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Verschmelzung der Giganten © Cushman & Wakefield LLP, Immofinanz

Frank Nickel (l.) und Oliver Schumy haben einander in nächster Zukunft viel zu sagen.

© Cushman & Wakefield LLP, Immofinanz

Frank Nickel (l.) und Oliver Schumy haben einander in nächster Zukunft viel zu sagen.

PAUL CHRISTIAN JEZEK 22.04.2016

Verschmelzung der Giganten

Im Vorjahr hatten Immofinanz und CA Immo versucht, Anteile am jeweils anderen Unternehmen zu erwerben. Jetzt holt sich die Immofinanz einen 26%-Anteil an der CA Immo.

WIEN. Es geht um exakt 25.690.167 Aktien der CA Immobilien Anlagen AG. Das klingt nach ziemlich viel und ist es auch, denn diese Anteilsscheine entsprechen etwa 26% des gesamten Kapitals und der Stimmrechte der CA Immo. Darüber hinaus sind im Paket auch vier Namensaktien enthalten, die jeweils mit dem Recht ausgestattet sind, ein Mitglied in den Aufsichtsrat der CA Immo zu entsenden.

Diese 25.690.163 plus vier Aktien will die Immofinanz von der O1 Group Limited und der Terim Limited kaufen, die Boris Mints gehören, dem – laut Forbes – mit einem Vermögen von 1,5 Mrd. USD fünfundfünfzigreichsten Menschen Russlands.
Der Abschluss der Transaktion (Closing) ist für diesen Sommer geplant und bedarf der Zustimmung durch die Wettbewerbsbehörden, den Immofinanz-Aufsichtsrat sowie den CA Immo-Vorstand für die Übertragung der Namensaktien.

Die Hintergründe

Laut Immofinanz handelt es sich dabei „nur” um einen „ersten Schritt” hin zu einem geplanten vollständigen Zusammenschluss der beiden Unternehmen.

„Mit der Akquisition des Anteils an der CA Immo (sowie der Entscheidung zur Abspaltung bzw. zum Verkauf des russischen Immofinanz-Portfolios, Anm.) haben wir jetzt die Grundlage für diese Verschmelzung geschaffen”, sagt ­Immofinanz-CEO Oliver Schumy.
„Die Portfolios beider Firmen ergänzen sich äußerst vorteilhaft, und wir erwarten signifikante ­Synergien durch diese Transaktion.”
Die Sinnhaftigkeit des Mega-Deals wird von Experten durchaus bestätigt, weil sich beide Firmen in ähnlichen Märkten betätigen. Der fusionierte Konzern käme billiger an Kredite und könnte Einspar­potenziale nutzen. Auch Maklerkosten könnten gesenkt und umgekehrt Mieten etwas nach oben gesetzt werden. CA-Immo-CEO Frank Nickel bestätigt die Hoffnung auf „substanzielle Synergien”; die beiden Unternehmen gehen davon aus, dass die Hauptversammlungen, die über die Verschmelzung entscheiden, 2017 stattfinden werden.

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