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„Mehr als Stephansdom, Schönbrunn und Hofburg”
10.04.2015

„Mehr als Stephansdom, Schönbrunn und Hofburg”

Studentisches Wohnen Der Frankfurter Projektberater und -investor Corestate plant neue Heime in Österreich

Thomas Landschreiber, CIO von Corestate Capital AG: „In Deutschland auf Wachstum ausgerichtet”.

Landschreiber: „Es gibt viel Nachfrage – wir prüfen weiteren Grundstückserwerb.”

Wien. Der Frankfurter Immobilieninvestor Corestate Capital akquiriert über seinen strategischen Partner Corestate Capital Advisors europaweit Wohn- und Gewerbeimmobilien für internationale Investoren. Das Unternehmen hat sich bereits seit einigen Jahren im Bereich der studentischen Wohnraumschaffung in Deutschland unter der Marke „Youniq” einen Namen gemacht. Seit einiger Zeit ist auch der österreichische Markt – aktuell mit dem Projekt Urbia (s. medianet vom 3.4.2015, S. 30) in Wien Leopoldstadt – für Corestate interessant.

medianet: Studentisches Wohnen als eigene Assetklasse: Wie entwickelt sich der Markt in diesem Segment in Österreich bzw. speziell in Wien? Thomas Landschreiber: Studentisches Wohnen hat sich mittlerweile von einem Nischenprodukt zu einer Assetklasse etabliert. Dafür gibt es viele Gründe, die wichtigsten bilden die andauernde hohe Nachfrage nach Wohnraum in den Hochschulstädten, die mittlerweile stabile Anzahl an etablierten Anbietern und nicht zuletzt das hohe Interesse von institutionellen Anlegern. Für Investoren ist dieses Segment besonders attraktiv, weil die Nachfrage nach Studentenwohnungen konjunkturunabhängig ist.

Der Bedarf wird durch kontinuierlich steigende Erstsemesterzahlen gestärkt, die in Kombination mit leeren Kassen bei staatlichen oder konfessionellen Betreibern nicht nur Vollvermietung, sondern lange Wartelisten garantieren. Dies, gekoppelt mit intelligenten Konzepten, überzeugt die Anleger.

medianet: Welche Faktoren spielen bei der Suche nach geeigneten Objekten und Grundstücken eine Rolle?Landschreiber: In der Standortwahl für neue Projekte spielen Faktoren wie Studentenquoten, Wohnheimplatzdichte und die Prosperität als Wirtschafts-und Hochschulstandort eine entscheidende Rolle. Hier punktet Wien, denn es ist eindeutig mehr als nur Hofburg, Stephansdom und Schönbrunn. Die Stadt hat sich längst zu einer Metropole entwickelt, ist gleichermaßen beliebt bei Studenten, Trendsettern und Berufsanfängern. Die verschiedenen Universitäten bieten eine Vielzahl an Studienfächern und ziehen nicht nur Einheimische, sondern auch internationale Studenten an. Besonders der neue Campus der WU Wien bildet durch die ansprechende, moderne Architektur und gut funktionierende Infrastruktur einen Magnetpunkt für Studenten.

medianet: Wie unterscheidet sich studentisches Wohnen von anderen Assetklassen?Landschreiber: Um die heutigen Bedürfnisse der Studenten und Berufsanfänger besser bedienen zu können, haben wir bereits 2008 eine entsprechende Studie durchgeführt. Es hat sich schnell gezeigt, dass sich studentisches Wohnen nicht mit normalem Wohnungsbau vergleichen lässt. Die Zielgruppe Student ist nicht an einem dauerhaften Zuhause interessiert, das individuell eingerichtet und verschönert wird, sondern sucht für die Zeit des Studiums, manchmal auch nur für ein Jahr, eine effiziente Wohnlösung – das aber bitte universitätsnah, mit optimaler Flächenausnutzung und eigener Küche und mit Bad. Neben der Privatsphäre ist auch die optimale Lernumgebung wichtig. medianet: Welche Projekte planen Sie noch in Österreich?Landschreiber: In unmittelbarerer Nähe zum neuen Campus der WU Wien entwickeln wird derzeit das universitäre Wohnprojekt ‚Urbia Linked Living'. Hier entstehen bis Herbst 2015 knapp 590 Apartments für Nutzer aus dem universitären Umfeld wie Studenten, Dozenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern sowie Young Professionals. Nach dem Konzept ‚Check-In and Study' bieten die komplett möblierten und voll ausgestatteten Apartments den Bewohnern den perfekten Start in das studentische Leben. Da der Nachfrage-überhang sehr groß ist, können wir uns durchaus weitere Projekte vorstellen. Es finden Gespräche über einen Grundstückserwerb statt. Weitere interessante Unistädte sind Graz und Innsbruck.

medianet: Was tut sich diesbezüglich in Deutschland?Landschreiber: Auf dem deutschen Markt sind wir mit Objekten für studentisches Wohnen bereits vertreten und auf Wachstum ausgerichtet. Wir erwerben unbebaute Grundstücke und Bestandsobjekte in Universitäts- bzw. Hochschulstädten. Auch bereits in der Realisierung befindliche Projektentwicklungen und Bauträgerobjekte kommen gegebenenfalls infrage. Aktuell befinden wir uns in der aktiven Akquise von Grundstücken in Berlin und Hamburg.(eh)

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