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Wie man im Alter wohnen will © Miteinander leben
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22.01.2016

Wie man im Alter wohnen will

Seniorenresidenzen sind ein boomender Markt: Ähnlich wie beim Thema „Vorsorgewohnungen” gibt es immer mehr Firmen, die sich speziell auf das Thema „Adäquates Wohnen im Alter” spezialisiert haben.

••• Von Paul Christian Jezek

GRAZ. In der Steiermark arbeitet die PA Senioren Projektentwicklung & Service GmbH mit ihrem Konzept für servicierte Eigentumswohnungen für ältere Semester mit zukunftsorientierten Bauträgern, Architekten und Investoren zusammen. „Dadurch entstehen für die Zielgruppe der über Sechzigjährigen neue Möglichkeiten für speziell auf die Bedürfnisse von älteren Menschen ausgerichteten, servicierten Wohnraum”, erklärt Geschäftsführerin Elke Merl im Exklusivinterview mit medianet.

Den Hauptvorteil für ihre Kunden sieht sie in der sinnvollen Verwertung von Eigenkapital, da die Kosten bei einem Kauf im Vergleich zu den laufenden Mietkosten erfahrungsgemäß um einiges geringer ausfallen. Zusätzlich werde mit einer Rückkaufoption durch pro age eine innovative Möglichkeit zur Absicherung offeriert. „Dafür kann beim Kauf ein Zahlungsschlüssel vereinbart werden, der – abhängig davon, wie lang das Objekt bewohnt wurde – nach Abschreibung, Abnützung und Wertsteigerung angepasst wird.”

Der Business-Background

Nach langjähriger Berufserfahrung als Projektleiterin im Sozialbereich war es Elke Merl im Jahr 2000 ein Anliegen, einen beruflichen sowie persönlichen Neustart zu wagen und mit einer neuen Geschäftsidee (natürlich) ökonomisch erfolgreich zu sein – und auch einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten.

Angesichts des damals noch eingeschränkten Angebots an Wohn- und Pflegeeinrichtungen für Senioren konnte mit der Gründung der Miteinander leben GmbH ein neues Konzept des betreuten Wohnens im Alter umgesetzt werden und der Brückenschlag zwischen dem sozialen Gedanken und der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens gelingen.
Einen weiteren Schritt ging Merl 2007 mit der Gründung der Beraterfirma pro age Consulting. Das seit dem Start von Miteinander leben gewonnene Wissen hinsichtlich der Anforderungen an derartige Seniorenwohnprojekte – von der Architektur und Raumausstattung, des benötigten Service- und Pflegeangebots sowie der Lage und Infra­struktur – stellt die Obersteirerin mit ihrem Team nun auch externen Investoren, Bauträgern und Architekten zur Verfügung. Seit 2015 vereint sie mit dem Unternehmen pro age Seniorenprojekte die Tochterfirma Miteinander leben sowie die Beratung von externen Partnern für die Umsetzung der Wohnprojekte für Senioren.
„‚Welche Umgebung wünsche ich mir für meine älteren Angehörigen oder wie möchte ich selbst im Alter leben?' Diese Fragen haben mein Team und ich bei der Planung unserer Projekte sowie bei der Beratung unserer Kunden stets im Hinterkopf”, erklärt die Geschäftsführerin ihre Herangehensweise an die Beratertätigkeit. „Bei pro age vereinen wir langjährige Erfahrung im Bereich der Betreuung und Pflege mit wirtschaftlichem und planerischem Know-how.” So könne Merls Unternehmen Projekte umsetzen, die den Bedürfnissen der jeweiligen Zielgruppe entsprechen und deshalb auch finanziell erfolgreich sind.

Ambitionierte Zukunftspläne

Demnächst werde neben den Service­angeboten für die Bewohner der pro age-Projekte noch größeres Augenmerk auf die Freizeitgestaltung gelegt, verspricht Merl. Kunst und Kultur sollen genauso Bestandteil des täglichen Lebens in den Seniorenwohnprojekten sein wie z.B. auch ein Wellness-, Fitness- und Gastronomiebereich, der in jedes Haus integriert werden soll.

„Zahlreiche Dienstleistungen werden den Alltag der Wohnenden zusätzlich erleichtern.” Dazu zählen Wohnungsreinigungen, Wäsche- service, Verpflegung, Reparaturdienste, Gesundheitsdienste, Gemeinschaftsaktivitäten, etc.
pro age Seniorenprojekte möchte sein Angebot in der näheren Zukunft von der Steiermark aus auf alle österreichischen Landeshauptstädte ausweiten, erarbeitet jedoch aufgrund guter Geschäftsbeziehungen auch schon Pläne für den Großraum Berlin.

Ein Beispiel in Graz

In der Peter-Rosegger-Straße 25–27a wurde von der Firma GSL Gemeinnützige Bauvereinigung GmbH eine Wohnanlage mit zusätzlichen Büro- und Dienstleistungsflächen errichtet.

Das Grundstück schließt im Süden an die Reininghausgründe – das ehemalige Areal der Reininghaus Brauerei, das als eines der wichtigsten städtischen Entwicklungsgebiete der Stadt Graz gilt –, an. Hier entsteht in den nächsten Jahren ein von Grünflächen durchzogener, neuer Stadtteil. Das Zentrum Reininghaus Süd setzt als Vorreiter gleichsam einen Startschuss für diese Entwicklung.
Entlang der Straßenfront bieten Büro- und Geschäftsbauten Platz für Nahversorger, Cafés und Büroflächen. Darüber befindet sich im 2. und 3. Obergeschoß das Betreute Wohnen für Senioren. Insgesamt entstanden hier 35 betreute Wohnungen zwischen 28 und 76 m², die jeweils über eine großzügige, nach Süden ausgerichtete Loggia ver­fügen.
Das Betreute Wohnen in der Peter-Rosegger-Straße wurde von Elke Merl in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Nussmüller und dem Bauträger entwickelt und wird nach dem Fördermodell des Landes Steiermark durch die Miteinander leben GmbH, der gemeinnützigen Tochtergesellschaft von pro age ­Seniorenprojekte, betrieben.

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