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Radikal globalisiert © Panthermedia.net/Szefei

Einfach berufstätig oder schon Teil eines digitalen Prozesses? Die Arbeitswelt verändert sich radikal. Das stellt die gesamte Belegschaft vor Herausforderungen.

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Einfach berufstätig oder schon Teil eines digitalen Prozesses? Die Arbeitswelt verändert sich radikal. Das stellt die gesamte Belegschaft vor Herausforderungen.

Redaktion 18.03.2016

Radikal globalisiert

Die Deloitte-Studie „Global Human Capital Trends 2016” zeichnet ein aktuelles Stimmungsbild der globalisierten, digitalisierten Arbeitswelt.

WIEN. Im Rahmen einer der größten internationalen Human Capital-Studien, der Deloitte Studie „Global Human Capital Trends 2016”, wurden über 7.000 Führungspersonen aus 130 Ländern befragt. Die Ergebnisse: Der sich seit mehreren Jahren abzeichnende Trend zu einer radikalen Veränderung der Arbeitswelt kommt immer mehr im Unternehmensalltag an. Fast die Hälfte der Unternehmen steckt schon mitten in einer Restrukturierung (39%) oder plant eine solche (6%).

„Die Unternehmen sind gefordert, mit der disruptiven Veränderung der Geschäftswelt Schritt zu halten”, erklärt Julian Mauhart, Partner bei Deloitte Österreich. „Sie sollen ihre Organisationsstruktur verändern, Leadership-Modelle anpassen und neue Wege in der Mitarbeiterbindung gehen. Diese große Herausforderung muss nun mit Mut angegangen werden.”

HR ist „zu starr und unflexibel”

Auf den Trend zur Digitalisierung fühlen sich die österreichischen Unternehmen am wenigsten vorbereitet. Daraus ergeben sich zwei Hauptaufgaben: Einerseits soll das Human Resource (HR)-Management Führungskräfte und Mitarbeiter auf die zunehmende Digitalisierung vorbereiten. Andererseits müssen die Personalabteilungen auch ihre eigenen Prozesse und Abläufe viel stärker als bisher digitalisieren.

„Im HR-Bereich dominieren starre, unflexible und wenig benutzerfreundliche Systeme. Der Trend geht aber eindeutig in Richtung mobiler, cloud-basierter Lösungen und Apps; viele Unternehmen stellen hier gerade die richtigen Weichen”, so Mauhart. Die bisher geringe Automatisierung von HR-Prozessen bewirkt, dass in Österreich weiterhin die operative HR-Arbeit im Vordergrund steht – die Strategie kommt dabei zu kurz. Laut Deloitte steht den österreichischen HR-Abteilungen weniger als die Hälfte ihrer Zeit für strategische, wertschöpfende Themen zur Verfügung; das sind 20% weniger als beim internationalen Durchschnitt.

Neue Formen der Führung

Die radikalen Veränderungen in der Arbeitswelt verlangen auch neue Formen von Führung und innovative Führungskräfte. Laut der aktuellen Studie können traditionelle Methoden der Führungskräfteentwicklung hier nicht mithalten. So geben 56% der Befragten an, den Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs nicht decken zu können.

Österreich: alarmierende Zahlen

Die Zusammensetzung der Belegschaft wird auch stetig diverser. Millennials mit hohen Erwartungen an die persönliche Entwicklung arbeiten Seite an Seite mit Baby-Boomern, die sich im letzten Abschnitt ihres Berufslebens befinden. Die Zielgruppe der Millennials wird bis dato von der Führungskräfteentwicklung stark vernachlässigt. 22% der internationalen Führungskräfte geben an, überhaupt keine Leadership-Programme für Millennials anzubieten.

Auch in Österreich sind die Zahlen alarmierend: Keiner der Befragten fühlt sich für diese Zielgruppe sehr gut vorbereitet, Benchmark-Zahlen von Deloitte über den österreichischen HR-Markt bestätigen dies. In Österreich wird noch deutlich weniger in die Weiterentwicklung der Führungskräfte investiert als international üblich. „Der aktuelle Befund ist nicht erfreulich. Aber die Beratungspraxis zeigt, dass die österreichischen Unternehmen die Relevanz des Themas Leadership ernst nehmen. Nun gilt es, die richtigen Schritte zur Förderung der Talente zu setzen”, so Mauhart.
Der verstärkte Fokus auf Mitarbeiterbindung und -engagement bleibt ein wesentlicher Trend. Fast jeder neunte Befragte sieht die Unternehmenskultur als wichtige bis sehr wichtige Herausforderung, um Top-Talente zu gewinnen und zu halten. Die Bedürfnisse und Erwartungen der immer diverseren und mobileren Belegschaft werden aber bisher zu wenig berücksichtigt. Aktuell wird nur von 64% der Unternehmen eine jährliche Mitarbeiterbefragung durchgeführt. (red)

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