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Ein Bussi für die Österreicher © APA/dpa/Henrik Josef Boerger

Wanda erreichte mit den Alben „Amore” und „Bussi” Spitzenplätze in den Charts.

© APA/dpa/Henrik Josef Boerger

Wanda erreichte mit den Alben „Amore” und „Bussi” Spitzenplätze in den Charts.

19.02.2016

Ein Bussi für die Österreicher

Neuer Rekord: Seit Bestehen der Verkaufscharts 1989 schafften noch nie so viele österreichische Alben den Sprung unter die Top 100.

WIEN. Der österreichische Musikmarkt färbt sich zunehmend rot-weiß-rot: Nicht weniger als 34 Alben platzierten sich 2015 unter die Top 100 der offiziellen österreichischen Verkaufshitparade „Austria Top 40”. Damit hat sich der Chartanteil heimischer Albenproduktionen gegenüber 2014 um 40% erhöht. Seit Bestehen der Verkaufs­charts 1989 schafften noch nie so viele österreichische Alben den Sprung unter die Top 100.

Die Erfolgsband Wanda erreichte sowohl mit ihrem Debüt-Album „Amore” (Platz 2) als auch mit dem zweiten Album „Bussi” (Platz 1) Spitzenplätze in den Charts. Weitere österreichische Nummer-1 Alben gab es von Bilderbuch, Conchita, Dame, Die Seer, Andreas Gabalier, Oliver Haidt, Udo Jürgens, Marc Pircher, Parov Stelar sowie das Neujahrskonzert mit Zubin Mehta und den Wiener Philharmonikern. Seiler und Speer führen mit ihrem Erfolgsalbum „Ham Kummst” die aktuellen Charts an.

Streaming legt massiv zu

Insgesamt wurden 2015 143,3 Mio. € am heimischen Musikmarkt erwirtschaftet. Die Umsätze mit Streaming-Abos legten um 26% auf 11,2 Mio. € zu. Die Vinyl-Verkäufe stiegen mit einem Umsatzplus von 30% auf 5,2 Mio. €, und die physischen Tonträger ergaben insgesamt 80,6 Mio. € Umsatz.

Die Lizenzeinnahmen über die Verwertungsgesellschaft LSG erreichten stabile 23,3 Mio. €; weitere rund acht Mio. € steuern die Umsätze mit Merchandising-Produkten sowie die Lizenzierung von Musik für Filme, Werbung, etc. (Synchrechte) zum Gesamtumsatz bei.
„Die Verkaufserfolge österreichischer Künstler, die deutlichen Zuwächse bei Streaming-Abos und ein relativ stabiler physischer Markt stimmen optimistisch”, wird Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft, zitiert, „der Turnaround am österreichischen Musikmarkt ist nahe.”

Handy-Klingeltöne gibts noch

Streaming-Dienste wie Spotify, Deezer, iTunes Music, Google Play Music, Napster oder Juke sorgen mit rund 11 Mio. € bereits für fast 40% der Umsätze am digitalen Musikmarkt. Trotz des stark steigenden Streaming-Markts bleiben die Downloads ganzer Alben mit einem Umsatz von 11,9 Mio. € nahezu auf Vorjahres-Niveau, während sich die Downloads einzelner Songs zu den Streamingdiensten verlagern. Dennoch konnte mit Einzeltitel-Downloads ein Umsatz von 7,8 Mio. € erzielt werden (2014: 8,6 Mio.). Rund 500.000 € steuern Handy-Klingeltöne bei. Insgesamt wurden am Online-Musikmarkt 31,4 Mio. € erwirtschaftet, das ist ein Plus von vier Prozent.

Vinyl entwickelt sich vom Nischenprodukt zu einem langfristig stabilen und weiter wachsenden Marktsegment. Die CD ist mit 68,5 Mio. € Umsatz (-6,8% vs. 2014) nach wie vor das beliebteste und meist verkaufte Musikprodukt in Österreich. Mit Musik-DVDs konnte im vergangenen Jahr ein Umsatz von 6,5 Mio. € erzielt werden.
Insgesamt konnte mit physischen Tonträgern 2015 ein Umsatz von 80,6 Mio. € erzielt werden. Das bedeutet zwar ein Minus von 4,4%, im internationalen Vergleich jedoch – und in absoluten Zahlen – liegt der heimische Musikmarkt mit ­physischen Produkten unter den Top Ten-Musikmärkten weltweit. (red)

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