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Wozu zertifizieren? © Blaue Lagune/Bill Lorenz

GBCI Europe und ATP sustain luden zur Diskussion: Kay Killmann (GBCI Europe), Andreas Lindinger (denkstatt), Joseph Marfi (Turner & HuGBC), Michael Haugeneder (ATP sustain), Erich Benischek (Blaue Lagune), Andreas Köttl (value one; v.l.).

© Blaue Lagune/Bill Lorenz

GBCI Europe und ATP sustain luden zur Diskussion: Kay Killmann (GBCI Europe), Andreas Lindinger (denkstatt), Joseph Marfi (Turner & HuGBC), Michael Haugeneder (ATP sustain), Erich Benischek (Blaue Lagune), Andreas Köttl (value one; v.l.).

PAUL CHRISTIAN JEZEK 07.07.2017

Wozu zertifizieren?

Experten diskutierten über „Evolution of Green Business Certification in Europe” in der Blauen Lagune.

••• Von Paul Christian Jezek

WIENER NEUDORF. Der Bausektor ist nach Schätzung des World Economic Forum in industrialisierten Ländern Verursacher für rund ein Drittel aller Deponieabfälle, ein Drittel der CO2-Emissionen, mehr als ein Drittel der gesamten Energieproduktion und knapp ein Drittel des Wasserverbrauchs.

Das Bauen muss also umweltfreundlicher und vor allem nachhaltiger gestaltet werden, um auch bei wachsender Weltbevölkerung den Kollaps noch zu vermeiden. Mithilfe von etablierten Zertifizierungssystemen kann die Qualität eines Gebäudes und seiner Baustoffe dokumentiert werden; das erlaubt somit Vergleiche und soll letztendlich auch zu mehr Wohlbefinden für den einzelnen beitragen. Denn rund 90% seiner Lebenszeit hält sich der Mensch in Gebäuden auf. Unterschiedlichste Gebäudelabels wie LEED, BREEAM, DGNB bzw. ÖGNB für Österreich (kompatibel mit den klima:aktiv Gebäudestandards) werden auch für Investoren als Entscheidungskriterium immer wichtiger und gewinnen nicht zuletzt aus ökonomischen Gründen an Bedeutung. Welches Zertifizierungssystem für das jeweilige Projekt am besten geeignet ist, lässt sich im Rahmen von Assessment-Prozessen filtern. Ein großes Problem stellt auch weiterhin der Gebäudebestand dar – hier gilt es, über entsprechend verträgliche Lösungen intensiv nachzudenken und diese auch umzusetzen. Hierbei ist auch die Politik aufgrund einer nicht zufriedenstellenden Rechtslage gefordert.

„Kein Bewusstsein”

Private sind beim Kauf, aber auch bei der Anmietung ihres Zuhauses in erster Linie auf Leistbarkeits-, Sicherheits- und Versorgungsaspekte konzentriert – eine Gebäudezertifizierung hat bis dato keine Relevanz, war sich das Podium einig.

Das soll sich bald ändern: In gemeinsamen Initiativen möchte man das kritische Denken anregen und ein Bewusstsein für das Thema „gesunde und nachhaltige Gebäude” schaffen: Beginnend beim gesunden Schulgebäude für den geliebten Nachwuchs über das optimale Büro mit einer einhergehenden verbesserten Leistungsfähigkeit bis hin zu den eigenen vier Wänden, die für den Privaten wohl die größte Rolle spielen.

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