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Überwachung und Erfolgskontrolle © Panthermedia.net/Frank Teichmüllera
© Panthermedia.net/Frank Teichmüllera

Gianna schöneich 16.09.2016

Überwachung und Erfolgskontrolle

Das Unternehmen Observer wird 120 Jahre alt. Geschäftsführer Florian Laszlo über gebliebene Bedürfnisse und neue Herausforderungen.

••• Von Gianna Schöneich

Die Geschichte des Unternehmens „Observer” beginnt vor 120 Jahren – im Jahre 1896, wo es für Medienbeobachter noch nicht allzu viel zu tun gab. Bis auf Printmedien gab es keine anderen Medien. „Lektoren haben alle Zeitungen gelesen und gewusst, welche Suchbegriffe für ihre Kunden relevant sind. Heute sind das mehr als 11.000, damals wohl weniger. Ganz anders war das Rundherum. Zeitungen sind per Post gekommen und dann händisch geschnitten und gefaltet worden. Dann wurden sie auf einen sogenannten Kopfzettel geklebt, damit man wusste, aus welchem Medium von welchem Tag der Artikel war”, Erklärt Florian Laszlo, Geschäftsführer Observer, auf Nachfrage von medianet.

Neu im Programm: WhatsApp

Gemeinsam mit seinem Team beobachtet er Medien. Kunden geben einen Suchbegriff in Auftrag und erhalten sämtliche Artikel, wo dieser erwähnt wurde. Heute umfasst die Medienbeobachtung sämtliche Mediengattungen. „Print, Radio, TV und Online das Web 1.0, das Web 2.0 mit Blogs und Foren und das Social Web mit den einzelnen Plattformen.

Ganz neu im Programm sind Snapchat und WhatsApp. Die Beobachtung funktioniert aber auch in allen Mediengattungen international. Das bedeutet, dass direkt von uns oder über Partner die Beobachtung aus der ganzen Welt bestellt werden kann; die Ergebnisse werden dann in einem One-Stop-Shop geliefert und analysiert.”
Die Beobachtung geschieht elektronisch. Im Premiumbereich findet aber immer noch eine Kontrolle durch den Menschen statt, erklärt Laszlo – wie vor 120 Jahren. Die künstliche Intelligenz ist noch nicht aktiv. Die Ergebnisse der Medienbeobachtung werden in Form von Clippings oder als aggregierte Daten und Charts in der Medienresonanzanalyse geliefert. Das kommt auf den jeweiligen Use-Case an. In der Regel werden die Daten auf verschiedenen Ebenen in allen Varianten genutzt. Die Clippings bestehen aus dem Artikel oder Beitrag und den zugrundeliegenden Metadaten, die dann auch analysiert werden.
Zu den Kunden von Observer zählt alles und jeder, der in den Medien vertreten sein möchte.
Doch warum lässt man überhaupt Medien beobachten? „Der Wert einer Marke ist heute unbestritten. Um diesen zu schützen, muss ich mich nicht nur wohlverhalten, sondern auch bemerken, wenn ein Problem entsteht oder aufgetreten ist. Das kann ich nur mit einer umfassenden Medienresonanzanalyse, weil ich sonst schon auf Geschichten über mich angesprochen werde, bevor ich selbst überhaupt davon Kenntnis habe. Das gilt in Zeiten von Social Media noch viel mehr.”

Medienbeobachtung schützt

„Ich schaffe es gar nicht, alles selbst zu überwachen und mitzubekommen; demnach ist es schon der erste Schritt des Schutzes meines wertvollen Gutes ‚Marke'. Dann gibt es natürlich auch die Erfolgskontrolle meiner Tätigkeit, die die Antwort darauf findet, ob meine Kommunikationsmaßnahmen überhaupt erfolgreich sind und funktionieren. Dazu ist noch zu sagen, dass ein Clipping sehr versatil ist und für jeden etwas Eigenes bedeutet. Damit holt sich jeder Kunde aus der Medienresonanz seine eigenen Informationen”, so Laszlo.

„Das Faszinierende in der heutigen Medienwelt ist, dass einerseits ständig neue Medien hinzukommen und neue Anwendungen entstehen. Die darunterliegenden Bedürfnisse und Wünsche der Menschen sind allerdings mehrheitlich unverändert.
Man will Bescheid wissen und man will mitreden und man möchte selbst kreativ tätig sein, wobei Letzteres nur ein geringer Anteil der Menschen auch tatsächlich macht. Durch die Technologie hat sich der Zugang stark erleichtert und damit demokratisiert. Die Hürde, selbst ein Medium herauszugeben, ist sehr niedrig. Es kristallisieren sich dann aber doch wiederum einige wenige professionelle Anbieter heraus – etwa bei den Bloggern oder Snapchattern. Somit ist es im Detail ständig neu; die menschliche Kommunikation grundsätzlich hat sich aber nicht wirklich verändert”, sagt der Geschäftsführer auf die Frage, welche Erkenntnisse er in den letzten Jahren sammeln durfte.

Tools werden unverzichtbar

Was die Zukunft betrifft, glaubt er an weitere Kanäle. Ohne Tools werde es unmöglich sein, den Überblick zu behalten. „Es wird wohl in die Richtung gehen, dass in zehn Jahren jeder einen Medienbeobachter haben wird, der die Informationen aufbereitet und aggregiert. Das wird aber sicher stark automatisiert sein und nicht so umfassend, wie das Angebot für B2B-Kunden. Letztere brauchen die Hilfe noch viel mehr, weil weniger Kommunikatoren auf mehr Kanälen aktiv sein müssen.”

Am 3. November wird im Volksgarten das 120-jährige Jubiläum des Observer gefeiert. Vorgestellt wird außerdem ein Jubiläumsheft, welches unter anderem ein Verzeichnis aller Agenturen beinhaltet.

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