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Medienbehörde schreibt bundesweite Privatradio-Zulassung aus © APA Georg Hochmuth

Wolfgang Fellner

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Wolfgang Fellner

Redaktion 08.01.2018

Medienbehörde schreibt bundesweite Privatradio-Zulassung aus

Fellner will sich mit Radio Ö24 bewerben - Frist endet im Juli 2018.

WIEN. Die Medienbehörde KommAustria hat am Freitag eine bundesweite Privatradio-Lizenz ausgeschrieben. Es wäre die zweite nach KroneHit, und Wolfgang Fellner will sich mit seinem Radio Ö24 bewerben, sagte er der APA. Er sei zuversichtlich, die geforderte technische Reichweite (60% der Bevölkerung) zu schaffen, allerdings wünscht er sich von der Regierung eine "Reparatur" des Privatradiogesetzes.

Neue Frequenzen stehen keine zur Verfügung für ein weiteres bundesweites Radio; die Ausschreibung ermöglicht es, dass Inhaber von bereits bestehenden Radio-Zulassungen diese an eine Kapitalgesellschaft übertragen, die sich dann wiederum für die bundesweite Lizenz bewerben kann. Voraussetzungen dafür: Alle sogenannten Versorgungsgebiete erreichen zusammen mindestens 60% der Österreicher, und die Lizenzinhaber müssen mindestens zwei Jahre auf Sendung gewesen sein.

Erstere Bedingung möchte man "zusammenbringen", sagte Fellner im APA-Gespräch. Die Ausschreibungsfrist endet am 8. Juli 2018, "wir werden uns bemühen, in den sechs Monaten die 60 Prozent zu erreichen“. Er würde sich ungeachtet dessen wünschen, dass die Grenze auf 50% herabgesetzt wird: "Das wäre im Sinne von mehr Pluralität." Angaben über die derzeitige technische Reichweite seiner Radiostationen macht er keine. Nur so viel: "Wir würden gar nicht erst einreichen, wenn wir die 60 Prozent nicht haben."

Die Zwei-Jahres-Frist allerdings bezeichnet Fellner als "Fehler im Gesetz". Sie mache eine Bewerbung "mathematisch unmöglich", denn: Radiozulassungen laufen regelmäßig aus. Erhält der bestehende Zulassungsinhaber seine Lizenz verlängert, beginne die Frist neu zu laufen, daher sei diese Bestimmung „völlig absurd", meint Fellner. Die neue Regierung habe sich in ihrem Arbeitsprogramm aber ohnehin das Privatradiogesetz vorgenommen, daher hoffe er auf eine entsprechende Änderung.

Dass Fellner Lust darauf hat, sein Medienimperium auch im Radiosektor weiter auszubauen, hatte er bereits vor Jahreswechsel im "Horizont" ausgeführt – auch ohne Lizenzausschreibung, hatte er damals gesagt: "Ich will möglichst viele regionale oder lokale Lizenzen einsammeln, sodass das einer nationalen Frequenz gleichkommt. Ich versuche mir eine Frequenz nach der anderen zu holen, sobald sie verfügbar sind."

Zuletzt hatte die KommAustria im Jahr 2010 eine bundesweite Zulassung ausgeschrieben; das Verfahren wurde aber 2011 eingestellt - es gab keine Bewerbungen. (APA)

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