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Mobile Wohn-Suche wird zum Standard © Linda Benkö (3)

WohnexpertenRichard Mauerlechner, GF der wohnnet Medien GmbH (l.), Michael Pisecky, GF s Real Immobilien.

© Linda Benkö (3)

WohnexpertenRichard Mauerlechner, GF der wohnnet Medien GmbH (l.), Michael Pisecky, GF s Real Immobilien.

PETER KRIST 26.08.2016

Mobile Wohn-Suche wird zum Standard

Mehr Service und Informationsmöglichkeiten, mobile Apps und der virtuelle 360°-Rundgang sind stark im Kommen.

••• Von Peter Krist

Wer heute ein neues Zuhause sucht, ist bei der Suche nicht mehr so leicht zufriedenzustellen, wie noch vor einigen Jahren.

wohnnet und s Real führen jährlich gemeinsam eine große, repräsentative Wohnumfrage unter den Usern der Websites www.wohnnet.at und www.sreal.at durch. 2016 wurden dabei erstmals auch Fragen zur Infrastruktur in der Nähe des neuen Zuhauses in die Wohnumfrage aufgenommen.
„Responsive Design und die Welt der Apps sind bei privaten Wohnungssuchenden bereits angekommen”, nennt Richard Mauerlechner, Geschäftsführer der wohnnet Medien GmbH, ein wichtiges Resultat. Die Gruppe der Personen, die mit mobilen Endgeräten Immobilien suchen, stellt auf www.wohnnet.at bereits 39%, davon sind immerhin 9% älter als 60 Jahre. Mauerlechner: „Das lässt den Schluss zu, dass auch die ältere Generation verstärkt mobile Devices nutzt.”

360°-Rundgang hält Einzug

Immobilienplattformen und Makler müssten sich daher für die mobile Kommunikation durch Apps und responsive ­Design für diese Interessenten fit machen.

Zudem wird mit dem Einsatz von modernen Technologien, wie dem 360°-Rundgang mit einer VR-Brille (Anm.: VR steht für Virtual Reality), die stolze 63% als hilfreich ansehen würden, bevor sie einen Besichtigungstermin vereinbaren, ein weiterer Bereich abgedeckt, um technikaffine, mobile Personen erreichen zu können. Bei der s Real kommen derartige Brillen bereits zum Einsatz.

Die „Umgebungsskills”

Betreffend den Punkt Infrastruktur sind den Suchenden am wichtigsten die Informationen zur öffentlichen Verkehrsanbindung (für 56% sehr wichtig, für 18% wichtig). Jedoch werden auch Daten zu Lebensmittelgeschäften und Supermärkten von den meisten begrüßt.

Nur jeweils 3% geben an, dass solche Informationen (weitgehend) nicht wichtig für sie sind.
Auch Standorte von Bildungsstätten wie Schulen, Kindergärten und Universitäten sowie Gesundheitsinstitutionen wie Ärzte oder Apotheken werden von der Mehrheit als (sehr) wichtig betrachtet.
Überrascht zeigen sich Mauer­lechner und s Real-Geschäftsführer Michael Pisecky vom Interesse der Befragten an Informationen zur Luftqualität: 47% betrachten diese als sehr wichtig, weitere 31% als wichtig.
Am wenigsten gefragt sind Daten zum Angebot von Kurzpark­zonen; die Nutzung von „Öffis” und Carsharing gehört langsam offenbar zum guten Ton.
Infos über Lebensphasen, Altersklassen, Bildungsniveau, Erwerbsstatus oder die Kaufkraft der Bewohner im Umfeld würde gut die Hälfte der Befragten als Ergänzung begrüßen, dem Rest sind sie mehr oder weniger gleichgültig.

Am besten gratis

Ein umfangreicher Report über Infrastrukturinformationen sollte nach Möglichkeit nichts kosten: Mauerlechner: „75 Prozent der Userinnen und User sind nicht bereit, einen Geldbetrag dafür zu investieren.”

Weitere Ergebnisse der großen Wohnumfrage 2016: Der Wunsch, am Land zu leben, hat sich bei den Österreichern noch verstärkt. Bei der von wohnnet und s Real durchgeführten Wohnumfrage unter 6.875 Personen in Österreich gaben 53% an, am liebsten ländlich wohnen zu wollen (2015: 45%), weitere 19% ziehen ein Leben in einer Bezirksstadt dem in der Bundeshauptstadt Wien oder einer der Landeshauptstädte vor. In einer dieser größeren Städte wollen nur 28% aller Umfrageteilnehmer wohnen.

Schön und ruhig soll es sein

„Das Anspruchsdenken ist merklich hoch”, so Pisecky. Abseits des Preises und der Lage herrscht als Kriterium der Wunsch nach einer Terrasse bzw. einem Balkon vor, also einer sogenannten Freifläche (30%).

„Auf www.wohnnet.at sind Suchabfragen nach Terrasse und Balkon mittlerweile unangefochten auf Platz eins”, bestätigt Mauerlechner. Pisecky: „Die Investition in eine Nachrüstung hinsichtlich Freifläche schlägt sich 1:1 auf die Wertsteigerung des Objekts durch”.
Die intelligente Raumaufteilung ist immer noch wichtig (30%), aber mit sinkender Tendenz (2015: 34%). Seit zwei Jahren werde auch das Bedürfnis nach mehr Wohnfläche wieder stärker: Für 26% ist dies wichtig (2012: 18%, 2015: 23%). Höhere Stockwerke mit Lift (8%) sind etwas besser nachgefragt als untere Stockwerke (6%). Schön soll die Immobilie sein (46%) und ruhig; diese zwei Kriterien sind wichtiger als Energieeffizienz.
30% wollen, dass ihre Wohnung bzw. ihr Haus zwar urban liegt, jedoch ruhige Schlafbereiche hat. Für eine zentrale Lage würden aber immerhin 24% auf ihre Ruhe verzichten (2015: 16%).
„Auch die Lage einer Immo­bilie schlägt immer noch Energieeffizienz und niedrigen Heizwärme­bedarf”, sagt Mauerlechner.
Knapp ein Drittel der Befragten räumen der Lage mehr Gewicht ein (2014: 24%, 2015: 27%). Logisch: An der Lage ist nicht zu rütteln, die Energieeffizienz ist bis zu einem gewissen Grad beeinflussbar.

Mehr Wohnqualität

Ein weiteres Detail, das die Mär vom zu teuren Wohnen und von unfairen Vermietern widerlegt: „Die Menschen suchen oder ziehen nicht deshalb um, weil sie Kosten sparen wollen oder ein auslaufender Vertrag sie dazu zwingt”, sagt Pisecky.

„Gemeinsam betrachtet, treffen diese beiden Argumente nicht einmal auf jeden Zehnten zu. Sie wechseln hauptsächlich deshalb, weil sie eine Verbesserung ihrer Wohnqualität wünschen oder sich die persönliche Lebenssituation verändert bzw. weiterentwickelt hat.”

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