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Brauchens a Rechnung? © APA/Roland Schlager

Expertise Harald Krondorfer ist Geschäftsführer der efsta (European fiscal standards association) IT Services, einem Hersteller von Sicherheitssystemen/Sicherheitseinrichtungen für elektronische Aufzeichnungssysteme von Geschäftsfällen, in Steyr.

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Expertise Harald Krondorfer ist Geschäftsführer der efsta (European fiscal standards association) IT Services, einem Hersteller von Sicherheitssystemen/Sicherheitseinrichtungen für elektronische Aufzeichnungssysteme von Geschäftsfällen, in Steyr.

Redaktion 11.03.2016

Brauchens a Rechnung?

Die Belegerteilpflicht ist ein lästiges Gesetz ... aber auch eine Chance für das Marketing. Harald Krondorfer über den digitalen Bon als direkten Draht zum Kunden.

Gastbeitrag ••• Von Harald Krondorfer

WIEN. Österreich jammert, das hat Tradition. Traditionsgasthäuser beklagen, demnächst wegen der Registrierkassen- und Beleg-erteilpflicht zusperren zu müssen. Schmuckdesigner, Taxilenker und Tischler üben sich mit Klagen vor dem Verfassungsgericht als Don Quichottes gegen die Registrierkassenpflicht. Wir halten fest: Registrierkassen bedeuten einen höheren Aufwand als Handkassen. Millionen von Papierbelegen, die allein in Österreich tagtäglich anfallen, sind ein Umweltargument. Die Kassenpflicht ist für die Sommerfeste von Feuerwehren und für Schulwarte, die in Pausen Wurstsemmeln verkaufen, durchaus eine Herausforderung. Ja, es bedeutet Aufwand.

Mehr als die Spur zum Finanzamt

Was aber viele übersehen: Der Beleg ist nicht zwangsläufig ein lästiger Papierzettel mit einer ab dem Jahr 2017 unverwüstlichen Spur zum Finanzamt. Der Beleg kann nämlich auch das sein: ein facettenreicher Kommunikationskanal zum Kunden.

Die Digitalisierung der Welt schreitet voran. Vor zehn Jahren kannten wir kein Smartphone, heute ist es aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. In zehn Jahren werden wir uns vermutlich nicht mehr daran erinnern: Dass wir in Kommoden verzweifelt nach dem Garantie-Beleg für den zehn Monate alten Fernseher kramen, der den Geist aufgegeben hat. Dass wir die gesammelten und zerknüllten Belege von den Gabelfrühstücks-Einkäufen der Woche gewissenhaft aus den Taschen unserer Jeans ­fischen, ehe diese in die Wasch­maschine kommt.
Der Beleg der Zukunft ist digital. Dank Apps, smarter Handybezahlsysteme oder Nearfield-Communication werden wir auf die alte Frage – „Brauchens eine Rechnung?” – eine smarte und neue Antwort geben: „Ja, aber bitte nur digital!”
Egal ob wir eine Wurstsemmel kaufen oder eine Waschmaschine. Der Beleg wird digital sein, er kann nicht verloren werden und er wird – im Idealfall – in unser Online-Banking integriert sein.

Das Ende der Zettelwirtschaft

Der Konsument wird vom Ende der Zettelwirtschaft erfreut sein, der Handel muss seine Chancen exakt definieren. Der digitale Bon wird jedenfalls Träger von ­Content sein: Bedienungsanleitungen, Servicehinweise, Wartungstipps können darin verpackt werden. Mit Gewinnspielen und Rabatten, auf die verlinkt wird, erfreut man den Kunden.

Gewiefte Online-Marketing-Profis werden exakt ausloten, wie der digitale Bon für Up- und Cross-Selling genutzt werden kann, ohne den Kunden zu belästigen.  Wer den digitalen Bon als Möglichkeit einer digitalen Postwurfschwemme missbraucht, wird verlieren. Wer Service bietet und intelligente Kommunikation zum Kunden aufbaut, wird gewinnen.

Harald Krondorfer ist Geschäftsführer der efsta IT-Services Gmbh.

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