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Weil Sprache zur Integration führt © ORF/Hans Leitner

Sissy Mayerhoffer (Leiterin ORF-Humanitarian Broadcasting), ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, Diakoniedirektor Michael Chalupka, Bernd Fliesser (CCO Werbeagentur Jandl) & die „Helfen Wie Wir”-Werbespot-Protagonisten Bagher Ahmadi (2. v.l.), Tanya Kayhan (3. v.r.), Safwan Alshufi (re.).

© ORF/Hans Leitner

Sissy Mayerhoffer (Leiterin ORF-Humanitarian Broadcasting), ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, Diakoniedirektor Michael Chalupka, Bernd Fliesser (CCO Werbeagentur Jandl) & die „Helfen Wie Wir”-Werbespot-Protagonisten Bagher Ahmadi (2. v.l.), Tanya Kayhan (3. v.r.), Safwan Alshufi (re.).

Redaktion 29.04.2016

Weil Sprache zur Integration führt

Die Spenden-Plattform „Helfen. Wie Wir.”, die der ORF gemeinsam mit Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe gestartet hat, geht in Runde zwei.

WIEN. „Entscheidend für die Zukunft unserer Gesellschaft wird es sein, wie wir das Thema Integration bewältigen”, so ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz bei der dieswöchigen Pressekonferenz von „Helfen. Wie Wir.”, jener Spendenplattform, die er gemeinsam mit mehreren karitativen Organisationen im September 2015 ins Leben rief, und die nun mit einer Kampagne zur Finanzierung von Deutschkursen für Flüchtlinge in die zweite Rund geht.

Agentur Jandl sorgt für die Idee

Die Kampagne selbst stammt von der Werbeagentur Jandl Wien, die ihre Leistung pro bono zur Verfügung stellt, und Agenturchef Bernd Fliesser war auch selbst anwesend und erläuterte, dass man mit der Kampagne jene Menschen ansprechen möchte, zu spenden, die Flüchtlingen zwar wohlwollend gegenüberstehen, bisher selbst aber eher nicht selbst in welcher Form auch immer aktiv geworden sind.

TV, Radio & Anzeigen

Unter dem Titel „Sprechen lernt man nur durch Sprechen” wird in TV- und Radiospots um Spenden geworben. In Österreich lebende Migranten tragen darin Texte des Dichters Ernst Jandl vor. Bisher wurde über helfenwiewir.at vor allem Wohnraum für Flüchtlinge gesucht.

Gesichter der Kampagne sind der 39-jährige Safwan Alshufi, der in seiner Heimat Syrien als Unternehmer gearbeitet hat, sowie die 30-jährige Journalistin Tanya Kayhan und der 19-jährige Bagher Ahmadi aus Afghanistan. Sie tragen in den TV- und Radiospots die Jandl-Werke „im park”, „der unerwünschte” und „schtzngrmm” vor. Begleitet wird die Kampagne auch von Zeitungsinseraten und im ORF-Programm. Auf der Internetseite www.helfenwiewir.at kann online gespendet werden, außerdem gibt es dort Unterrichtsmaterialien und Deutschkurse zum kostenlosen Download.
„Verbindung geht in einem ganz hohen Ausmaß über die Sprache”, so Wrabetz.
Sprachkurse und Integrationsförderung seien zwar eine Aufgabe der öffentlichen Hand, „aber das gilt nicht für Menschen, die noch im Asylwerberstatus sind – jedenfalls nicht in ausreichendem Ausmaß”, sagte der ORF-Chef. „Die Flüchtlinge wollen alle Deutsch lernen, aber das Angebot ist zu gering und zu wenig”, betonte auch Sissy Mayerhoffer, Leiterin des ORF-Humanitarian Broadcasting.
Die Plattform „Helfen. Wie Wir.”, die der ORF und die Hilfsorganisationen Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe im September 2015 gestartet haben, hat bisher 2,1 Mio. € an Spenden lukriert.
Für rund 2.200 Personen konnte Wohnraum vermittelt werden, und bei der „Team Österreich”-Aktion von Ö3 und Rotem Kreuz haben sich knapp 15.000 Freiwillige für die Flüchtlingshilfe angemeldet. In einer zweiten Phase werde nun der Fokus auf Sprachkurse gelegt, erläuterte Mayerhoffer.

Sprachkurse durch Spenden

„Wichtig ist uns, dass dieses Angebot für alle Flüchtlinge offen ist – und zwar vom ersten Tag an”, sagte Michael Chalupka, Direktor der ­Diakonie Österreich. Mit den Spenden werden dreimonatige Kurse mit 180 Unterrichtseinheiten gefördert; pro Stunde und Deutschschüler werden rund fünf Euro benötigt, für einen ganzen Kurs mit 15 Leuten werden daher 13.500 € gebraucht, rechnete Chalupka vor. (fej)

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