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World Media ­Intelligence Congress © Ádám Béres
© Ádám Béres

Gianna schöneich 13.10.2017

World Media ­Intelligence Congress

Der Branchenverband FIBEP gastierte heuer in Berlin und brachte über 200 Teilnehmer in die deutsche Hauptstadt.

••• Von Gianna Schöneich

Trotz über 200 Teilnehmern ging es im Sheraton Grand Hotel Esplanade beim diesjährigen Kongress des FIBEP (Fédération Internationale des Bureaux D’Extraits de Presse) sehr familiär zu. Immer wieder betonten Speaker auf der Bühne die gute Atmosphäre.

Vom 4. bis 6. Oktober war der FIBEP zu Gast in Berlin. Vertreter aus der ganzen Welt kamen zusammen, um gemeinsam am World Media Intelligence Congress teilzunehmen. Im Mittelpunkt des Kongresses standen natürlich die neuen Herausforderungen der Kommunikationsbranche. Der aktuelle Stand der Technologien wurde in mehr als 50 Keynotes über drei Tage hinweg präsentiert. Nachdem der erste Tag den ­FIBEP-Mitgliedern gewidmet war, durfte sich ein breiteres Publikum ab dem 5. Oktober hinzugesellen.
Wer einen breiten Einblick in neue Technologien erhalten wollte, war bei diesem Kongress jedenfalls goldrichtig.

Chatbots im Fokus

Filip Lau von ReD Associates eröffnete den zweiten Tag mit seiner Keynote und erklärte, man müsse die Menschen verstehen, um Daten verstehen zu können. Lau sprach sich für einen qualitativen Ansatz aus – ungewöhnlich in einer Zeit, in der Zahlen und Daten dominieren.

Chatbots wurden in diesen Tagen mehrmals in den Fokus gerückt. Diese ändern nicht nur unser „Communication Eco-System”, sondern auch unsere Interaktion mit Information. Für einen gesellschaftlichen Blick sorgte auch Joost Drieman, ­M-Brain Oy.
In seiner Keynote „Baby can you drive my Car! The role of intelligence professionals in the future” sprach er sich für die Millennials aus. Zwar würden diese zwar ein anderes Verständnis von Arbeit haben, aber „Hire them! They are the best you can get”, erklärte Drieman: „They make the difference.”

Erst die Basics!

In einer moderierten Frage und Antwort-Runde ging es um die Zukunftswünsche der Speaker. Lau sprach hier sehr deutliche Worte, die wohl vielen aus dem Herzen sprachen: Man solle sich zunächst um die Basics kümmern. „Wenn ich mir online Schuhe gekauft habe, möchte ich sie nicht noch die folgenden drei Monate auf den verschiedensten Screens sehen.”

Elisabeth Hödl, ubifacts, machte sich Blockchains zum Thema und sprach über „Solving trust issues through blockchain”.

Sportsponsoring im Blick

Eine beeindruckende Keynote kam von Lars Stegelmann von Nielsen Sports. Er sprach über das „Return on Sponsoring Investment” (ROSI). Unternehmen, die im Sportsponsoring aktiv sind, erhalten dank ROSI relevante Kennzahlen, um so die Wirkung ihrer Sponsoringaktivitäten zu messen.

Das Modell setzt sich aus mehreren Ebenen zusammen: Auf einer ersten Ebene wird der gewichtete Medienwert ermittelt, auf einer zweiten Ebene richtet man seinen Blick auf Faktoren wie Awareness, Image, Markenfit und Fan-Potenzial und die allgemeine Sponsorship Performance.
Auch hier wird ein Wert ermittelt, der mit dem Medienwert multipliziert wird. Dieser wird durch die Kosten für die Sponsoringrechte und die Aktivierung dividiert – heraus kommt der ROSI-Beitrag.
Neben den zahlreichen Keynotes wurden auch immer wieder Best Practices den Teilnehmern des Kongresses näher gebracht.
Der dritte Tag widmete sich den Themen „How to Analyze an Alternative Facts World”, ­„Measurement Session”, „How to recruit” und wagte einen Ausblick mit einer Diskussion zum Thema „The Media Monitoring World in 10 Years.”
Moderiert wurde der Kongress von Florian Laszlo; er ist Generalsekretär des FIBEP, der weltweiten Vereinigung von Medienbeobachtungsunternehmen. Er ist der erste österreichische Generalsekretär und Geschäftsführer des Unternehmens Observer.


Der Kongress findet bereits zum 49. Mal statt. Die Vereinigung zählt 120 Mitglieder aus 60 verschiedenen Ländern. Gegründet wurde der Verband im Jahr 1953 in Paris.

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