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„Raise”: Novomatic erhöht noch einmal den Einsatz © Novomatic
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19.02.2016

„Raise”: Novomatic erhöht noch einmal den Einsatz

Ziel ist die „Marktführerschaft auf allen relevanten euro­päischen Märkten”: Novomatic-Chef Neumann auf der ICE 2016 in London.

••• Von Jürgen Zacharias

Klotzen statt kleckern. Frei nach diesem Motto präsentierte der heimische Glücksspielkonzern Novomatic Anfang Februar sein breites Produktportfolio auf der „International Casino Exhibition 2016” in London (kurz ICE). Auf 4.500 m2 Ausstellungsfläche (zum Vergleich: ein durchschnittliches Fußballfeld hat rund 7.000 m2!) gaben 22 Konzern-Töchter mit 300 elektronischen Gaming-Terminals Einblicke in ihr Leistungs-Portfolio. Für den Auftritt wurden 25.000 Meter Kabel verlegt, das Equipment musste mit zwölf Lkw angeliefert werden, und zur Betreuung war ein Team von 140 Leuten vor Ort. Ziel all des Aufwands ist weiteres Wachstum, wie Vorstandsvorsitzender Harald Neumann betont. Die Novomatic Gruppe sieht sich trotz eines neuerlichen Rekordergebnisses im vergangenen Jahr nämlich noch lange nicht am Ende ihres Expansionsweges.

Duale Strategie erfolgreich

Laut Neumann wird die Novomatic AG mit Sitz in Gumpoldskirchen nach ersten Berechnungen im Geschäftsjahr 2015 erstmals die Schallmauer von zwei Mrd. Euro Umsatz durchbrechen (2014: 1,977 Mrd. Euro). Gemeinsam mit den beiden Schweizer Schwesterholdings Gryphon Invest AG und ACE Casino Holding AG kann das Unternehmen den addierten ­Jahresumsatz auf rund 3,9 Mrd. Euro steigern (2014: 3,826 Mrd. Euro).

„Diese Zahlen zeigen, dass unsere duale Strategie, bei der wir einerseits die Software selbst entwickeln, die Geräte selbst bauen und verkaufen und andererseits Geräte auch selbst betreiben, erfolgreich ist. Als weltweit tätiger Full Service-Anbieter decken wir damit alle Segmente der Gaming-Branche ab”, so Neumann.
Die Zahlen unterstreichen aber auch, dass die jüngst vorangetriebene Diversifizierung der Novomatic-Geschäftsfelder langsam Früchte trägt. So ist es der im Lotteriesegment tätige Novomatic Lottery Solutions (NLS) laut Neumann „sehr rasch gelungen, sich erfolgreich zu positionieren”.

Deal mit der Loteria de Catalunya

Im vergangenen Juli konnte die Konzerntochter mit der Katalonischen Lotterie (Loteria de Catalunya) einen Vertrag mit einer Laufzeit von sechs Jahren abschließen. Der Vertrag tritt nun mit 1. April 2016 in Kraft und umfasst die kompletten Lottery Facility Management Services für die autonome spanische Region sowohl für Online-, als auch für Instant-Lotterieprodukte und -services. Die bereitgestellten Lösungen stellen laut Novomatic „die erste komplette Omni-Channel-System-Implementierung der Region dar”.

„Wir unterstreichen damit, dass wir in der Lage sind, jedem Lotteriebetreiber eine 360-Grad-­Lösung für alle Vertriebskanäle wie Online, Mobile und Einzelhandel anzubieten. Damit generieren wir einen klaren Wettbewerbsvorteil in einem zunehmend kompetitiven Marktumfeld”, freut sich Thomas Graf, Technikvorstand und Sohn des Gründers Johann F. Graf.

Das Ziel ist die Marktführerschaft

Positiv entwickelt haben sich laut Neumann auch die im Vorjahr unter der Dachbezeichung Novomatic Sports Betting Solutions gebündelten Sportwetten-Aktivitäten der Gruppe, insbesondere im internationalen B2B-Geschäft.

„Damit konnten wir wieder wichtige Schritte setzen, um unser langfristiges Ziel, die Marktführerschaft auf allen relevanten euro­päischen Märkten, zu erreichen”, legt der Novomatic-Chef die Latte hoch.
Vor diesem Hintergrund ist auch der im März des Vorjahres erfolgte Zukauf des US-amerikanischen Mobile Social Casino Gaming-Unternehmens AdZorba Games LLC sowie die Akquisition des Geschäftsbereichs Playnation der britischen Palatine Private Equity im zweiten Halbjahr 2015 zu sehen.
Während AdZorba auf die Entwicklung von Social Casino und Multiplayer Games spezialisiert ist, betreibt Playnation rund 20.000 Unterhaltungsgeräte an 1.700 britischen Standorten – darunter ­Ferienparks, Raststationen, Bowlingbahnen, Pubs und Flughäfen.
Weitere Akquisitionen könnten schon bald folgen, wie Neumann in London betonte: „Wir werden im laufenden Geschäftsjahr in Deutschland, einem unserer wichtigsten Märkte, aufgrund veränderter gesetzlicher Rahmenbedingungen verstärkt als Betreiber auftreten und dort weitere Spielstätten erwerben. Außerdem wollen wir in Kernmärkten wie Großbritannien und Spanien unseren Marktanteil durch Akquisitionen ausbauen.”

Casinos-Deal wird weiter geprüft

Eine Großakquisition ist auch für Österreich geplant, wo die Novomatic – ebenso wie ein tschechisches Konsortium – die Mehrheit an den teilstaatlichen Casinos ­Austria (Casag) übernehmen ­möchte.

Laut Neumann halten die Gumpoldsdorfer aktuell 40 Prozent an der Casag und 24 Prozent an der Casinos-Tochter Lotterien. „Wir haben unterschriebene Verträge mit Leipnik-Lundenburger Invest (LLI), Uniqa und der MTB Privatstiftung. Diesen Erwerb haben wir bei der Bundeswettbewerbsbehörde angemeldet.”
Aber auch das tschechische Konsortium, das der Vienna Insurance Group die CAME Holding abgekauft hat und damit 11,3 Prozent an den Casinos hält und über die CAME auch Miteigentümerin der Medial Beteiligungs-Gesellschaft ist, die weitere 38 Prozent an den Casinos hält, beansprucht die Kontrolle für sich.
Neumann setzt im Bieterkampf auf den Verhandlungsweg und strebt eine Einigung bis Mitte März an. Vorstellbar sei dabei laut Neumann „prinzipiell alles”. Eine erste Verhandlungsrunde habe bereits stattgefunden, es gelte, „eine vernünftige Lösung im Sinne der Casinos Austria” zu finden.

Die Wettbewerbshüter haben unabhängig davon das Novomatic-Vorhaben Anfang Februar an das Kartellgericht weitergereicht.

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