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Wichtig sind Balkon, ­ruhiges Schlafzimmer © Wohnnet Medien
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19.06.2015

Wichtig sind Balkon, ­ruhiges Schlafzimmer

Wohntrends s Real (im Bild GF Michael Pisecky) und die Online-Plattform Wohnnet (GF Richard Mauerlechner) führen jährlich eine Umfrage durch. Ein Ergebnis: Die Raumaufteilung ist den Suchenden offenbar nicht mehr so wichtig wie früher, Freiflächen punkten. Ländliches Idyll ist weiterhin ein großer Wunsch.

Wien. Seit 2012 führen s Real, der Immobiliendienstleister von Erste Bank, Sparkassen und der s Bausparkasse sowie die Immobilien-Online-Plattform Wohnnet jährlich eine Wohnumfrage durch. Eines der Ergebnisse 2015: Das Verhältnis derer, die Immobilieneigentum erwerben wollen (60%), zu denjenigen, die eine Mietimmobilie wünschen (40%), ist unverändert geblieben. „In Eigentum investieren wollen die Menschen vor allem, weil sie ihr Geld sinnvoll und sicher einsetzen möchten”, erklärt Richard Mauerlechner, Geschäftsführer Wohnnet Medien GmbH. „Wenn der Preis passt, ist noch immer viel Bewegung am Immobilienmarkt vorhanden”, kommentiert s Real-Geschäftsführer Michael Pisecky.

Übersiedlungsmüde

Ein gewichtiger Grund ist aber der, dass man nicht mehr übersiedeln mag (44%). Mietwohnungen werden aber nicht nur wegen der aktuellen Lebensphase bevorzugt (26%), „Wohnen zur Miete ist auch ein Stil- und Lebenskonzept”. Ein Drittel der Befragten (33%) gibt als Grund die aktuellen finanziellen Möglichkeiten an. Jedenfalls gebe es zu wenig: „Wir sehen einen Überhang an Gewerbeimmobilien – die dreifache Menge dessen, was nachgefragt wird. Es fehlen aber die Mietwohnungen, besonders das Angebot an Miethäusern ist mit einem Prozent gegenüber sieben Prozent Suchanfragen sehr knapp”, so Mauerlechner.

Kosten nebensächlich

Insgesamt sind die Hauptmotive für die Immobiliensuche sehr vielfältig. So gaben 18% der 2.748 Umfrageteilnehmer an, dass die derzeitige Immobilie zu klein ist, gefolgt von 17%, die angaben, statt einer Mietwohnung Eigentum erwerben zu wollen. Für 14% ist ein Berufs- oder Ortswechsel der ausschlaggebende Grund, und weitere 11% wollen mit der neuen Immobilie die Qualität ihrer Wohnsituation verbessern. Familiengründung und -zuwachs (9%), die erste eigene Wohnung (7%) oder Kostensenkung (6%, siehe dazu auch Artikel unten) waren weitere Faktoren. Bei nur 3% der Wohnungssuchenden führt der auslaufende (Miet-)Vertrag zum Umzug.

Alle wollen Freiflächen

Bei den Wünschen zur Wohnqualität ergab die Umfrage 2015 eine Verschiebung der Prioritäten im Vergleich zu den Vorjahren: War eine intelligente Raumaufteilung in den letzten Jahren noch für 50% der Befragten und mehr sehr wichtig, ist sie das heuer nur noch für 34%. Eklatant zugenommen hat aber der Anteil derjenigen, die sich einen Balkon oder eine Terrasse wünschen, nämlich von 22% auf 31% der Wohnungssuchenden. „Die Nachrüstung mit Balkonen oder der Bau einer Dachterrasse können den Wert einer Immobilie enorm steigern”, sagt Pisecky. Auch die absolute Wohnfläche ist heuer wieder wichtiger als noch in den Vorjahren: Für 23% spielt sie eine wichtige Rolle (2012: 18%). Interessant ist auch das Kriterium Raumhöhe, dieses ist vor allem für Besserverdiener wichtiger.

Ungebrochener Trend

Nach wie vor bevorzugen die Österreicher ein Leben am Land: 45% der Befragten wünschen sich eine ländliche Idylle, weitere 18% ziehen ein Leben in einer Bezirksstadt dem in der Bundeshauptstadt oder einer Landeshauptstadt vor. „Auch die Wiener, die ganz bewusst urbanes Leben wünschen, suchen zumindest für das Schlafzimmer eine Ruhelage”, erklärt Pisecky. Nur 16% nehmen im Gegenzug für die zentrale Lage eine gewisse Lärmbelastung in Kauf.

Lage schlägt Energiezahlen

Leicht gestiegen ist der Prozentsatz derer, die eine Immobilie aufgrund von schlechten energetischen Faktoren nicht kaufen oder mieten würden, selbst wenn sie sich in der gewünschten Lage befände (von 23 auf 26%). Mit heuer nur 47% sank der Prozentsatz derer, die angaben, dass Energie-effizienz zwar wichtig, aber kein Muss-Kriterium sei (2014: 53%). Für 27% der Umfrageteilnehmer ist die Lage der Immobilie allemal entscheidender (2014: 24%). „Klar, die Lage kann ich nicht ändern, die Energieeffizienz mit entsprechenden Maßnahmen sehr wohl”, so Pisecky.
Mauerlechner: „Die Mehrheit der Menschen kann wohl mit den Energiekennzahlen HWB und fGEE immer noch nichts anfangen, deshalb wird Wohnnet als zusätzliche Serviceleistung den Heizlastrechner zur Ermittlung des Heizwärmebedarfs und der gesamtheitlichen Energieeffizienz wieder einführen.” (lk)

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