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Mobilfunker Drei zieht zufrieden Bilanz © Hutchinson Drei Austria/APA-Fotoservice/Martin Lusser
© Hutchinson Drei Austria/APA-Fotoservice/Martin Lusser

Redaktion 24.03.2017

Mobilfunker Drei zieht zufrieden Bilanz

In einem hart umkämpften Markt behauptet sich das Unternehmen gut und sucht neue Geschäftsfelder.

Mittwoch dieser Woche lud der heimische Mobilfunker Drei zur Jahrespressekonferenz und hatte nur Gutes zu vermelden. So hat die Nummer zwei am heimischen Mobilfunkmarkt im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals über eine dreiviertel Milliarde Euro umgesetzt.

Erfolgreich war Drei vor allem mit seinen Vertragstarif- und mobilen Internet-Angeboten. Die Zahl der Nutzer von Internet-Routern wie dem 3neo ist 2016 im Netz von Drei auf über eine Million gestiegen. Das Datenvolumen hat sich auf monatlich über 43.000 Terabyte mehr als verdoppelt und entspricht damit zwei Drittel aller Daten, die in Österreich über Mobilfunknetze transportiert werden.

Netzausbau: Kooperation

Jan Trionow, CEO von Drei: „Mit neuen Giga-Tarifen, neuen Services wie 3TV und dem dichtesten LTE-Netz Österreichs haben wir 2016 die Digitalisierung Österreichs weiter vorangetrieben. Als Marktführer im mobilen Internet sind wir für die kommenden Entwicklungsschritte im Mobilfunk gut gerüstet. Das merken auch unsere Kundinnen und Kunden und bleiben uns immer länger treu. Seit unserem Merger mit Orange 2013 ist die durchschnittliche Verweildauer unserer Handy-Vertragskunden um 52 Prozent auf durchschnittlich 85 Monate gestiegen. Das ist ein hervorragender Wert im österreichischen Mobilfunk.”

Angesichts des Durchbruchs mobiler Internet-Lösungen, des anhaltenden rasanten Aufstiegs von Streaming-Diensten und neuer Machine-2-Machine (M2M)-Anwendungen rechnet 3CEO Jan Trionow auch für die kommenden Jahre mit einem weiteren Wachstum. Mit der neuen 3TV-App für „Kabelfernsehen ohne Kabel” hat Drei bereits in wenigen Wochen mehrere Tausend Kunden gewonnen. Für M2M-Anwendungen hat Drei mit „IoT Complete” vor Kurzem ein komplettes Starter-Kit für das Internet of Things auf den Markt gebracht, das jungen, innovativen Unternehmen den Einstieg und das Experimentieren mit IoT ermöglicht.
In Summe ist die Zahl der 3Kunden 2016 trotz des intensiven Wettbewerbs stabil geblieben und beläuft sich aktuell auf rund 3,8 Millionen. Die monatlichen Kosten für einen durchschnittlichen Mobilfunknutzer sind im selben Zeitraum laut AK-Preismonitor um beinahe ein Viertel gefallen, die Handy-Stützungen haben wieder deutlich zugelegt. Dennoch erhöhten sich die Gesamterlöse (Total Revenue) von Drei 2016 dank steigender Smartphone- und Internet-Nutzung sowie mehr verkaufter Geräte um fünf Prozent auf 772 Mio. €; im Jahr 2015 waren es noch 736 Mio. €

Teurer Netzausbau

Mit 98% Netzabdeckung verfügt Drei nach wie vor über das dichteste LTE-Netz Österreichs. Im Durchschnitt erreicht das 3Netz laut RTR-Netztest 4G-Downloadraten von 40 Megabit pro Sekunde und ist damit zugleich das schnellste 4G-Netz des Landes. „Damit stellen wir sicher, dass jeder in Österreich die neuen Möglichkeiten der ­Digitalisierung nutzen kann”, betont Trionow.

Gut ausgebaute Netzte bedeuteten aber auch teure Investitionen. Es müsse daher die Zusammenarbeit beim Netzausbau verbessert werden. „Wenn wir auf den Laternen entlang der Wiener Ringstraße Stationen montieren wollen, dann werden wir das nicht überall in dreifacher Ausführung machen können”, mahnte er ein.

Operative Kosten sinken

Trotz intensiver Investitionen in Kunden und Netz konnten die operativen Kosten um neun Prozent gesenkt werden, so Trionow.

Unterm Strich stieg der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um acht Prozent von 316 auf 342 Mio. € an.
Die Zahl der Mitarbeiter blieb mit rund 1.300 Beschäftigten weiter stabil.

Mehr Chancengleichheit

Mit der nächsten Ausbaustufe im Mobilfunk 5G will Drei im digitalen Zeitalter für noch mehr Chancengleichheit zwischen Stadt und Land sorgen. „Wir stehen vor dem nächsten großen Entwicklungsschub, der den Mobilfunk in Österreich endgültig zum zentralen Medien-, Internet- und Kommunikationslink machen wird”, so ­Trionow.

Neue Erlösquellen suchen

Gemeinsam mit dem Mobilfunkausrüster ZTE hat Drei dafür in Wien ein europäisches Innovation Center eingerichtet. Erste Pre5G-Tests haben Drei und ZTE bereits erfolgreich durchgeführt. „Dabei haben wir die Kapazität der Funkzellen mit derzeit handelsüblichen 4G-Endgeräten auf das 4 bis 6-Fache gesteigert”, ­berichtet Trionow.

Denn: Bei der Netzqualität sieht sich Drei ganz vorn. Insgesamt betreibt der Mobilfunker 6.000 LTE-Sendestationen im ganzen Land und deckt damit 98% der Bevölkerung ab.
„Damit haben wir die digitale Kluft zwischen Stadt und Land endgültig beseitigt”, so Trionow.

Themen auf der Agenda

Und was steht auf der Agenda für 2017? Hier steht das Thema 5G ganz oben auf der Liste.

Abseits der generellen Optimierungen des Netzes laufen die Vorbereitungen für 5G bereits, Pre5G-Tests werden fortgesetzt, und noch in 2017/2018 plant man entsprechend auch erste 5G-Testläufe.
Ab dem Jahr 2020 steht der Vollausbau von 5G am Plan.
Und was macht man dann mit den neuen Kapazitäten? Hier plant Drei etwa den weiteren Ausbau seiner Aktivitäten rund um das Thema 3TV und andere Multimedia-Services.
Und wenn man sich die Entwicklung rund um den Preiskampf bei den Grundgebühren ansieht, so sieht sich auch Drei nach weiteren Erlösquellen um und hat hier die Themen „Smart Home” und „Internet of Things” für sich ausgemacht.
Generell, so Trionow, gehe es darum, „Lösungen anzubieten, die das Leben der Menschen einfacher machen”.

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