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Buwog: deutsche Expansionsoffensive © Buwog; Linda Kappel
© Buwog; Linda Kappel

12.06.2015

Buwog: deutsche Expansionsoffensive

Development Die Buwog Group unter CEO Daniel Riedl will jährlich 3.000 bis 4.000 Wohnungen in Deutschland zukaufen; so soll der Wohnimmobilienbestand dort binnen dreier Jahre auf mehr als 40.000 Einheiten anwachsen. Sowohl in Berlin als auch Wien will man die Bautätigkeit massiv ausdehnen.

Berlin/Wien. „Wir haben viel dafür getan, um als Mitglied der Peer Gruppe im deutschen Wohnimmobiliensegment anerkannt zu sein”, sagte Daniel Riedl, CEO der Buwog Group, im Rahmen eines Pressegesprächs in Berlin. Das deutsche Wohnportfolio soll heuer und in den Folgejahren zügig ausgebaut werden. Nach dem Kauf der DGAG- und Apollo-Portfolios mit zusammen rund 19.200 Einheiten sondiert man derzeit in erster Linie Akquisitions-Gelegenheiten bei mittleren Paketen von mehreren 100 bis wenigen 1.000 Wohneinheiten. Jährlich wird der Kauf von 3.000 bis 4.000 Wohnungen angestrebt – binnen dreier Jahre soll so das Deutschland-Portfolio mehr als 40.000 Wohnungen umfassen.

Als Fokus der weiteren Expansion gelten dynamisch wachsende Mittelstädte mit guter wirtschaftlicher und Bevölkerungsprognose. „Wir haben in regionalen Zentren wie Kiel, Lübeck, Braunschweig oder Kassel bereits Bestände aufgebaut und sehen hier weiterhin Möglichkeiten. Städte mit weniger als einer halben Million Einwohner, aber dafür mit einer Uni und ICE-Anschluss sind mit Abstand das attraktivste Segment auf dem deutschen Wohnungsmarkt.”
Geografisch werde sich die Buwog auf die Region Nordwestdeutschland konzentrieren, in der sich bereits jetzt der Großteil des Deutschland-Portfolios befindet. Als Ausweichstädte für das inzwischen schon teure Hamburg engagiert sich die Buwog etwa auch in Lüneburg, Norderstedt und Glinde.

Berlin-Chance: Development

Weniger aktiv möchte man in den Lagen München, Köln, Berlin, Düsseldorf sein. Das Ziel: „Wo wir bereits vertreten sind, mehr Dichte erzeugen sowie Ertrag und Rendite optimieren”. In Berlin habe man den Bestand von rund 5.000 Einheiten noch zu günstigen Preisen erwerben können, jetzt sei das Preisniveau für größere Zukäufe nicht mehr attraktiv. „Dafür bietet die Preissituation für unser Entwicklungsgeschäft umso bessere Chancen und damit sind wir in Berlin mit dem Development von Eigentumswohnungen auf der Verkäuferseite und können vom stark gestiegenen Preisniveau entsprechend profitieren”, erklärt Riedl.
Die Neubauleistung in Berlin soll von zuletzt ca. 150 Wohnungen auf 500 Wohnungen im Jahr steigen. Man konzentriere sich dabei auf das mittlere und gehobene Preissegment, auf Luxuseinheiten werde verzichtet. Für diesen Zweck wurden zuletzt drei Baugrundstücke in den Bezirken Pankow und Lichtenberg für rund 370 neue Einheiten erworben.

„Margenstark”

„Dem Bevölkerungswachstum steht nach wie vor ein viel zu geringes Angebot gegenüber, sodass das Development vor allem im mittleren Preissegment auf eine stabile Nachfrage trifft”, erklärt Alexander Happ, Geschäftsführer Development Deutschland bei der Buwog; man werde die Aktivitäten deshalb auch außerhalb des S-Bahn Ringes deutlich ausweiten.
In Österreich möchte man jährlich 500 bis 600 Einzelwohnungen „margenstark” verkaufen, insbesondere aus dem mietreglementierten Bereich, wo der Verkauf zu „angemessenen Preisen” mehr Sinn mache, als sie im Bestand zu halten. „Wir können im Regelfall mit einer Aufschlagsmarge von 60 Prozent auf den Verkehrswert verkaufen”, so Riedl; bei Paket-Transaktionen betrage die Marge 10 bis 15%. Eigenkapital plus Marge werde frei, und „da wir laufend in den Bestand hineinbauen, entsteht ein revolvierendes Geschäft, eine Art Eigenkapital-Recycling, über das wir sicher noch die nächsten 30 Jahre wachsen können”, so Riedl. Im Neubau ist die Buwog in Wien im geförderten und frei finanzierten Segment aktiv. (lk)

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