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Warcraft schickt die Dämonen los © Blizzard (3)
© Blizzard (3)

christian novacek 26.08.2016

Warcraft schickt die Dämonen los

Die 6. Erweiterung des Online-Rollenspiels heißt Legion und soll neue Legionen von Spielern ins WoW-Universum ziehen.

••• Von Christian Novacek

Die Dämonen sind los. Jetzt schon: Höllenbestien, Verdammnislords, Schattenmagier und Höllenhunde geben sich in der Spielwelt Azeroth ein Stelldichein. Horde und Allianz – die beiden grundlegenden Spieler-Fraktionen – sind berufen, die Dämoneninvasion zurückzuwerfen. Kein leichtes Stück Arbeit, aber jede Menge Erfahrungspunkte für Verwegene. Entsprechend rund geht es in der World of Warcraft, bevor am 30. August die nunmehr sechste Erweiterung „Legion” ins Rennen geht. Und dann soll es erst so richtig abgehen, sprich: Die Überlastung der Gameserver ist wohl obligatorisch.

Abgesehen davon sind aber die Erwartungen der Gamer einmal mehr hoch; soll doch wieder mal kein Stein auf dem anderen bleiben. Schon in der letzten Erweiterung „Draenor” wartete ­Publisher Blizzard mit unerwarteten Features auf. Beispielsweise wurde plötzlich die Häuslichkeit in der eigenen Garnison gepflegt. Jetzt ist aber eher Schluss mit der Gemütlichkeit!
Ab nächster Woche gilt es die neue Wurzel allen Übels zu bekämpfen. Die befindet sich, wie es sich für eine standesgemäße Erweiterung gehört, auf einem neuen Kontinent, dem mittlerweile sechsten. Gelernte WoW-Spieler können diese natürlich aus dem Stegreif aufzählen: Kalimdor, Östliche Königreiche, Scherbenwelt, Nordend, Pandaria und jetzt eben Legion – eine Spielewelt, bald so groß wie Google Earth.

Ein Ausflug in Azeroth

Wenn mans zu Fuß durchmisst und nicht auf pfeilschnellen Flugdrachen drüberzischt, wär das schon heute ein netter, mehrtägiger Ausflug. Allerdings mit gewaltigen Hürden, weil mit Level 1 wird man in den meisten Gegenden schnell gefressen. Und mit Level 100 kennt man sich eh aus und bereist entlegene Winkel vielleicht nur noch für den sogenannten Pfadfinder-Erfolg. Aber zurück zur Legion: Elf neue Weltbosse erschüttern die neue Welt. Allerdings nicht auf einmal – das würde diese eventuell doch nicht aushalten –, und deshalb sind pro Woche nur drei Bosse aktiv. Die sind durchwegs neuer Prägung, darunter hoffnungs­lose Gestalten wie der „Verdorrte J'im” oder eiskalte Recken wie „Drugon der Frostblütige”. Im Hintergrund agieren alte Bekannte als Strippenzieher, etwa Illidan Sturmgrimm als wiedergekehrter Böser oder Gul'dan, der auch schon in die Jahre kommende orkische Hexenmeister.

Die Story zählt

Schön und gut, aber wen interessiert schon die Story? Tatsächlich einige, zumindest legt das ein ingame-Chat vom letzten Wochenende nahe, wo der neue (weibliche) Kriegshäuptling der Horde, Sylvanas Windläufer, diskutiert wurde. O-Ton: „Blizzard wird Sylvanas am Ende schon wieder umbringen. Aber bis dahin gogo – Sylvanas ist die schlechteste – Was ist so schlimm an Sylvanas? – Das fragst du noch? – Joa schon – Ihre Handschuhe gehen einfach mal gar nicht – Wer Sylvanas nicht liebt, soll die Horde verlassen.” – etc.

Das WoW-Universum ist also mitnichten irrelevant für die Spieler und nach außen ist es offner denn je: Neben zahlreichen Büchern gab es letztlich den Kinofilm, der unter dem Titel „Warcraft: The Beginning” ebenso Einsteiger ködern sollte. Weiters gibt es Querverweise in anderen Spielen des Publishers, am direktesten im Kartenstrategiegame Hearthstone.
Was das dann für einen Reibach bringt, kann man sich nur ungefähr ausmalen: 4,13 Mrd. € setzte Blizzard in 2015 um; 2012, als Blizzard das lang ersehnte Diablo 3 vom Stapel ließ, war es sogar schon mal mehr. Wie sich die Erlöse aber auf die Blizzard-Games aufteilen, bleibt ein Geheimnis. Bekannt ist aber, dass WoW zu Spitzenzeiten über 12 Mio. Abonnenten verfügte; heute dürften es rd. 5 Mio. sein.

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