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Glücksspiel-Umsätze steigen ungebremst © Panthermedia/Rüdiger Rebmann
© Panthermedia/Rüdiger Rebmann

07.05.2015

Glücksspiel-Umsätze steigen ungebremst

Kreutzer Fischer & Partner Das aktuelle „Branchenradar Glücksspiel” prognostiziert Umsatzverschiebungen

Verlagerung Auch wenn Glücksspielautomaten abgebaut werden, geht das Spielvolumen nicht verloren. Vielmehr verlagert es sich in andere Bereiche – etwa in Sportwetten. Es geht um einen 1,5 Mrd. Euro schweren Markt.

Wien. Seit Jahresbeginn ist in Wien das kleine Glücksspiel verboten; die Stadt hatte die bestehenden Lizenzen für ungültig erklärt. Anfang April bestätigte der Verfassungsgerichtshof (VfGH) das Verbot. Sportwetten sind jedoch nach wie vor legal, weil der Gesetzgeber sie nicht als Glücksspiel sieht. Seit dem Verbot der herkömmlichen Glücksspielautomaten jedenfalls schießen in Wien Live-Wett-Geräte aus dem Boden. Die rund 130 Wettlokale von Admiral (Novomatic), Cashpoint, Tipico, Wettpunkt und anderen kleineren Anbietern verzeichnen regen Zulauf. „Glücksspielautomaten werden hauptsächlich in Wettlokalen betrieben. Wenn nun durch eine verschärfte gesetzliche Regulierung das nicht mehr möglich ist, wandert das Gros der Gäste nicht einfach ab. Auch das Spielvolumen geht nicht verloren”, erklärt der Wiener Berater Kreutzer Fischer & Partner (KFP). Vielmehr verlagerte es sich in andere Bereiche, überdurchschnittlich hin zu Sportwetten.

Laut KFP gab es schon 2014 eine „Sonderkonjunktur” bei stationären Wetten, die zu einem erheblichen Teil auf das sinkende Automatenangebot außerhalb von Casinos, speziell in Wien, zurückzuführen sei. Sportwetten in Spielhallen legten um mehr als 20% zu, Online-Plattformen lediglich um knapp vier Prozent.
Mitte April 2015 waren laut KFP-Zählung österreichweit nur mehr 7.950 Geräte in Betrieb, um 18% weniger als ein Jahr davor. Rund 3.300 davon hatten keine Bewilligung. Der Berater geht davon aus, dass es in Wien trotz Verbots nach wie vor 650 Automaten gibt. Im Bundesland Salzburg zählt KFP 800 illegale Glücksspielgeräte, in Tirol 700. Auch in diesen beiden Bundesländern ist das kleine Glücksspiel verboten. „Immer mehr dieser Geräte stehen in Kulturvereinen für Menschen mit Migrationshintergrund”, so KFP.

Casinos profitieren nicht

Der Umsatz mit Glücksspiel und Sportwetten legte laut „Branchenradar Glücksspiel” von KFP 2014 um 3,6% auf 1,507 Mrd. € zu. Am meis-ten verspielten die Österreicher 2014 allerdings mit Lottoscheinen und Rubellosen. Mit 668,9 Mio. € an Nettoerlösen kam fast die Hälfte der Erträge im heimischen Glücksspielsektor (1,349 Mrd. €) von Lotterieprodukten. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr betrug 2,8%; im Wesentlichen sei das auf eine Preiserhöhung zurückzuführen.
Den stärksten Zuwachs mit 18% auf 157,6 Mio. € verzeichneten Sportwetten. Vorarlberg hat Live-Wetten als erstes Bundesland verboten, Tirol will nachziehen, und auch Oberösterreich und Kärnten denken darüber nach.
Die zwölf Spielbanken der Casinos Austria sicherten sich kein Stück vom frei gewordenen Spielvolumen. Der Bruttospielertrag stagnierte bei 168,3 Mio. € (+0,2%): „Und das aus gutem Grund, sprechen doch die österreichischen Casinos eine völlig andere Zielgruppe an als Automaten- und Sportwettenlokale”, so KFP. (APA/red)

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