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Der neueste Rekord © TownTown/Zechner&Zechner/expressiv

Die Fertigstellung des Orbi Towers in 1030 ist für Juni nächsten Jahres geplant. Der 102,5 m hohe Büroturm soll 21.600 m² auf 26 Stockwerken bieten.

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Die Fertigstellung des Orbi Towers in 1030 ist für Juni nächsten Jahres geplant. Der 102,5 m hohe Büroturm soll 21.600 m² auf 26 Stockwerken bieten.

Redaktion 11.03.2016

Der neueste Rekord

Wiens Büromarkt ist immer für Rekorde gut; im aktuellen Büromarktbericht von Otto Immobilien ist von einem neuen Rekordtief die Rede …

••• Von Erika Hofbauer

WIEN. Das Neubauvolumen wird heuer im Bürosegment lediglich 48.000 m² betragen – das ist der niedrigste Wert seit 2002, berichtet Alexander Fenzl, Gewerbe-Leiter bei Otto Immobilien.

Schon 2015 lag das Neuflächenangebot mit rund 130.000 m² unterdurchschnittlich im Vergleich zu den Vorjahren. Erst im nächsten Jahr werde es wieder zu deutlich mehr Flächen auf dem Markt kommen, wollte man bei Otto bei der Präsentation am 7.3. noch keine genauen Größenangaben machen.
In der Bestandsvermietung werde 2016 in etwa gleichauf mit dem Vorjahr liegen: 200.000 m² heuer zu 190.000 m² 2015. Insgesamt macht der Anteil des Flächenumsatzes von Flächen über 1.000 m² an der Vermietungsleistung rund 50% aus.
(Der öffentliche Anteil daran beträgt etwa 25%.)

Höhere Mieten

Leichte Erhöhungen vermeldet der Otto-Bericht bei den Durchschnitts- und Spitzenmieten in Wien. Demnach stieg der Preis für ausgezeichnete Lagen und Ausstattung von 25 auf 25,75 € pro m² und Monat. Die Durchschnittsmiete erhöhte sich leicht von 13 auf 13,75 €. Das Gebiet rund um den Hauptbahnhof hat sich, heißt es bei Otto weiter, auf Platz zwei der teuersten Flächen der Stadt mit Mieten ab 14,50 € pro m² vorgeschoben. Leicht gesunken sind hingegen die Leerstandsquoten, nämlich von 6,5 auf 6,3% 2015. Für heuer rechnet Research-Leiter Alexander Bosak mit einem nochmaligen Rückgang auf 6,2%. Diese Entwicklung betrifft jedoch hauptsächlich nicht mehr marktkonforme Flächen. Keine großen Würfe darf man sich heuer bei Neuprojekten erwarten; hier wird es nur einen marginalen Zuwachs geben, erst ab 2017 ist die Projektpipeline mit Vorhaben wie Quartier Belvedere Central, Europlaza oder Square Plus wieder gut gefüllt.

Ein gutes Transaktionsvolumen

Gut entwickelte sich 2015 auch der Investment-Markt. Das gesamte Transaktionsvolumen gewerblicher Immobilien (Büro, Retail, Hotel, ­Logistik) erhöhte sich um rund 11% auf 3,1 Mrd. €.

Knapp die Hälfte des investierten Geldes floss in Büroimmobilien, ein Drittel ging in Retail-Objekte, berichtet Investment-Expertin ­Martina Cerny. Nationale Investoren waren mit rund 60% des Transaktionsvolumens die größte Käufergruppe, gefolgt von deutschen und US-Investoren.
Im vergangenen Jahr konnten auch einige Investoren-Newcomer am Markt Fuß fassen, erzählt Gewerbeimmobilien-Bereichsleiter Martin Weinbrenner: Neben dem Anleger Corpus Sireo schafften auch Gruppen wie Amundi Real Estate und Dream Global den Markteintritt in Österreich.
Wien holte sich gut drei Viertel des gesamten Transaktionsvolumens in Österreich; die meisten Deals waren eher kleinvolumig bis zu 20 Mio. €, die Großtransaktionen (acht Stück waren es 2015) erzielten einen Kaufpreis von mehr als 100 Mio. €.

Vorsichtige Prognose

Alles ist stabil, alles ist gut, resümierte daher auch Otto Immobilien-Eigentümer Eugen Otto bei der Präsentation des Büromarktberichts. Wiewohl er sich wundere, wieso es sein kann, dass sich der Immobilienmarkt scheinbar derartig von der restlichen Entwicklung der Wirtschaft und der Märkte abkoppeln kann – Stichwort Flüchtlingskrise oder Ölpreisverfall.

Otto bleibt dennoch vorsichtig bei Prognosen. Eindeutig sei aber, dass die Immobilie als Assetklasse immer wichtiger wird und der Kapitalfluss auch in heimische Gewerbeimmobilien deutlich zunimmt.

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