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Wohnbauförderung als Konjunktur-Turbo © Ismail Goekmen/PID
© Ismail Goekmen/PID

26.06.2015

Wohnbauförderung als Konjunktur-Turbo

Stadt Wien 300 Mio. Euro Fördervolumen lösten 2014 eine Wertschöpfung von rund 1,5 Mrd. Euro aus und sicherten an die 20.000 Jobs. Wohnbaustadtrat Ludwig erklärt, wie die Wohnraumschaffung mit sozialen Maßnahmen wie Blocksanierung, Einrichtungen wie den Wohnpartnern, etc. Hand in Hand geht.

Wien. Die Stadt Wien ist nicht nur vor die Herausforderung gestellt, dem starken Bevölkerungswachstum mit mehr Wohnraum zu begegnen – gleichzeitig setzt sie sich die Ziele, die soziale Durchmischung zu fördern, in die Jahre gekommenen Quartieren neue Impulse zu verleihen und sinnvolles Stadtteilmanagement zu betreiben. „Wien hat es leichter als andere europäische Städte”, erklärt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig im Gespräch mit medianet – „zum einen, weil bereits in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau gebaut wurde, insbesondere im geförderten Bereich; zum anderen, weil wir über zahlreiche Instrumente verfügen, die stadtplanerisch sinnvollen Wohnbau ermöglichen und fördern.”

Dies beginne bei der Grundstücksbevorratung, wo der Wohnfonds Wien sich Grundstücke im Volumen von 2,3 Millionen m2 gesichert hat, um für die nächsten Jahre ausreichend bauen zu können, geht über Blocksanierungsprojekte und Gebietsbetreuung bis hin zu Einrichtungen wie den Wohnpartnern und Ordungsberatern.

Nicht auf dem Reißbrett

„2014 wurden 7.273 geförderte Einheiten an ihre Bewohner übergeben, weitere 7.990 Wohnungen wurden zugesichert. Insgesamt sind derzeit 20.000 Wohnungen in Bau oder Bauvorbereitung”, erklärt Ludwig. „Wir bauen nicht nur in einem Gebiet, sondern an mehreren Teilen der Stadt gleichzeitig und dabei entstehen an den jeweiligen Standorten ganz unterschiedliche Wohnformen: gefördert und frei finanziert.” Es zeige sich, dass der Weg der Wiener Wohnbaupolitik, nicht nur einkommensschwachen Personen, sondern auch dem Mittelstand Zugang zu geförderten Wohnungen zu ermöglichen, sich auch konjunkturell lohne.
Das Fördervolumen kann sich europaweit sehen lassen, und die 2014 bereitgestellten 300 Mio. Euro lösten Baukosten in Höhe von 1,06 Mrd. Euro aus und damit eine Wertschöpfung von 1,5 Mrd. – mit fiskalischen Effekten, die mit 612 Mio. Euro das Doppelte der Fördersumme übertreffen (Anm.: Berechnungen basierend auf Wifo-Daten). „Mit diesem Bauvolumen werden im Sektor an die 20.000 Arbeitsplätze gesichert und neu geschaffen. Die Förderung fließt 1,7-fach in Form von Steuern und Sozialabgaben an die öffentliche Hand zurück”, betont Ludwig. Die inländische Wertschöpfung sei zudem im Wohnbau mit 85% besonders hoch, der Durchschnitt der Volkswirtschaft liege bei 46,5%.

200 Mio. für Bestandsimmos

Weitere 200 Mio. Euro Fördersumme im Jahr werden für die Erhaltung des Wohnungsbestands eingesetzt. Dabei werden ganze Häuserblöcke in Kooperation mit der Gebietsbetreuung und unter Einbindung auch der Wirtschaftstreibenden, Hauseigentümer, Mieter, etc. saniert. „Oft sind an die 100 Liegenschaften betroffen”, so Ludwig. Neben der Sanierung der Gebäude mit Dachgeschoßausbauten und Abzonungen – zuletzt in Wien 1150 mit den Initiativen „Sechshaus” und „Reindorf” – wird auf Grün- und Freiflächen, die Nahversorgung, Verkehrsberuhigung und Attraktivierung der Erdgeschoßzonen geschaut; dadurch locke man in sozial einst „schwierigen” Gebieten viele Junge und auch viele Künstler an. (lk)

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