügung (Für die Produzenten ist dies gratis.) In Workshops können die wichtigsten Grundlagen erlernt werden. Derzeit arbeiten für Okto 21 fix angestellte Mitarbeiter, darüber hinaus unterstützen Freiwillige und Prakti­kanten. Für die Zukunft weiß Jungwirth: „Der Fernsehbereich muss sich weiterhin warm anziehen. Wir werden jedenfalls unsere Diversitätsstrategien weiter ausbauen. Wir wollen weiterhin ein alternatives Angebot bieten, damit die Menschen nicht nur auf Mainstream-Medien angewiesen sind.” (gs)

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