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Juncker-Fonds als „Anschub” © APA/EPA/Julien Warnand

Junckers ehrgeiziger Wachstumsplan könnte der Bauindustrie Auftrieb verleihen.

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Junckers ehrgeiziger Wachstumsplan könnte der Bauindustrie Auftrieb verleihen.

10.07.2015

Juncker-Fonds als „Anschub”

Bauinvestitionen Geht alles nach Plan, könnte der milliardenschwere Investitionsfonds EFSI im Spätsommer die ersten Projekte finanzieren

Bau- und baunahe Unternehmen auch in Österreich könnten profitieren.

Brüssel/Wien. Der neue Juncker-Fonds zur Förderung von Inves­titionen in Europa soll Ende des Sommers mit der Finanzierung von Projekten starten. Dies könnte auch heimischen Bau- und baunahen Betrieben einen gehörigen „Boost” verleihen, meint Wolfgang Matejka, Anlagestratege bei der Wiener Privatbank.

Am 24. Juni 2015 hatten ja die EU-Parlamentarier den Weg für den milliardenschweren Investitionsplan, Kernstück des ehrgeizigen Wachstumsprojekts von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, frei gemacht, die Mehrheit stimmte dafür, nachdem ihn zuvor die 28 EU-Finanzminister gebilligt hatten. Der neue Topf soll bis 2017 öffentliche und private Investitionen von 315 Mrd. Euro anschieben, um den wirtschaftlichen Aufschwung zu stärken und Jobs zu schaffen. Der Europäische Fonds für Strategische Investitionen (EFSI) wird mit 21 Mrd. Euro dotiert, 5 Mrd. zahlt die Europäische Inves­titionsbank (EIB) ein, 16 Mrd. an Garantien stammen aus dem EU-Haushalt.

Deutschland-Geschäft

Das Geld muss aber vor allem von Privatinvestoren kommen; angedacht sind Projekte in den Bereichen Verkehr, Energie, Forschung, etc. Davon profitieren könnten Austro-Konzerne wie der Kranhersteller Palfinger. Aber auchfür Konzerne mit starkem Deutschland-Bezug ergibt sich Fantasie, „denn der Anteil der Bauinvestitionen am BIP in Deutschland ist stark gesunken”, so Matejka: von zuvor 20% oder mehr auf heute ca. 10%. Dabei könnten sich die Deutschen mehr Projekte am Bau ohne Weiteres leisten. 5.000 Brücken im Nachbarland seien „schwerst sanierungsbedürftig”, die Verantwortung für die Umsetzung tragen nun Gemeinden und Städte, vielfach fehle es an Know-how.
Auch die Erste Group hält Bau- und Immo-Titel für attraktiv: Für Senior Analyst Christoph Schultes sind CA-Immo, Immofinanz und UBM Top Picks, daneben Porr (günstige Bewertung) und Palfinger (starkes Wachstum).(lk/APA)

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