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Globalisierung: kein Ausverkauf Österreichs © EPA/Peter Steffen
© EPA/Peter Steffen

21.05.2015

Globalisierung: kein Ausverkauf Österreichs

Studie CRIF hat die Eigentümerverhältnisse der in Österreich tätigen Unternehmen analysiert

Rot-weiß-rot 93% der in Österreich tätigen Firmen haben einen österreichischen und lediglich 7,4% einen ausländischen Eigentümer. Davon wiederum ist das ­größte Segment der Handel. Die Unternehmen in ausländischem Besitz erwirtschaften jeden­falls rund 27% des gesamten Umsatzes aller hierzulande tätigen Firmen.

Wien. Mit einem interessanten Aspekt der österreichischen Unternehmenslandschaft hat sich die Wirtschaftsauskunftei CRIF Österreich auseinandergesetzt – „Eigentümerverhältnisse unter der Lupe: Wem gehören die in Österreich tätigen Unternehmen?” Das Fazit der Studie: Rund 93% der 214.927 Unternehmen in Österreich haben einen österreichischen Eigentümer und nur sieben Prozent einen ausländischen. Die Unternehmen in ausländischem Besitz erwirtschaften aber rund 27% des Umsatzes aller Firmen in Österreich. Rund 39% der Unternehmen in ausländischen Besitz sind übrigens im Handel tätig (gesamt 4.429 Unternehmen), gefolgt von Dienstleistungen mit fast 24% (gesamt 2.755) und der Produktion mit acht Prozent (gesamt 932).

Kein „Ausverkauf”

„Der Wirtschaftsstandort wird einheimisch dominiert. Ganz entgegen dem oft geäußerten Vorurteil findet auch in der globalisierten Wirtschaft kein Ausverkauf Österreichs statt”, betonte Boris Recsey, Geschäftsführer von CRIF Österreich, bei der Präsentation der Studienergebnisse am Mittwoch in Wien. Unter den ausländischen Eigentümern in Österreich führen Deutschland mit 33% (5.263 Firmen), die Schweiz mit zehn Prozent (1.622) und Italien mit acht Prozent (1.308). Auf den weiteren Rängen als Eigentümer folgen die Niederlande (1.069), Großbritannien (898), Ungarn (654) und Luxemburg (644). Ebenfalls in den Top-Ten sind Liechtenstein (444) und die USA (350). Einen Eigentümer aus China haben nur 45 Firmen in Österreich.
Im Rahmen der Studie hat CRIF im April alle in Österreich tätigen und im Firmenbuch eingetragenen Unternehmen ausgewertet. Von den rund 225.000 protokollierten Firmen konnten laut CRIF rund 219.000 Unternehmen eindeutig einem Eigentümer zugeordnet werden; die nicht eindeutig zuordenbaren Firmen waren vor allem Aktiengesellschaften mit zahlreichen Eigentümern. 214.927 Unternehmen wiesen laut CRIF einen Eigentümer aus ausschließlich einem Land auf.

Verflochten mit D-A-CH

„Die enge wirtschaftliche Verwobenheit zwischen den D-A-CH-Staaten wird durch die Studienergebnisse bestätigt”, so Recsey. „Dass die Unternehmen in ausländischem Besitz vor allem Deutschland und der Schweiz zuzurechnen sind, ist kein Zufall – schließlich sind das auch Österreichs wichtigste Handelspartner.”
Als neuestes Servicetool präsentierte CRIF mit „SkyMinder” ein Service für internationale Unternehmensauskünfte, das den Firmen über das Online-Portal zur Verfügung steht. „SkyMinder ermöglicht den Unternehmen einen schnellen Zugang zu den besten lokalen Anbietern von Kredit-, Finanz- und Wirtschaftsinformationen zu jedem gewünschten Unternehmen in über 230 Ländern weltweit”, so Recsey. „Jeder Bericht, egal aus welchem Land, hat ein einheitliches Layout, das die Fülle an Informationen übersichtlich aufbereitet” – auch „aus Ländern, in denen die Informationsbeschaffung oft eine echte Herausforderung darstellt”.
CRIF ist ein global tätiges Unter­nehmen, das sich auf Bonitäts- und Unternehmensinformationen sowie die Entwicklung und Wartung von Systemen zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen spezialisiert hat. Gegründet 1988 in Italien, ist CRIF heute in ­Europa, Amerika, Afrika und Asien präsent. In Österreich ist CRIF als Wirtschaftsauskunftei Marktführer bei Personenauskünften und gehört laut Eigenangaben auch bei Unternehmensauskünften zu den wichtigsten Anbietern. (red/APA)

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