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„Design ist unsichtbar …” © Magdas Hotel; Georg Bechter Licht; HGEsch, Hennef; FH Joanneum/Bildstein, Stiegler

Ausgezeichnet Staatspreise für „magdas Hotel”, „Studioline/Conceptline – Fräsmaschinen-Baureihe” (li.), „Baldachin – Deckenschluss für Hängeleuchten” (re.); Sonderpreis für „Benelli Mantis – Schneemobil”.

© Magdas Hotel; Georg Bechter Licht; HGEsch, Hennef; FH Joanneum/Bildstein, Stiegler

Ausgezeichnet Staatspreise für „magdas Hotel”, „Studioline/Conceptline – Fräsmaschinen-Baureihe” (li.), „Baldachin – Deckenschluss für Hängeleuchten” (re.); Sonderpreis für „Benelli Mantis – Schneemobil”.

25.09.2015

„Design ist unsichtbar …”

… sagte der Soziologe Lucius Burckhardt. „Form follows function”, das sei oft missverstanden worden, konstatierte wiederum der legendäre Frank Lloyd Wright. Beispiele dazu.

••• Von Sabine Bretschneider

WIEN. Lucius Burckhardt sah das Thema Design nicht so eng wie viele seiner Zeitgenossen: „Unsichtbares Design” schrieb er einmal für den Spiegel „steht damit für jene menschlichen Leistungen, die keine Materialien umformen, die sich aber dennoch entscheidend auf unser Leben auswirken und unsere Umwelt bilden.” Die Nacht-U-Bahn beispielsweise. Wenn die öffentlichen Verkehrsmittel auch nachts fahren, so verändert das unsere Gewohnheiten – und damit unser Lebensdesign. Burckhardt war ein Schweizer Soziologe und Nationalökonom. Er gilt als Begründer der Promenadologie (Spazierwissenschaft).

Viel bekannter noch als Burckhardts Design-Zitat ist der schon seit dem 19. Jahrhundert allgemeingültige Lehrsatz des „form follows function”, den etwa der Architekt Frank Lloyd Wright auch nicht so stehen lassen wollte. „Form und Funktion sollten eins sein”, schrieb er, „verbunden in einer spirituellen ­Einheit”.
Eine anschauliche Möglichkeit, heimisches Design auf diese Prinzipien hin abzuklopfen, gibt es heuer wieder beim „Staatspreis Design 2015: Walk of Fame” im designforum Wien im MuseumsQuartier. Hier sind alle preisgekrönten, nominierten und ausgewählten Projekte des Staatspreis Design 2015 seit gestern, Donnerstag, und noch bis 31. Oktober in einer Ausstellung zu sehen.

Mehrwert für Produkte, Räume

Vergeben wurden die Auszeichnungen am Mittwochabend. Neuer Staatspreisträger in der Kategorie „Räumliche Gestaltung” ist demnach die AllesWirdGut ZT GmbH zusammen mit der Caritas für „magdas Hotel/Hotelkonzept”. In der Kategorie „Produktgestaltung – Investitionsgüter” setzten sich idukk/Reinhard Kittler, Heinrich Kurz zusammen mit dem Auftraggeber Kolb Technology mit der Studioline/Conceptline – Fräsmaschinen-Baureihe” an die Spitze. In der Kategorie „Produktgestaltung Konsumgüter” ging der Staatspreis an Georg Bechter Licht für den selbst entworfenen „Baldachin – Inte­grierter Deckenanschluss für Hängeleuchten” (alle: Bild oben).

Der Staatspreis Design wurde heuer zum 46. Mal vergeben, um, wie es in der Aussendung des Wirtschaftsministeriums heißt, „eine wichtige Branche und ihre Bedeutung als Querschnittsmaterie in den Blickpunkt zu rücken”. Gutes Design erzeuge „einen Mehrwert für die Produkte und öffentlichen Räume, die es gestaltet”. Und: „Durch die Umsetzung von Innovation in die Produktgestaltung trägt Design wesentlich zur Entwicklung und Positionierung von Marken bei und ist somit ein Instrument zur strategischen Gestaltung des Marktauftritts.”
Weitere Informationen und Fotos der prämierten Objekte – auch jene der mit einer Nominierung gelobten Teilnehmer – finden Sie unter www.staatspreis-design.at.

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