MARKETING & MEDIA
Schere, Stein? Papier!
sabine bretschneider 23.09.2016

Schere, Stein? Papier!

Das gedruckte Medium hat Perspektive – trotz der traditionellen Katastrophenberichterstattung.

Leitartikel ••• Von Sabine Bretschneider

 

SEITENWECHSEL. Wieder einmal wird über die Zukunft der Printmedien diskutiert – in diversen öffentlichen Foren der Republik, auf den Bühnen der einschlägigen Veranstalter – und dort, wo die Berichte ganz lebensnah klingen könnten: in den Printmedien. Das tun sie aber ebendort nicht wirklich, so richtig real klingen nämlich. Denn wenn man zu nah dran ist, verschleiert sich der Blick aufs Ganze – wegen der fehlenden Tiefenschärfe, die sich dabei auftut.

Selbsterfüllendes …

Zu Anfang war es die heimliche Freude am aufgeregten Gruseln, die die Beschäftigten der papierenen Medien dazu antrieb, die Geschichten, die sich da auftaten – die Bedrohung durch alles neue Digitale – aufzubauschen und mit ein wenig vermollter Geige zu hinterlegen. Dann verbrämte man das steile Umsatzwachstum der Kategorie Online-Werbung mit dem korrekten Zusatz des „niedrigen Basisniveaus”, dann nahm man der anrollenden Katastrophe mittels Verweis auf die „im Vergleich immer noch niedrigen Werte” die Geschwindigkeit. Und jetzt? Darf man die Printbranche schon ungestraft mit der „Schallplatte” vergleichen. Edel, wertig, für Liebhaber halt.

… und Visionäres

Im Grunde zielt man dabei am Problem vorbei, viel zu tief – und in die falsche Richtung. Es braucht schlicht eine ordentliche Förderung für ordentlichen, qualitativ hochwertig produzierten Content – egal in welcher Form er an den Konsumenten kommt. Der soll wohl weiterhin Wahlfreiheit haben. Und ein richtiger titanischer Eisberg ist auch noch keiner in Sicht. Plus: Die unaufdringlichsten, ruhigsten und hübschesten Inserate sind immer noch jene aus Papier.

Lesen Sie dazu in der heutigen Ausgabe den klugen und auch etwas melancholisch klingenden Bericht von Kollegin Daniela Prugger „Die letzte Deadline: Hat Print eine Zukunft?” … (Seite 22).

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