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Auch im Osten „boomt” es weiter © Immofinanz

Immofinanz hat in Warschau soeben mehrere großflächige Mietverträge abgeschlossen.

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Immofinanz hat in Warschau soeben mehrere großflächige Mietverträge abgeschlossen.

PAUL CHRISTIAN JEZEK 25.03.2016

Auch im Osten „boomt” es weiter

Nach dem Jahr 2015, in dem in fast allen Immobiliensektoren die bisherigen Rekorde gebrochen wurden, sind die Prognosen für die CEE-Märkte auch für heuer weiter positiv.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. Generell wird sich die Wirtschaft in der Region CEE laut CBRE-Marktbericht „CEE Market Outlook 2016” rascher entwickeln als in Westeuropa. Dabei profitiert der Immobilienmarkt insbesondere von der steigenden Konsumbereitschaft, die durch mehrere Faktoren wie niedrige Zinssätze, Öl- und Güterpreise, sinkende Arbeits­losigkeit und steigende Immobilienpreise begünstigt wird. Der erhöhte private Konsum – auch im Onlinehandel – ist die primäre Ursache für eine neue Welle von Retail- und Logistik­immobilienprojekten.

Der Kaufkraftanstieg hat be­reits zu höheren Investmentumsätzen und zu einer Stabilisierung der Betriebsergebnisse von Einzelhandelsimmobilien geführt, wodurch deren Attraktivität für Investoren weiter gestiegen ist. Neben „traditionellen” Zielen wie Prag und einigen Regionen in Polen sollten heuer auch Bukarest und Budapest in den Fokus der Investoren rücken und für einen signifikanten Aufschwung des Investmentvolumens in Einzelhandelsimmobilien sorgen.

Weniger Shoppingcenter

Da die Einzelhandelsdichte in einigen CEE-Märkten bereits hoch ist, konzentrieren sich die Investoren auf den Großraum rund um die Hauptstädte. So werden 2016 nur in drei Hauptstädten neue Shopping­center eröffnet: Bukarest, ­Kiew und Warschau.

Das interessanteste Shoppingcenter außerhalb der Hauptstädte wird heuer in Posen fertiggestellt – mit 98.000 m² das größte, das in den letzten sieben Jahren in Polen eröffnet wurde.
2016 werden in CEE voraussichtlich rund 972.000 m² an neuen Shoppingcenter-Flächen entstehen – ein Wert unter dem des Vorjahres.
Die hohe Kaufkraft sowohl im traditionellen Einzelhandel als auch im Online-Handel hat 2015 zu einer ungewöhnlich hohen Vermietungsleistung auf dem Logistikmarkt geführt, die über dem 10-Jahres-Durchschnitt lag (in manchen Märkten sogar um bis zu 65%). Im Hinblick auf Projektentwicklungen geht der Trend immer deutlicher in Richtung „built to suit”-Projekte. Eine Ausnahme bildet Polen – hier sind Anfang 2016 ca. 900.000 m² an neuen Logistikflächen im Bau.
Das Interesse an Core-Immobilien sollte – so die Prognose von CBRE – stabil bleiben, und die Renditen werden weiter – und somit sogar noch unter die Werte aus 2007 – fallen. Vergleicht man jedoch Staatsanleihen und Immobilienrendite, bleiben Immobilien in der CEE-Region nach wie vor eine attraktive Alternative für institutionelle Investoren.

Büromarkt auf Rekordniveau

Die aktuelle Nachfrage auf dem Büromarkt befindet sich auf einem Rekordniveau, vor allem internationale IT- & Outsourcing-Unternehmen suchen intensiv nach Flächen.

In der CEE-Region – mit Ausnahme von Warschau und Bukarest – werden wenige Bürofertigstellungen erwartet. In der polnischen Hauptstadt werden in den nächsten zwei Jahren ca. 670.000 m² an neuen Büroflächen fertiggestellt, das entspricht etwa 15% des Bestands.
Dieser Anteil fällt in Bukarest mit ca. 21% sogar noch höher aus, was wesentliche Auswirkungen auf die Netto-Ist-Mieten und die Leerstandsraten haben wird.

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