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Milderes Wirtschaftsklima
15.04.2015

Milderes Wirtschaftsklima

Konsum/Kredite/Insolvenzen Frühlingsboten aus der Wirtschaft: gute Kennzahlen von GfK, Eurostat, OeNB, AKV

Entspannung auch in den Chefetagen: Nur in jedem zehnten Unternehmen gab es einen Wechsel.

Wien. Passend zum Frühlingswetter trudelten am Dienstag Positivmeldungen zu einigen interessanten wirtschaftlichen Kennzahlen in Europa – und auch in Österreich – ein: Das europäische Konsumklima etwa hat sich im ers-ten Quartal 2015 deutlich verbessert. Insbesondere die Stimmung der Verbraucher habe sich gut entwickelt, teilte das Marktforschungsunternehmen GfK mit. Vor allem die Bürger West- und Südeuropas seien davon überzeugt, vom wirtschaftlichen Aufschwung zu profitieren. Dagegen zeigen sich die Menschen in Osteuropa trotz überwiegend guter Konjunkturdaten noch skeptisch. Der zusammenfassende Konsumklimaindex für die 28 EU-Staaten legte im Lauf des ersten Quartals jedenfalls um 4,3 Zähler auf 9,8 Punkte zu.

Es wird wieder investiert

Die Industrieproduktion im Euroraum ist im Februar – das sind die aktuellsten Zahlen des europäischen Statistikamts Eurostat – stärker als erwartet gestiegen. Die Produktion legte um 1,1% zum Vormonat zu; Bankvolkswirte hatten zwar einen Anstieg erwartet, aber nur um 0,4%. Im Jänner hatte es nach jetzt revidierten Daten noch einen Rückgang um 0,3% gegeben.Besonders stark legte im Februar die Produktion von Verbrauchs-gütern zu. Diese stieg um 1,6% zum Vormonat, nachdem sie in den beiden Vormonaten noch gesunken war. Außerdem gab es im Währungsraum im Februar einen Zuwachs bei der Produktion von Gebrauchsgütern, Investitions- und Vorleistungsgütern sowie einen Anstieg der Energieproduktion.In Österreich ist auch die Nachfrage nach Krediten zum Jahresbeginn zum ersten Mal seit 2007 wieder gestiegen – wenn auch minimal. Für das laufende Quartal erwarten die Banken insgesamt eine unveränderte Kreditnachfrage der Unternehmen, wobei es bei KMU zu einem leichten Plus kommen könnte, so die Oesterreichische Nationalbank in einer Aussendung. Auch Unternehmen im Euroraum kommen etwas leichter an Kredite. Die Banken in der Eurozone haben ihre Bedingungen für die Vergabe von Darlehen im ersten Quartal 2015 gelockert, teilte die Europäische Zentralbank am Dienstag bei der Vorlage ihres Berichts „Bank Lending Survey” in Frankfurt mit. Zudem gab es in Österreich im ersten Quartal trotz Rekordarbeitslosigkeit und gedämpfter Konjunkturaussichten weniger Firmenpleiten. 1.286 Unternehmen meldeten Insolvenz an, um 12,4% weniger als im Vorjahreszeitraum. „In Zeiten einer Wirtschaftskrise sind zahlreiche Gläubiger, insbesondere öffentliche Institutionen, mit der Insolvenzantragsstellung gegenüber Schuldnern zurückhaltender”, interpretierte der AKV die Zahlen.

Weniger Pleiten

Die Gesamtpassiva beliefen sich auf 357,7 Mio. € nach 428,2 Mio. € im Vorjahresquartal. Großinsolvenzen gab es heuer keine. Der oberösterreichische Anlagenbauer GIA Austria war mit 109 Dienstnehmern und Verbindlichkeiten von mehr als 11 Mio. € die größte Insolvenz. Am häufigsten rutschten Baufirmen in die Insolvenz (256), gefolgt von Handelsunternehmen (224) und Gastronomiebetrieben (183).Abschließend noch ein aktuelles Studienergebnis von PWC Strategy&s: In Deutschland, der Schweiz und in Österreich sitzen Vorstandschefs derzeit besonders fest im Sattel; nur in jedem zehnten Unternehmen wurde gewechselt. In keiner anderen Region weltweit habe es im vergangenen Jahr weniger Chefwechsel bei börsenotierten Unternehmen gegeben, heißt es dazu. Und das ist ein gutes Zeichen: Im Jahr 2009 lag die Quote auf dem Höhepunkt der Finanzkrise bei 21%. (red/APA)

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