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read.it: Flatrate-Modell für Printmedien gestartet © read.it
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29.01.2016

read.it: Flatrate-Modell für Printmedien gestartet

Der erste kostenlose, weil werbefinanzierte ePaper-Kiosk ist on air. Und für 9,90 €/Monat sind die Titel auch ohne Werbung und offline verfügbar.

••• Von Dinko Fejzuli

WIEN. Mit read.it ist diese Woche ein weiterer digitaler Zeitungskiosk in Österreich gestartet. Im Gegensatz zu Blendle, wo einzelne Artikel verkauft werden, setzt read.it auf ein Flatrate-Modell.

Nach dem Prinzip des Musik-Streamingdienstes Spotify gibt es eine durch Werbung – in der Regel Bewegtbild-Spots – finanzierte Gratis-Variante sowie ein Premium-Modell, wo man alle auf der Plattformen versammelten Titel ­lesen kann (in der Premium-Variante auch offline).
Aktuell vereint die App über 200 Titel – vor allem Magazine – von insgesamt 35 österreichischen und deutschen Verlagen.
Als einzige Tageszeitung am Start ist derzeit die Wiener Zeitung. Wann andere österreichische Tageszeitungen ins Portfolio aufgenommen werden, konnte bzw. wollte Jörg Braun, Managing Director bei der deutschen Presse-Vertriebs-Gesellschaft, die hinter read.it steht, nicht verraten.
Aktuell würden etliche Gespräche laufen, und sobald mal ein Bouquet zusammenhabe, werde man ein weiteres Angebot, dieses Mal als werbefreie Tageszeitungs-Flatrate für 14,99 €, anbieten. Zusätzlich wäre auch ein Kombi-Abo von Tageszeitungen und Magazinen für 19,99 € denkbar, so Braun.
Und wer befindet sich derzeit im read.it-Kiosk? Die Verlagsgruppe News ist mit allen zwölf Magazintiteln, von News über profil bis zum trend, an Bord, die Styria Media Group mit dem WirtschaftsBlatt, aber auch etwa der Wienerin und der Diva auf der Plattform.
Daneben können etwa auch die Gratiszeitung Heute, die bereits erwähnte Wiener Zeitung oder das Wirtschaftsmagazin Gewinn im digitalen read.it-Kiosk gelesen werden.
„Als Verlagsgruppe News freuen wir uns, von Anfang an intensiv mit allen Titeln bei read.it beteiligt zu sein. read.it ist ein wichtiger Teil unserer Digitalstrategie, mit der wir junge und mobile Leserinnen und Leser ansprechen und an unsere Marken heranführen”, so Markus Fallenböck,Verlagsgruppe News, Geschäftsführer Top Media &Chief Sales Officer B2C.

Von Anfang an dabei sein

Auch bei der Styria freut man sich auf die neue Kooperation: Alexis Johann, Geschäftsführer styria digital one, über den neuen Vertriebskanal: „Als stolzer Partner von read.it freuen wir uns, von Beginn mit an Board zu sein. Wir sind davon überzeugt, dass sich read.it als innovative und hochwertige Plattform rasch etablieren wird”.

Bei der Gratis-Tageszeitung ­Heute wollte man ebenfalls von Beginn an dabei sein: „Wir freuen uns, Partner von read.it zu sein, da wir wissen, dass unsere Leser immer mobiler werden und auf Heute auch unterwegs oder außerhalb des Verbreitungsgebietes nicht verzichten wollen. In der Gemeinschaft mit anderen Medien erwarten wir uns von read.it zusätzliche Reichweite und dabei auch noch, am unternehmerischen Erfolg zu partizipieren”, so Wolfgang Jansky, Geschäftsführer AHVV Verlags GmbH.
Und Uschi Fellner-Pöttler, Herausgeberin look! und Die Bundesländerinnen, sieht mit read.it ebenfalls die Möglichkeit, neue Leserinnen zu erreichen: „Als Herausgeberin der stärksten Frauenmagazin-Gruppe Österreichs ist es für mich besonders wichtig, dass unsere Produkte so viele Leserinnen wie möglich erreichen. read.it bietet dafür die optimalen Voraussetzungen.”

Woher kommen die Einnahmen?

Für das Bereitstellen der Inhalte selbst gibt es für die Verlage kein Geld. Laut read.it erhalten die diese aber aus beiden Modellen (Gratis & Premium) ein Pay-out, das sich an der Nutzung (z.B. der jeweiligen Lesezeit) ihrer Titel bzw. an der ausgespielten Werbung während ihrer Inhalte orientiert. In read.it stellt sich nach heutigem Kenntnisstand prinzipiell kein Verlag schlechter, als in vergleichbaren Digitalplattformen.

Zum Vergleich: Bei Blendle verbleiben 30% beim niederländischen Digitalkiosk, den Rest erhält der teilnehmende Verlag, dessen Artikel bzw. Ausgaben gekauft werden.
Der Start des neuen Angebots erfolgt zunächst nur in Österreich, im Herbst will man in der Schweiz loslegen, im ersten Quartal 2017 am Kernmarkt Deutschland, berichtete Braun. Der Fokus liege im ersten Schritt auf den Magazin-titeln. Mit dem bestehenden Angebot decke man „bereits jetzt rund 85 Prozent des österreichischen Magazinmarkts ab”, berichtete der read.it-Manager.

Funktion: Volltextsuche im PDF

Zusätzlich zum umfassenden Portfolio an Printmedien bietet read.it den Usern auch eine Volltextsuche, damit mit bestimmten Begriffen quer durch alle auf der Plattform vertretenen Medien gesucht werden kann. So werden alle relevanten Artikel und Newsfeed-Beiträge mit Markierung des gesuchten Begriffs auf Knopfdruck geliefert.

Hinter read.it steht übrigens der deutsche Pressegroßhändler PVG. Der Pressegrossist beliefert in Deutschland mehr als 6.400 Pressestellen mit jährlich über 200 Mio. Presse­erzeugnissen und erzielt einen Jahresumsatz von einer halben Mrd. €.

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