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Zuwachs für die Wiener Kunstmessen-Szene © Kunsthandel Giese & Schweiger

Giese & Schweiger Auf der Messe vertreten ist auch der Kunsthandel Giese & Schweiger, Spezialist für österreichische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Bild: Hans Boehler (1884–1961) Fury, 1947, Öl auf Leinwand.

© Kunsthandel Giese & Schweiger

Giese & Schweiger Auf der Messe vertreten ist auch der Kunsthandel Giese & Schweiger, Spezialist für österreichische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Bild: Hans Boehler (1884–1961) Fury, 1947, Öl auf Leinwand.

sabine bretschneider 17.02.2017

Zuwachs für die Wiener Kunstmessen-Szene

Zwischen 23. und 26. Februar geht im Leopold Museum die Premiere der Art Vienna über die Bühne. Man darf schon gespannt sein.

••• Von Sabine Bretschneider

Neuzugang in der Wiener Messelandschaft: Von 23. bis 26. Februar 2017 findet im Leopold Museum die „Art Vienna” statt. Inhaltlicher Fokus der neuen Veranstaltung ist die österreichische und internationale Klassische Moderne und zeitgenössische Kunst. medianet führte dazu ein Gespräch mit Alexandra Graski-Hoffmann, Geschäftsführerin des Veranstalters M.A.C. Hoffmann.


medianet:
Sie hatten kürzlich erzählt, die Idee zur Art Vienna sei auch aus dem Wunsch heraus entstanden, sich auf die veränderten Interessen von Publikum und Ausstellern neu einzustellen. Was darf man darunter verstehen?
Alexandra Graski-Hoffmann: Es ist kein Geheimnis, dass die Zeitgenössische Kunst seit einigen Jahren enorm boomt. Das betrifft sowohl das Interesse des Publikums in den Ausstellungshäusern und Museen, als auch den Kunstmarkt, wo etwa ein Gerhard Richter mit seinen Gemälden schwindelerregende Preise erzielt und eine Sparte wie die Alten Meister längst um Längen überholt hat.

Das Leopold Museum hat sich in den letzten Jahren als spannender Veranstaltungsplatz etablieren können. Mit dem Antritt von Hans-Peter Wipplinger als neuer museologischer Direktor des Hauses entstand aber auch der Wunsch, diesen Bereich einem Relaunch zu unterziehen. Unser Konzept, das Angebot der Messe nicht nur auf österreichische Kunst zu beschränken, sondern international und durch ausgesuchte Meisterwerke der Klassischen Moderne zu erweitern, hat überzeugt. Es entspricht auch sehr stimmig der programmatischen Ausrichtung des Museums.


medianet:
Wie würden Sie die Besucherzielgruppe beschreiben, die Sie damit ansprechen?
Graski-Hoffmann: Da muss ich etwas ausholen; neben den ­ohnehin auf rezente Kunst spezialisierten Galerien, die etablierte Positionen genauso wie spannende, junge Neuentdeckungen zeigen, merken wir auch im Kunsthandel, dass die Tendenz stark in Richtung Zeitgenössisch geht. Das sorgt nicht selten für sehr interessante Akzente, weil ein Kunsthändler, der etwa eine große Expertise für das 19. und 20. Jahrhundert besitzt, mit einem ganz anderen und frischen Blick auf aktuelles Kunstschaffen schaut.

Unsere Besucherzielgruppen sind dementsprechend neben den klassischen Sammlern, die mit uns durch unsere Art&Antique-Messen seit Jahrzehnten eng verbunden sind, natürlich auch junge Menschen. Sie für die Kunst zu begeistern, ist ein wichtiges Ziel – für uns als Veranstalter genauso wie für den Handel und die Galerien. Gerade die Zeitgenössische Kunst, die durchaus Spannendes, Unentdecktes zu leistbaren Preisen bietet, ist hier ein tolles Mittel, um den Nachwuchs für die Sache zu begeistern. Aber grundsätzlich richtet sich diese Messe an alle, die Freude und Interesse am Abenteuer Kunst haben.


medianet:
Darf man daraus schließen, dass das derzeitige einschlägige Angebot in Wien bzw. in Österreich noch Lücken aufweist?
Graski-Hoffmann: Wien hat sich als Messeplatz für Zeitgenössisches in den letzten Jahren enorm gemausert. Eine zentrale Rolle spielt hier wohl die ‚Vienna­contemporary' in der Marx Halle, die auch ein ideales Umfeld für tolle junge Projekte wie die Satellitenmesse ‚Parallel Vienna' – übrigens ebenfalls Teilnehmer der Art Vienna – sind.

Diese Veranstaltungen finden allerdings, genauso wie unsere Messe für Kunst, Antiquitäten und Design, die Art&Antique Hofburg Vienna, traditionell im Herbst statt. Insofern schließt die Art Vienna hier im Frühjahr eine Lücke – nicht nur zeitlich, sondern auch in ihrer Programmatik.


medianet:
Welche Synergien können grundsätzlich zwischen Art Vienna und Leopold Museum gehoben werden bzw. was können Sie – der Veranstalter M.A.C. Hoffmann – hier an besonderer Expertise beitragen?
Graski-Hoffmann: Ein etablierter, gut besuchter Veranstaltungsort, der noch dazu im Zentrum des Kulturbezirks MuseumsQuartier liegt, ist natürlich ein Glück. Zum einen haben wir die Möglichkeit, das angestammte Museumspublikum, sowohl aus Österreich als auch die Gäste aus aller Welt, mit der Art Vienna anzusprechen und zu erreichen. Andererseits kann sich auch das Leopold Museum auf unsere jahrzehntelange Erfahrung und unser Wissen als Veranstalter von Kunstmessen verlassen – wir veranstalten bereits die 42. Ausgabe Art&Antique zu Ostern in der Salzburger Residenz und die 49. Art&Antique in der Wiener Hofburg im kommenden November. Somit hat das Leopold Museum mit uns einen Partner, der seinen Erfolg auf solide, kontinuierliche und seriöse Arbeit bauen kann.

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